Smart Grid mit KNX

Alfred Vrieling, Geschäftsführer der Insta GmbH, gibt uns einen Einblick in das neue Produktportfolio.
Alfred Vrieling, Geschäftsführer der Insta GmbH, gibt uns einen Einblick in das neue Produktportfolio. Bild: Insta GmbH

Das KNX Smart Grid Interface wertet Informationen über den Energiehaushalt von PV-Anlage und Smart Meter aus dem KNX aus und nutzt diese Daten zur Ansteuerung der Betriebsarten von Wärmepumpen. Eine Verbindung mit dem Smart Grid wird über die standardisierte SG-Ready-Schnittstelle ermöglicht. Die Neuentwicklung sorgt so dafür, dass die Wärmepumpe genau dann in Betrieb ist, wenn es für Anwender am kostengünstigsten ist, was langfristig eine Reduzierung der Energiekosten bedeutet. Die Lösungen der Autaric Serie richten sich an Eigenheimbesitzer ebenso wie an gewerblich tätige Systemintegratoren und stellen einen neuen Produktbereich bei Insta dar. Wie dieser Schritt gekommen ist und was die Gedanken dahinter waren, erklärt uns Geschäftsführer Alfred Vrieling.

Sie haben in Ihrem Produktsortiment mit Autaric das Thema Energiemanagement hinzugenommen. Wie kam dieser Schritt?

Alfred Vrieling: Unser Unternehmen kommt stark aus der KNX-Aktorik und KNX-Sensorik. Wir haben wahrgenommen, dass die Themen Energiemanagement und Netzentgelte, gerade mit dem Energiewirtschaftsgesetz § 14A seit dem 1. Januar, immer wichtiger werden. Das Interesse, seinen Eigenverbrauch zu Hause zu optimieren, steigt weiter. Parallel haben wir in Europa einen großen Anteil KNX-Anlagen. Da wollen die Nutzer und Nutzerinnen, die sich einmal Taster und Aktorik in KNX gekauft haben, alles Weitere gerne in ihrem vorhandenen System abbilden, ohne zu einer weiteren App greifen zu müssen. Und die wollen natürlich ebenfalls ihren Eigenverbrauch einfach optimieren können.

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Das KNX Smart Grid Interface wertet Informationen über den Energiehaushalt von PV-Anlage und Smart Meter aus dem KNX aus und nutzt diese Daten zur Ansteuerung der Betriebsarten von Wärmepumpen. – Bild: Insta GmbH

Welche Schnittstelle besetzen Sie dabei mit dem neuen Produkt?

Alfred Vrieling: Das Ungünstigste, was man als Prosumer haben möchte, ist, dass der Strom für 8 Cent ins Netz einfließt und man ihn effektiver hätte für die eigenen Anwendungen verwenden können. Diese Schnittstelle wollen wir bedienen. Einmal natürlich mit dem Thema Energiewirtschaftsgesetz bzw. Smart Grid Ready, was der § 14A in Zukunft erforderlich macht. Die Wärmepumpe kann einfach über unser Smart Grid Ready Interface von extern bedient werden, was zur Pflicht wird. Gleichzeitig geht es natürlich um die Optimierung des gesamten Prozesses. Wir können mit unserer Lösung direkt aus dem Wechselrichter ein Signal geben: „Pass auf, es gibt jetzt Überschuss!“. Dann können wir die Wärmepumpe in unterschiedliche Status schalten. Oder wir geben, und das wäre die dritte Variante, aus dem KNX-Bereich direkt heraus die Befehle für das Energiemanagement.

Wo liegt da der Vorteil gegenüber anderen Lösungen, z.B. einem HEMS?

Alfred Vrieling: In diesen Bereichen bietet das Produkt einen günstigen Ansatz für die Vernetzung. Denn ich brauche dafür nicht unbedingt direkt ein komplettes Home Energy Management System. Das macht oft nur dann Sinn, wenn ich viele Komponenten im Haus miteinander vernetzen möchte. Oftmals haben wir aber einfach PV-Anlage mit Wärmepumpe. Das ist meistens der erste Schritt. Und wenn wir dann den Energiefluss optimieren möchten über KNX, kann man sich natürlich noch weitere Produkte besorgen, z.B. in Richtung Elektromobilität. Da setzen wir mit KNX auf ein großes Vernetzungspotenzial, das nachträglich ergänzt werden kann und was nicht proprietär ist.

In welche Richtung soll sich das Geschäftsfeld weiterentwickeln?

Alfred Vrieling: Natürlich muss das Geschäftsfeld weiter nahe an unserer Kernkompetenz liegen. Die hat sehr stark etwas mit Protokollen zu tun. Man kann sich also durchaus vorstellen, das Produkt auch noch mal mit anderen Protokollen auf den Markt zu bringen. Und dann gibt es noch mehrere Teilnehmer, die wir in der Zukunft natürlich im Gebäude sehen. Das muss alles vernetzt und organisiert werden. Aber das ist ein etwas größerer Schritt und wir wollen uns jetzt erst einmal mit diesem Produkt in dieses neue Segment hinein bewegen.

Wie war das erste Feedback zum Produkt?

Alfred Vrieling: Durchaus sehr positiv, gerade von vielen Händlern. Die Einfachheit wurde gelobt, dass ich nicht direkt auf die große Lösung gehen muss. Großer Vorteil ist natürlich auch, dass wir die Software schon so vorbereitet haben, dass sie sehr einfach in Betrieb zu nehmen ist. Natürlich kann man mit Schaltaktorik auch selbst das eine oder andere programmieren. Aber die Zeit, die ich dafür brauche, ist lang. Und wir haben die Use Cases eigentlich direkt schon in der ETS. Wir haben auch schon die ersten Bestellungen hier im Hause. Ich gehe davon aus, Ende Mai wird das Produkt auch für die Auslieferung verfügbar sein. Und natürlich sind auf der Light + Building auch schon erste Ideen gekommen, wo die Weiterentwicklung der Produktserie hingehen kann.

Wir sind gespannt, wo die Reise noch hin geht. Vielen Dank für den Einblick!

Über Insta
Die Insta GmbH ist ein Elektronikspezialist mit Sitz in Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. Mit rund 500 Mitarbeitenden erwirtschaftet die Insta GmbH etwa 75 Millionen Euro Umsatz mit Produkten und OEM-Komponenten: vom Dimmer für LED-Leuchten bis hin zu Lösungen rund um das Internet of Things. Das Unternehmen ist seit über 50 Jahren mit Lösungen in der Gebäude- und Lichtautomation am Markt und Mitbegründer der KNX Association – Vernetzung ist also seit langem ein Schwerpunktthema. Insta wurde 1970 als Joint Venture von deutschen Steckdosen- und Schalterherstellern gegründet – bis heute sind die Gira und Albrecht Jung je zur Hälfte die Gesellschafter des Unternehmens.