
Eine typische Abnahme auf der Baustelle verläuft selten planmäßig: Ein Feldgerät ist anders oder falsch verkabelt als im Plan vorgesehen oder ein Signal kommt schlicht nicht dort an, wo es sollte. In solchen Momenten zeigt sich, wie aufwendig der herkömmliche Inbetriebnahmeprozess sein kann. Gerade der 1:1-Test (= die Verbindung zwischen Feldgerät (Quelle) und Senke wie IO-Module) wird schnell zum Zeitfresser. Was nach Routine klingt, bindet unglücklicherweise hochqualifizierte Fachkräfte an diese Tätigkeit, die nicht anspruchsvoll sind. Gleichzeitig entstehen Lücken in der 1:1-Test-Dokumentation aus Zeitdruck. Genau diese rächen sich später bei Abnahmen, Nachträgen oder Gewährleistungsfragen. Besonders kritisch ist, dass in der klassischen Vorgehensweise wertvolle Zeit der Fachexperten beim Systemintegrator blockiert wird. Häufig muss der Programmierer selbst auf der Baustelle sein, um bei Bedarf Anpassungen am Regelprogramm vorzunehmen. Währenddessen wartet er auf die Rückmeldung seines Kollegen, der sich in einem anderen Gebäudeteil direkt am Feldgerät befindet. Diese Stillstandszeiten sind teuer und der Experte fehlt an anderer Stelle.

Praxisnah gedacht: Wenn Prozesse wirklich entlasten
Wie groß das Potenzial einer digital unterstützten Inbetriebnahme ist, zeigt ein Praxisprojekt aus Frankfurt: Eine Liegenschaft mit vier Gebäudeteilen und rund 390 Datenpunkten. Der Deos-Systempartner Rehms aus Borken entschied sich hier für einen neuen Ansatz, weil der Programmierer des MSR-Integrators durch parallellaufende Projekte bereits voll ausgelastet war. Die Controller wurden in Borken mit dem Regelprogramm vorparametriert und anschließend in der Liegenschaft installiert. Für die Inbetriebnahme war nur ein Mitarbeiter von Rehms vor Ort, der Programmierer blieb in Borken. Über die Remoteeinwahl von Deos konnte er die Inbetriebnahme live begleiten, letzte Anpassungen aus der Ferne umsetzen und sich parallel weiter um andere Projekte kümmern. Das Ergebnis: eine verkürzte Inbetriebnahmezeit, sauber durchgeführte Tests inklusive vollständiger, digitaler und sofort verfügbarer Dokumentation sowie klare Nachweise zu Nacharbeiten. Rehms sparte zudem Reise- und Nebenkosten und hatte eine bessere Auslastung der Fachkräfte. Der Erfolg des Projekts wird durch das Fazit von Magnus Fechtner, Leiter MSR bei J. Rehms Gebäudetechnik, unterstrichen: „Wir bei Rehms sind sehr zufrieden mit der Zeitersparnis durch die neue Deos OnSite App und werden diese nun standardmäßig in unseren Projekten einsetzen.“ Moderne Workflows setzen genau hier an. Der 1:1-Test erfolgt direkt am Feldgerät durch den einen Techniker und der Programmierer arbeitet remote dort, wo er den größten Mehrwert schafft.

Effizienter arbeiten mit Unterstützung durch mobile App
Die OnSite-Lösung von Deos wurde gemeinsam mit Systemintegratoren entwickelt und adressiert die gesamte MSR-Branche. Die Lösung besteht aus der mobilen App für Smartphones (iOS und Android) und der OnSite-Box – die Hardwarekomponente zur Sicherstellung der Konnektivität auf der Baustelle. Während die mobile App für den Test verteilter Feldgeräte im Gebäude ist, kann der identische Abnahme-Workflow über den Open FXL (das Programmiertool des Deos Open-Systems) auf einem Notebook verwaltet werden. Der digitale Inbetriebnahmeprozess folgt hier einer klaren Struktur: Die im Engineering erstellte Datenpunktliste wird per Knopfdruck in die Cloud synchronisiert und vom Techniker vor Ort einfach per QR-Code in die App geladen. Über die OnSite-Box wird eine stabile Verbindung zu den Automationsstationen aufgebaut, sodass alle Datenpunkte direkt am jeweiligen Feldgerät Schritt für Schritt geprüft werden können. Zusätzlich zum 1:1-Test erfolgt auch der IO-Abgleich inklusive Offset, Fühlertyp und Skalierung direkt in der OnSite App und wird ebenfalls automatisch dokumentiert. Die Ergebnisse werden automatisch zentral synchronisiert, sind sofort für das gesamte Projektteam verfügbar und lassen sich abschließend mit wenigen Klicks als vollständiges, professionelles Prüfprotokoll mit Bildern und Kommentaren exportieren.
Fazit
Digitale Inbetriebnahme ist kein theoretisches Zukunftsthema, sondern ein praxisbewährter Weg, Projekte wirtschaftlicher, transparenter und stressfreier umzusetzen. Der Einsatz von Lösungen wie der Deos OnSite App kann Effizienz, Transparenz und Wirtschaftlichkeit in der Inbetriebnahme von Gebäudeautomationssystemen steigern. Der Zeitaufwand pro Datenpunkt wird so laut herstellendem Unternehmen um rund 30 bis 40 Prozent reduziert. Lange Wege zwischen Schaltschrank und Messstelle entfallen, sodass auch bei kleineren Projekten Zeitgewinne möglich sind. Gleichzeitig wird die Dokumentation automatisiert: Prüfprotokolle entstehen normkonform im Hintergrund, Mängel lassen sich per Fotodokumentation erfassen. Das kann Fehler reduzieren, die Qualität der Inbetriebnahme erhöhen und eine belastbare Nachweisführung für Abnahme und Gewährleistung schaffen. OnSite von Deos kann zudem die Teamarbeit unterstützen: Projekte lassen sich per QR-Code übergeben, mehrere Techniker arbeiten wenn gewünscht parallel, und auch weniger erfahrene Mitarbeitende werden durch geführte Testschritte sicher durch die Inbetriebnahme geleitet.

















