
All diese sicherheitsrelevanten Systeme sind auf eine zuverlässige Energieversorgung angewiesen. Bei Temperaturen, die während eines Brandes schnell auf über 1.000°C ansteigen können, müssen die Kabel ihre Funktion bewahren. Hier kommt das Kabelmanagement ins Spiel. Es muss sichergestellt werden, dass die Kabel auch unter diesen extremen Bedingungen intakt bleiben und ihre Aufgabe erfüllen. Hierfür braucht es Lösungen, die den hohen Anforderungen des Brandschutzes gerecht werden und im Ernstfall Leben retten können.
Funktionserhalt in der Gebäudetechnik
Der Verlust der Funktionsfähigkeit in Gebäuden kann lebensbedrohliche Konsequenzen haben, da Flucht- und Rettungswege blockiert und lebenswichtige Sicherheitssysteme wie Notbeleuchtung, Rauchabzugsanlagen oder Brandmeldesysteme ausfallen können. Das Hauptziel des Funktionserhalts besteht darin, den Betrieb der Anlage für eine begrenzte Zeit aufrechtzuerhalten. Dies gewährleistet eine sichere Evakuierung, schützt Menschen, Tiere und Sachwerte, ermöglicht eine geordnete Beendigung von Betriebsabläufen und verschafft den Rettungskräften der Feuerwehr mehr Zeit für Rettungsaktionen. Kabelanlagen mit Funktionserhalt sind in allen Bauten gefordert, in denen sich regelmäßig viele Menschen aufhalten. Dazu gehören z.B. Hotels und Hochhäuser ebenso wie geschlossene Großgaragen, U-Bahn-Anlagen oder Stadien. Flexible KNX-Erweiterung ohne Verkabelung: Die RF+ Funkprodukte von MDT ermöglichen eine einfache Nachrüstung im Bestand, reduziert den Installationsaufwand und bietet energieeffizienten Betrieb mit langer Batterielaufzeit und KNX Secure. ‣ weiterlesen
MDT KNX RF+ Funkprodukte

Technische Anforderungen
Für die Verlegung von Kabeln im Hinblick auf den Funktionserhalt gibt es verschiedene Möglichkeiten: von Normtragekonstruktionen bis hin zu kabelspezifischen Lösungen. Bei der Planung und Auswahl der richtigen Produkte müssen ausführende Unternehmen und Planungsbüros jedoch auf die Anforderungen der jeweiligen Bauordnung sowie Brandschutzkonzepte achten. Denn in Deutschland gibt es engmaschige, regulierende, aber auch prüfende Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Baulicher Brandschutz ist u.a. durch die Leitungsanlagen-Richtlinie (LAR), die Landesbauordnung (LBO) und eine Vielzahl weiterer Anforderungen so engmaschig reguliert, dass individuellen Wünschen enge Grenzen gesetzt sind. So haben Normtragekonstruktionen, zu denen Verlegungen mit Kabelleiter, Kabelrinnen, Kabelschellen und Steigtrassen gehören, den Vorteil, dass die Kabelanlagen recht unkompliziert zusammengestellt werden können. Neben den Normtragekonstruktionen gibt es verschiedene kabelspezifische Verlegesysteme gemäß DIN 4102-12, um allen Anforderungen in den unterschiedlichsten Bauvorhaben gerecht zu werden. Diese kabelspezifischen Tragesysteme bieten den Vorteil, dass die Tragkonstruktionen und zugehörige Kabeltypen optimal aufeinander abgestimmt sind. Im Gegensatz zu Normtragekonstruktionen sind die einsetzbaren Kabel bei kabelspezifischen Tragesystemen vorgegeben und der zugehörige Verwendbarkeitsnachweis gilt nur für die jeweils von einer zugelassenen Prüfstelle geprüften Kombination aus Kabeltragsystem und Kabel. Diese Systeme bieten eine große Auswahl an zugelassenen Kabeltypen sowie einen geringeren Montageaufwand.
DIN 4102-12 und Rechtsgrundlagen
Im Bereich des baulichen Brandschutzes ist die DIN 4102-12 von großer Bedeutung, da sie die Prüfanforderungen an Kabelanlagen mit integriertem Funktionserhalt beschreibt. Dabei ist zu beachten, dass Kabel, die erfolgreich auf einer Normtragekonstruktion geprüft wurden, auch ohne gesonderte Prüfung auf den Normtragekonstruktionen anderer Hersteller installiert werden dürfen. Die DIN 4102-12 stellt spezifische Anforderungen an Kabelanlagen mit Funktionserhalt, um die Sicherheit in Brandfällen bestmöglich zu gewährleisten. Zum einen müssen die Kabel halogenfrei sein, um Menschen vor schweren gesundheitliche Folgen zu schützen und mögliche Brandfolgeschäden am Gebäude zu minimieren. Um die Einhaltung der baurechtlichen Forderungen nachzuweisen, gibt es das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP), das nach einer erfolgreichen Prüfung durch eine akkreditierte Materialprüfanstalt ausgestellt wird. Die DIN 4102-12 legt hierfür ein detailliertes Prüfverfahren fest, das nur erfolgreich abgeschlossen wird, wenn es während der erforderlichen Prüfungsdauer zu keinem Kurzschluss und/oder Unterbrechung kommt. Neben der DIN-Prüfnorm gibt es jedoch rechtliche Grundlagen, die eingehalten werden müssen – und diese können je nach Bundesland variieren. Die genauen Anforderungen sind in den Landesbauverordnungen (LBO) der jeweiligen Bundesländer verankert, basierend auf der Grundlage der Musterbauverordnung (MBO). Laut Leitungsanlagenrichtlinie (LAR) müssen z.B. die Kabel eine Flammwidrigkeit aufweisen, die durch den Einsatz schwer entflammbarer, selbstverlöschender Materialien bei der Herstellung der Kabel sichergestellt wird. Zudem dürfen Funktionserhaltskabel praktisch keine Brandfortleitung herbeiführen und entwickeln im Vergleich zu anderen Kabeln weniger Rauchgas, was die Sicht auf Fluchtwege verbessert. Auch die Isolationsfähigkeit muss bei einer Beflammung mit 840°C für über 180 Minuten erhalten bleiben. So müssen die Systeme in bestimmten Gebäuden einer direkten Beflammung für genau festgelegte Zeiten standhalten. Bei Personenaufzügen z.B. muss der Funktionserhalt zwischen 30 und 60 Minuten und bei Feuerwehraufzügen oder Bettenaufzügen in Krankenhäusern für mindestens 90 Minuten sichergestellt werden. Nur wenn deren Funktion über diese Zeiträume sichergestellt ist, können Menschenleben gerettet werden. Daraus ergeben sich u.a. die Bezeichnungen E30, E60 und E90.
Funktionserhalt zum Schutz von Leben
Der Funktionserhalt ist ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudetechnik, der nicht nur den Schutz von Menschen und Tieren, sondern auch den Erhalt der Gebäudestruktur und der darin enthaltenen Werte sicherstellt. Die Niedax Group bietet hierfür geprüfte Kabelmanagementsysteme an, die den hohen Anforderungen des Brandschutzes gerecht werden. In Zukunft werden technologische Innovationen weiterhin eine entscheidende Rolle spielen, um den Brandschutz und den Funktionserhalt von Elektroinstallationen weiter zu optimieren und für eine noch höhere Sicherheit in Gebäuden zu sorgen.
















