Sicherheit in der PV-Feldinstallation

Sicherheit in
der PV-Feldinstallation

Richtige Auswahl und Auslegung der Installationskomponenten

Bei der Komponentenauswahl für PV-Systeme stehen PV-Module und Wechselrichter im Fokus – den Installationskomponenten wird oft nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei schlummert dort ein hohes Risiko-, aber auch Effizienzpotenzial. Hier setzen die PV-Steckverbinder aus dem Sunclix-Programm an – die Anlage wird damit sicherer und wirtschaftlicher.
Eine typische PV-Anlage besteht aus einer größeren Anzahl von PV-Modulen, die auf Gestellen oder Schienen montiert werden, einem oder mehreren Wechselrichtern, Schutz- und Überwachungseinrichtungen sowie Kommunikationsgeräten. Bei größeren Anlagen werden die Module vor einem Zentralwechselrichter in sogenannten Geräteanschlusskästen – auch GAK genannt – zusammengeführt. Die Anbieter der Wechselrichter überbieten sich mit Effizienzrekorden von nahezu 100%; und auch die Modulhersteller preisen höchste Wirkungsgrade und beste Erträge ihrer Ware an. Diese und weitere Daten dienen Planern und Projektierern von PV-Systemen dann bei der Kaufentscheidung.

Verbindungstechnik wird oft unterschätzt

Zur Verbindung der aufgeführten Einzelkomponenten werden Leitungen und Verbindungstechnik benötigt. Hierbei erfolgt die Auslegung häufig nach Tabellen und Vorgaben der Planungs-Software. Um die Anfangsinvestition niedrig zu halten und das Angebot an den Endkunden attraktiv zu gestalten, werden die Leitungsquerschnitte minimal ausgelegt. Dass dadurch höhere Wärmeverluste in den Kabeln auftreten, wird dem Endkunden oft verschwiegen. Diese Verluste führen zu Ertragseinbußen, die sich über die Lebensdauer der Anlage zu sechsstelligen Beträgen addieren können. Ähnliches passiert bei der Verbindungstechnik. Auch hier entscheiden die Preise häufig über die Auswahl der Komponenten. Hier schlummert ein oft verkanntes Potenzial – sowohl im positiven Sinne bei der Verlust-Minimierung – als auch im negativen Sinne.

Pseudo-kompatible DC-Steckverbinder als Risiko

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) in Freiburg hat zusammen mit dem TÜV Rheinland und weiteren Partnern hierzu wichtige Erkenntnisse gewonnen. In den Ergebnissen einer Risikoanalyse zu Brand- und Fehlerursachen in PV-Systemen taucht der DC-Steckverbinder gleich viermal auf den vorderen Rängen auf. Das höchste Risiko überhaupt stellt die Verwendung von DC-Steckern unterschiedlicher Hersteller dar. An dritter Stelle in der Gesamtauswertung steht das mängelbehaftete Anschließen von DC-Steckverbindern während der Installation mittels Crimpen. Auf weiteren Plätzen folgen fehlerhaftes Verrasten der DC-Steckverbinder sowie beschädigte Stecker. Für die PV-Installation bieten zahlreiche Hersteller DC-Steckverbinder an. Die meisten sind dabei so ausgeführt, dass sie sich mit dem wohl bekanntesten Vertreter des Schweizer Anbieters Multi-Contact – dem MC4-Stecker – verbinden lassen. Diese Angleichung des Stecker-Designs bezeichnen die Anbieter fälschlich als Kompatibilität: Kompatibel zum Quasi-Industriestandard oder MC4-kompatibel lauten die Werbebotschaften. Schaut man genauer hin, bringt diese Angleichung keinen Vorteil – das hat auch die oben erwähnte Projektgruppe herausgefunden. Sofern nicht alle Steckverbinder-Komponenten aufeinander abgestimmt sind, birgt die Anwendung unkalkulierbare Risiken. Unterschiedliche Metalloberflächen führen zu Korrosion, zu erhöhten Übergangswiderständen und somit letztlich zu Ertragsverlusten. Erwärmen sich die Stecker zu stark, kann es zum Ausfall der Anlage und sogar zu Bränden kommen. Aus Kunststoffen und Dichtungsmaterialien können Zusatzstoffe wie Weichmacher austreten, die wiederum die mechanische Stabilität anderer Kunststoffe beeinträchtigen können. Ähnliches gilt für Hilfsstoffe während der Metallteile- und Kunststofffertigung. Bereits nach kurzer Betriebszeit kommt es zu Versprödungen der Steckergehäuse und zu Brüchen. Der Berührschutz spannungsführender Teile ist dann nicht mehr gegeben.

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

Phoenix Contact GmbH & Co. KG
www.phoenixcontact.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Sicherheit in
der PV-Feldinstallation

Richtige Auswahl und Auslegung der Installationskomponenten

Bei der Komponentenauswahl für PV-Systeme stehen PV-Module und Wechselrichter im Fokus – den Installationskomponenten wird oft nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei schlummert dort ein hohes Risiko-, aber auch Effizienzpotenzial. Hier setzen die PV-Steckverbinder aus dem Sunclix-Programm an – die Anlage wird damit sicherer und wirtschaftlicher.
Eine typische PV-Anlage besteht aus einer größeren Anzahl von PV-Modulen, die auf Gestellen oder Schienen montiert werden, einem oder mehreren Wechselrichtern, Schutz- und Überwachungseinrichtungen sowie Kommunikationsgeräten. Bei größeren Anlagen werden die Module vor einem Zentralwechselrichter in sogenannten Geräteanschlusskästen – auch GAK genannt – zusammengeführt. Die Anbieter der Wechselrichter überbieten sich mit Effizienzrekorden von nahezu 100%; und auch die Modulhersteller preisen höchste Wirkungsgrade und beste Erträge ihrer Ware an. Diese und weitere Daten dienen Planern und Projektierern von PV-Systemen dann bei der Kaufentscheidung.

Verbindungstechnik wird oft unterschätzt

Zur Verbindung der aufgeführten Einzelkomponenten werden Leitungen und Verbindungstechnik benötigt. Hierbei erfolgt die Auslegung häufig nach Tabellen und Vorgaben der Planungs-Software. Um die Anfangsinvestition niedrig zu halten und das Angebot an den Endkunden attraktiv zu gestalten, werden die Leitungsquerschnitte minimal ausgelegt. Dass dadurch höhere Wärmeverluste in den Kabeln auftreten, wird dem Endkunden oft verschwiegen. Diese Verluste führen zu Ertragseinbußen, die sich über die Lebensdauer der Anlage zu sechsstelligen Beträgen addieren können. Ähnliches passiert bei der Verbindungstechnik. Auch hier entscheiden die Preise häufig über die Auswahl der Komponenten. Hier schlummert ein oft verkanntes Potenzial – sowohl im positiven Sinne bei der Verlust-Minimierung – als auch im negativen Sinne.

Pseudo-kompatible DC-Steckverbinder als Risiko

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) in Freiburg hat zusammen mit dem TÜV Rheinland und weiteren Partnern hierzu wichtige Erkenntnisse gewonnen. In den Ergebnissen einer Risikoanalyse zu Brand- und Fehlerursachen in PV-Systemen taucht der DC-Steckverbinder gleich viermal auf den vorderen Rängen auf. Das höchste Risiko überhaupt stellt die Verwendung von DC-Steckern unterschiedlicher Hersteller dar. An dritter Stelle in der Gesamtauswertung steht das mängelbehaftete Anschließen von DC-Steckverbindern während der Installation mittels Crimpen. Auf weiteren Plätzen folgen fehlerhaftes Verrasten der DC-Steckverbinder sowie beschädigte Stecker. Für die PV-Installation bieten zahlreiche Hersteller DC-Steckverbinder an. Die meisten sind dabei so ausgeführt, dass sie sich mit dem wohl bekanntesten Vertreter des Schweizer Anbieters Multi-Contact – dem MC4-Stecker – verbinden lassen. Diese Angleichung des Stecker-Designs bezeichnen die Anbieter fälschlich als Kompatibilität: Kompatibel zum Quasi-Industriestandard oder MC4-kompatibel lauten die Werbebotschaften. Schaut man genauer hin, bringt diese Angleichung keinen Vorteil – das hat auch die oben erwähnte Projektgruppe herausgefunden. Sofern nicht alle Steckverbinder-Komponenten aufeinander abgestimmt sind, birgt die Anwendung unkalkulierbare Risiken. Unterschiedliche Metalloberflächen führen zu Korrosion, zu erhöhten Übergangswiderständen und somit letztlich zu Ertragsverlusten. Erwärmen sich die Stecker zu stark, kann es zum Ausfall der Anlage und sogar zu Bränden kommen. Aus Kunststoffen und Dichtungsmaterialien können Zusatzstoffe wie Weichmacher austreten, die wiederum die mechanische Stabilität anderer Kunststoffe beeinträchtigen können. Ähnliches gilt für Hilfsstoffe während der Metallteile- und Kunststofffertigung. Bereits nach kurzer Betriebszeit kommt es zu Versprödungen der Steckergehäuse und zu Brüchen. Der Berührschutz spannungsführender Teile ist dann nicht mehr gegeben.

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

Bild: Fluke Deutschland GmbH
Bild: Fluke Deutschland GmbH
Messung der Netzqualität bei Solaranlagen

Messung der Netzqualität bei Solaranlagen

Der Markt für erneuerbare Energien wächst rasant und stellt neue Herausforderungen an qualifizierte Techniker, die die Solaranlagen und Windparks der Zukunft in Betrieb nehmen und warten sollen. Mark Bakker, Field Application Engineer bei Fluke, geht auf die Bedeutung der Netzqualitätsmessung für Solaranlagen näher ein und erklärt die Fallstricke und korrekten Herangehensweisen im Interview.

Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH
Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH
Premiere für Cylon

Premiere für Cylon

Bauer Elektroanlagen realisiert über alle elektrotechnischen Leistungsbereiche hinweg Anlagentechnik aus einer Hand. Das Unternehmen demonstriert an seiner Berliner Niederlassung, was mit moderner Gebäudeautomation heute alles möglich ist: Der Neubau auf dem Firmengelände im Stadtteil Adlershof ist energieautark konzipiert und speist überschüssigen Photovoltaikstrom automatisch in Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ein. Sämtliche Steuerungssysteme basieren auf offenen Standards zur intelligenten Gebäudevernetzung. Als technologisches Novum sorgen dabei erstmals Lösungen von ABB Cylon.

Bild: Gifas Electric GmbH
Bild: Gifas Electric GmbH
Beleuchteter LED-Handlauf für mehr Sicherheit

Beleuchteter LED-Handlauf für mehr Sicherheit

Für die Modernisierung einer Notfalltreppe im Außenbereich eines Gebäudes der Universität Trier wurde eine effiziente und redundante Lichtlösung gesucht, die alle Normen für Treppen im öffentlichen Bereich gemäß DIN EN12464-1 und DGUV Information 208-055 erfüllt. Die Wahl fiel auf das modulare Handlaufsystem LaneLED Inox48 von Gifas, das den Anforderungen an Lichtleistung, Design und Sicherheit gerecht wurde.

Bild: ©Blue Planet Studio/stock.adobe.com
Bild: ©Blue Planet Studio/stock.adobe.com
Long Range Wide Area Network für Smart Cities

Long Range Wide Area Network für Smart Cities

Ursprünglich für das Internet of Things (IoT) entwickelt, wird die Funktechnologie Lorawan – kurz für Long Range Wide Area Network – zunehmend auch von Städten, Kommunen, Liegenschaftsverwaltern und Energieversorgern vorangetrieben. Auch in Smart Cities spielt sie eine wichtige Rolle. Als Alternative zu anderen Funksystemen bietet sich Lorawan vor allem dort als leistungsstarke Lösung an, wo große Reichweiten und hohe Wirtschaftlichkeit wesentlich sind.

Bild: Softing IT Networks GmbH
Bild: Softing IT Networks GmbH
Durchblick im Taschenformat

Durchblick im Taschenformat

Nach der Zertifizierung ist vor der Inbetriebnahme: Moderne Highend-Verdrahtungstester erreichen heute ganz neue Möglichkeiten. Konnten frühere Geräte sich nur über Kupferanschlüsse mit einem aktiven Netzwerk verbinden, deckt die neueste Generation von Testern alle drei Medien (Kupfer-, Glasfaser und WLAN) zum Verbindungsaufbau und Testen der Konnektivität ab. Aber auch die PoE (Power-over-Ethernet)-Leistung einer Verbindung kann mit Geräten der neusten Generation getestet werden.

Bild: Faruk Pinjo
Bild: Faruk Pinjo
Effiziente Beleuchtung für mehr Sicherheit

Effiziente Beleuchtung für mehr Sicherheit

Mit einem zeitgemäßen Beleuchtungskonzept wirken Parkhäuser einladend und sicher. Darüber hinaus soll Beleuchtung bei möglichst geringem Stromverbrauch für komfortable Orientierung sorgen. Diese Aspekte hat Zumtobel im Rahmen eines Modernisierungsprojekts im Parkhaus des Gundeli-Parks in Basel vereint. Nachhaltigkeit war bei diesem Projekt das Credo – sowohl bei der Geschäftsbeziehung als auch bei der Installation.