
In Sasbach beginnt gerade eine neue Ära. Dort, wo täglich Schaltschränke und Komponenten für die Energieverteilung entstehen, wächst Schritt für Schritt ein Produktionsstandort, der sich selbst mit sauberem Strom versorgt und künftig nahezu ohne fossile Energien auskommen soll. Das macht Sasbach, der Standort von ABB Striebel & John, zum jüngsten Motor der globalen ‚Mission to Zero‘ der Unternehmensgruppe. Hier werden Gehäuse und Energieverteilungssysteme für regionale Märkte gefertigt. Weltweit gibt es damit inzwischen 37 Standorte, die Teil dieses Programms sind und gemeinsam daran arbeiten, die Vision einer klimaneutralen Produktion Wirklichkeit werden zu lassen.
Der Standort Sasbach zeigt, wie Hersteller Emissionen reduzieren und gleichzeitig einen zuverlässigen, wettbewerbsfähigen Betrieb aufrechterhalten können. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Initiative ‚be efficient‘, mit der ABB gezielt Lösungen aufzeigen möchte, um Effizienzpotenziale zu identifizieren, Energieverbräuche transparent zu machen und Verbesserungen systematisch in den Betrieb zu bringt. In Sasbach spielt Solarenergie eine zentrale Rolle für diesen Wandel. Bereits seit 2020 betreibt der Standort eine Photovoltaikanlage auf dem Bürogebäude. Mit der Installation der großflächigen Solarmodule auf den Werkhallen erreicht die Energieproduktion nun eine neue Dimension. Die rund 3.410 Module erzeugen jährlich etwa 1.500 Megawattstunden grünen Strom.

Insgesamt führen die am Standort Sasbach umgesetzten Maßnahmen zusammengenommen zu einer Einsparung von rund 3.786t CO2. Rund 2.700t entfallen auf den Bezug von zertifiziertem Ökostrom aus dem Netz, rund 1.086t auf jährliche Emissionsminderungen durch Maßnahmen vor Ort. Diese Eigenproduktion deckt künftig fast ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs am Standort. „Für uns in Sasbach zählt, was im Alltag funktioniert“, sagt Sebastian Smolka, Geschäftsleiter des Standortes. „Mit eigener Solarenergie, neuen Technologien und einem klaren Fahrplan Richtung Elektrifizierung senken wir Emissionen und machen unsere Produktion gleichzeitig robuster. Mission to Zero heißt für uns, Schritt für Schritt besser zu werden – messbar und dauerhaft.“
Parallel zur Energiewende entstand in Sasbach zudem eine neue, hochmoderne Halle für die Pulverbeschichtung. Sie erweitert die Produktionsfläche und ermöglicht ein ressourcenschonendes, energieeffizientes Beschichtungsverfahren. Die neue Anlage arbeitet auf zwei Ebenen, nutzt Wärmerückgewinnung und kommt mit weniger installierter Wärmeleistung aus. Zusätzliche Effizienzmaßnahmen wurden am gesamten Standort umgesetzt. Darunter eine vollständige Umstellung der Produktionsbereiche auf LED-Beleuchtung, die Gebäudeautomation über den ABB i-Bus KNX, die Rückgewinnung von Abwärme aus Druckluftsystemen und optimierte Prozesssteuerungen. 21 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort unterstützen die umweltfreundliche Mobilität von Mitarbeitern und Besuchern.

Das ABB Building Automation System (BMS) sowie die Energiemanagementlösungen bündeln diese Maßnahmen, bieten Echtzeit-Transparenz über den Energieverbrauch und ermöglichen Verbesserungen sowie datengestützte Entscheidungen. Noch in diesem Jahr sollen außerdem Batteriespeicher eingerichtet werden, die überschüssige Solarenergie puffern, Spitzenlasten kappen sowie die Versorgungssicherheit erhöhen. Parallel dazu beginnt die schrittweise Ablösung der gasbetriebenen Heizsysteme durch moderne Wärmepumpentechnologie.
Sasbach reiht sich damit in eine globale Initiative ein, die ihren Ursprung am Busch-Jaeger-Standort in Lüdenscheid hat. Die Mission to Zero begann dort als Graswurzel-Initiative engagierter Mitarbeitender, die bereits 2011 mit ersten Effizienzmaßnahmen starteten.

















