
Im Jahr 2026 produziert Gira jährlich mehrere Millionen Steckdosen in 140 verschiedenen Varianten. Vom Campus Röntgenstraße des Unternehmens in Radevormwald gehen diese Artikel, auf die über 350 Positionen im aktuellen Produktkatalog entfallen, in 40 Länder in Europa, Asien und Afrika. Den Erfolg der Gira Steckdosen leitete vor 100 Jahren die Steckdose Nr. 265 ein. Ende Juni 1926 stellte das Unternehmen – seinerzeit noch unter dem Namen Elektrotechnische Industrie Gustav Giersiepen – die Neuentwicklung aus Porzellan vor.
Sie war Mitte der 1920e-Jahre eine bahnbrechende Innovation, weil sie das bis dahin in den gängigen Steckdosen übliche Problem eines unzureichenden Steckerkontakts löste. Mit federnden Steckerkontakten bekamen die Neuheit diese Herausforderung in den Griff. Denn im Gegensatz zu den herkömmlichen Varianten mit massiven Steckerbüchsen sorgte die Innovation für einen festen und sicheren Kontakt zwischen Stecker und Steckdose. Derart setzte die Steckdose Nr. 265 damals für viele Jahre einen neuen Qualitäts- und Sicherheitsstandard im Markt.
Vorbild für eine neue Steckdosen-Generation
Damit markiert die Steckdose Nr. 265 einen wichtigen Meilenstein in der Firmen- und Produktgeschichte von Gira. „Das Produkt bringt im Unternehmen den Absatz von Steckdosen ins Rollen“, sagt die Historikerin Julia Kneiphoff-Nünnerich, die seit 2019 das Unternehmensarchiv verantwortet. „Erst mit der Steckdose Nr. 265 beginnt Gira, neben Schaltern auch seine Steckdosen aktiv zu vermarkten.“
Tatsächlich wurde die Steckdose Nr. 265 nicht nur aufgrund ihrer verbesserten Federkontakte zum Vorbild für eine neue Steckdosen-Generation. Darüber hinaus überzeugte sie durch ihre ungewöhnlich kompakte Bauform. Überdies galten in den 1920er-Jahren Porzellansteckdosen schlechthin als Qualitätsmerkmal moderner Elektroinstallation, da der Werkstoff langlebig, hitzebeständig, elektrisch isolierend und besonders robust war – ideale Eigenschaften für die vor 100 Jahren noch relativ junge Welt der Elektrizität.


















