
Noch hat das Bauamt der Stadt Radevormwald den Antrag zur Errichtung eines großflächigen Solarparks durch den ortsansässigen Gebäudetechnikentwickler Gira nicht abschließend genehmigt. Doch die davon unabhängigen Vorarbeiten sind nach Ausschreibung und Vergabe der entsprechenden Aufträge längst angelaufen. „Uns war wichtig, alles so weit vorzubereiten, dass wir unmittelbar nach Erteilung der Baugenehmigung mit dem Aufbau der Photovoltaik-Module beginnen können“, erklärt Dietmar Daszkiewicz, der bei Gira das Facility Management verantwortet und das Großprojekt federführend betreut. Das ansässige Kommunalparlament hatte am 2. Juli durch die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans den Weg für das Bauvorhaben des Technologiemittelständlers freigemacht.

100km Stromkabel
Vor allem die Tiefbauarbeiten sollen abgeschlossen sein, bevor einsetzender Frost diese Arbeiten erschwert. So sind auf dem rund 70.000 Quadratmeter großen Grundstücke an der Bundesstraße 229 in Richtung Halver, auf dem das Photovoltaik-Kraftwerk entstehen soll, bereits Kabel verlegt worden, die die Beleuchtung und Videoüberwachung des Areals mit Strom versorgen, solange der Solarpark noch nicht in Betrieb ist. Auch auf dem Firmengelände am Gira Campus Röntgenstraße werden derzeit Kabel ins Erdreich eingebracht, über die ab Sommer 2025 das dortige Produktions-, Logistik- und Entwicklungszentrum mit Solarstrom versorgt werden wird. Die entsprechenden Arbeiten am Unternehmensstammsitz in der Dahlienstraße werden voraussichtlich am 30. September 2024 beginnen. Vom „gläsernen Kunststoffzentrum“ des Industrieunternehmens aus werden die Kabel zum Standort an der Röntgenstraße führen. Insgesamt werden rund 100km Kabel verlegt, der Großteil davon auf dem Areal des Solarparks selbst. Dort ist inzwischen ein vorgeschriebener Schotterweg angelegt worden. Ihn kann im Bedarfsfall die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen nutzen, um sich auf dem Gelände optimal zu bewegen. Gleichzeitig wird das Gelände komplett eingezäunt und mit einer Videoüberwachungsanlage ausgerüstet.
9,8Mio. Kilowattstunden
Bis Mitte Januar 2025 sollen insgesamt 13.794 Photovoltaik-Module aufgebaut und installiert sein. Beauftragt hat Gira damit die Apricus Solar AG aus Dortmund, die sich auf Gewerbe- und Industriesolarkraftwerke spezialisiert hat. Den Vertrag haben die Geschäftsführer beider Unternehmen Mitte September unterschrieben. „Ursprünglich hatten wir mit über 20.000 Modulen gerechnet“, so Dietmar Daszkiewicz. „Apricus hat uns aber zu größeren und effizienteren PV-Elementen mit einer Leistung von 650W statt der bislang eingeplanten 450W pro Modul geraten.“ Damit erhöht sich auch die jährliche Energieausbeute auf 9,8Mio. Kilowattstunden – ein Plus von 15% gegenüber der bisherigen Planung. Bevor es so weit ist, müssen noch die vorgesehenen Module im Probebetrieb auf dem Solarpark-Gelände in Radevormwald abgenommen werden. Dazu wird Ende Oktober ein Mustertisch aus 40 PV-Elementen vor Ort installiert und durch einen Sachverständigen begutachtet. Ab Sommer 2025 soll der Solarpark Gira dann mit emissionsfrei und klimafreundlich erzeugter Energie versorgen.

















