Funktechnologien für die Gebäudeautomation

Funklösungen eröffnen neue Wege für die Nachrüstung im Bestand, im Neubau oder in Mietobjekten.
Funklösungen eröffnen neue Wege für die Nachrüstung im Bestand, im Neubau oder in Mietobjekten. Bild: Busch-Jaeger Elektro GmbH

Es klingt wie ein Widerspruch: Ein Lichtschalter, der keinen Stromanschluss benötigt. Doch genau das ist heute Realität – dank batterieloser Funktechnologien mit Energy Harvesting. Ein Fingerdruck erzeugt die nötigte Energie, um einen Steuerbefehl zu senden. Das eröffnet neue Spielräume: Für Elektroinstallationen ohne Schlitze, für flexible Nachrüstungen im Bestand, für smarte Szenarien in Mietwohnungen und zukunftssichere Systeme im Neubau. Funklösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur klassischen Installation. Gerade bei Renovierung oder im Bestand bieten sie Vorteile. Sie lassen sich schnell und sauber installieren, erfordern keine Eingriffe in die Substanz und eröffnen durch Funkprotokolle wie Zigbee, Bluetooth Mesh oder Matter vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – von der Lichtsteuerung bis hin zur Hausautomation. Verschiedene Protokolle bieten spezifische Vorteile. Zigbee z.B. ist ein energieeffizientes Mesh-System, das sich für Beleuchtung und Sensoren eignet. Bluetooth Low Energy (BLE) ermöglicht eine direkte Verbindung zu mobilen Endgeräten – ideal für Standalone-Lösungen. Mit Bluetooth Mesh lassen sich ganze Netzwerke aufbauen, Casambi z.B. setzt auf ein App-gesteuertes Konzept zur smarten Lichtsteuerung. Und mit Matter wird eine neue Ebene der Interoperabilität erreicht, die Geräte herstellerübergreifend vernetzt.

Der Smart Switch Wireless ermöglicht kabel- und batterieloses Schalten durch Energy Harvesting.
Der Smart Switch Wireless ermöglicht kabel- und batterieloses Schalten durch Energy Harvesting.Bild: Busch-Jaeger Elektro GmbH

Flexibel nachrüsten: Smarte Einzelsteuerung ohne bauliche Eingriffe

Ein Einstiegsprodukt in die Welt der Funklösungen ist der Smart Switch Wireless von Busch-Jaeger. Der batterielose Schalter arbeitet mit Busch-Free@Home Wireless, Casambi BLE oder Zigbee (im Rahmen von Friends of Hue) und lässt sich flexibel im Raum platzieren. Dank Energy Harvesting genügt ein Tastendruck, um Energie zu erzeugen und ein Funksignal zu senden. Damit lassen sich Leuchten oder Jalousien steuern und auch Szenensteuerungen sind möglich. Ein Beispiel für die Verbindung aus Design und Technologie ist der Friends of Hue Smart Switch. Durch die Kooperation mit Philips Hue lassen sich Lichtstimmungen kabellos steuern. Der batterielose Schalter mit Zigbee-Funkprotokoll integriert sich in das Hue-System und wird per App konfiguriert. Als Einzellösung konzipiert, bietet er smarte Szenarien mit intuitiver Bedienung – kompatibel zu verschiedenen Schalterprogrammen des Herstellers. Im Segment der Einzelraumlösungen punkten die neuen Unterputzaktoren Wireless. Sie werden hinter vorhandenen Schaltern verbaut und erlauben eine smarte Steuerung von Licht oder Beschattung – ohne das Schalterdesign zu verändern. Die Geräte kommunizieren direkt über Bluetooth oder werden über die Busch-Free@Home Next App in ein größeres Funknetzwerk eingebunden.

Bei einer flachen Unterputzdose lassen sich mit einem Unterputzaktor Wireless und dem Smart-Switch-Wireless-Einsatz sowie Montagerahmen und Montageplatte smarte Funktionen realisieren.
Bei einer flachen Unterputzdose lassen sich mit einem Unterputzaktor Wireless und dem Smart-Switch-Wireless-Einsatz sowie Montagerahmen und Montageplatte smarte Funktionen realisieren.Bild: Busch-Jaeger Elektro GmbH

Intelligente Raumsteuerung: Mehr Komfort durch vernetzte Funktionen

Wer Räume gezielt smarter machen möchte, greift zu Busch-Flextronics Wireless. Die Produktlinie basiert auf Busch-Free@Home Wireless. Bis zu 32 Geräte können so in einem Mesh-Netzwerk miteinander verbunden werden. Astrofunktionen, Szenensteuerung und App-Bedienung über Smartphone oder Tablet sind ebenso möglich wie die Bedienung über Schalterprogramme. Bei Stromausfall bleiben die Einstellungen dank integrierter Back-up-Battery erhalten. Und auch die Steuerung der Raumtemperatur wird smart: Mit dem Raumtemperaturregler Bluetooth mit Touchdisplay steht eine Stand-alone-Lösung zur Verfügung, die sich für Mietwohnungen oder die punktuelle Nachrüstung eignet. Per App lassen sich Heizzeiten programmieren und der Energieverbrauch optimieren. Komfort und Vernetzungsoptionen bietet auch der Raumtemperaturregler Wireless mit Touchdisplay und Funkchip: In Kombination mit Busch-Flextronics Wireless oder integriert in das System Busch-Free@Home ermöglicht er zentrale Steuerung, Gruppenschaltung und smarte Energiemodi.

Vom Raum zum gesamten Gebäude: Hausautomation per Funk

Eine ganze Hausautomation via Funk gelingt mit dem Busch-Free@Home-Wireless-System ebenfalls. Der System Access Point ermöglicht die Vernetzung von bis zu 150 Geräten – auch drahtgebunden. Das modulare System lässt sich individuell erweitern. Die Steuerung erfolgt per App, Taster oder Sprachbefehl – auch von unterwegs. Relevant für die Zukunftsfähigkeit: eine Matter-Integration. Sie ermöglicht die Einbindung unterschiedlicher Herstellerlösungen. Ein passender Hub – z.B. von Apple, Google oder Samsung – stellt die Verbindung her und sorgt für eine Kommunikation auf Basis von Thread. Auch die Integration von Bewegungsmeldern und Bedienelementen ist drahtlos möglich: So verfügt der Busch-Wächter Pro 280° über Bluetooth und Wireless und lässt sich nahtlos in das System integrieren. Auch das Bedienpanel Busch-OneTouch verfügt neben einer integrierten App-Schnittstelle über einen System Access Point (Wireless).

Fazit

Ob punktuelle Nachrüstung, smarte Raumsteuerung oder komplette Hausvernetzung – für jede Anforderung gibt es die passende Lösung. Entscheidend ist dabei die Wahl des richtigen Funkprotokolls und die Kompatibilität der Systeme. Denn nur wenn alle Komponenten die gleiche Sprache sprechen – oder über ein Gateway miteinander verbunden sind – funktioniert die intelligente Steuerung reibungslos. Für Elektroinstallateure eröffnen sich damit neue Geschäftsfelder: von der energieeffizienten Nachrüstung über systemoffene Beleuchtungskonzepte bis hin zur komplexen Gebäudeautomation mit hoher Zukunftssicherheit. Wer mit Funklösungen arbeitet, kann nicht nur Zeit bei der Installation sparen, sondern auch die elektrische Infrastruktur seiner Kunden auf das nächste Level bringen.