
Erstmals seit 2014 verzeichnen die E-Handwerke einen Rückgang bei den Auszubildenden. Dafür steigt die Zahl der weiblichen Auszubildenden. Bereits 2024 ging die Zahl der Neuverträge leicht zurück. Dieser Trend setzt sich 2025 fort. Bei der Gesamtzahl der Auszubildenden verzeichnen die E-Handwerke ebenfalls – und erstmals seit 2014 – einen geringfügigen Rückgang um 0,2%. Mit 46.403 Auszubildenden wird dennoch der zweithöchste Wert der letzten 20 Jahre erreicht. Erfreulich: Die Zahl der weiblichen Lehrlinge stieg mit 4,6% deutlich an.
Zwei Berufe besonders von Rückgängen betroffen
Der Rückgang verteilt sich nicht gleichmäßig auf die fünf e-handwerklichen Berufe. So sind die Rückgänge im Bereich ‚Informationselektroniker/-in‘ (-1,9%) und ‚Elektroniker/-in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik‘ (-2,0%) überdurchschnittlich hoch. Im Beruf ‚Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik‘ (EEGT), der den Löwenanteil der Auszubildenden stellt, sank die Zahl hingegen nur unwesentlich, von 41.397 auf 41.379.
EMA und GSI mit leichten Zugewinnen
Beim ‚Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik‘ gab es entgegen dem Trend der letzten Jahre sogar ein minimales Wachstum von 0,1%. Das deutlichste Wachstum konnte mit 4,0% jedoch der Beruf ‚Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration‘ (GSI) verbuchen. Der noch recht neue Beruf stellt allerdings auch nur einen kleinen Anteil der Auszubildenden.
Frauenanteil steigt weiter
Ein erfreulich großes Plus war 2025 bei der Zahl der weiblichen Auszubildenden in den E-Handwerken zu verzeichnen. Hier gab es ein Wachstum von 4,6% auf 1.492 Auszubildende (2024: 1.426). Damit steigt der Frauenanteil in den E-Handwerken von 3,1 auf 3,2% leicht an.
„Die aktuellen Rückgänge sind auch der wirtschaftlich schwierigen Lage geschuldet. Einmal mehr müssen wir deshalb die Bundesregierung auffordern, endlich mit einer verlässlichen Wirtschaftspolitik für Wachstumsbedingungen in den Zukunftsfeldern zu sorgen,“ so Jörg Feddern, ZVEH-Vizepräsident Technik & Bildung. Dabei macht Feddern auch deutlich: „Trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage werden wir mit unseren Nachwuchsmarketing-Aktivitäten nicht nachlassen. Der Anstieg bei den weiblichen Auszubildenden beweist, wie erfolgreich diese sind.“
Neuverträge ebenfalls rückläufig
Bei den Neuverträgen setzt sich der in 2024 begonnene Rückgang fort. So sank die Zahl der Neuverträge von 15.803 auf 15.552 (-1,6%). Allerdings ergibt sich hier – bezogen auf die Berufe – ein leicht anderes Bild. So kam es nur im Beruf ‚Informationselektroniker/-in‘ zu einem Anstieg um 1,0% (von 879 auf 888 Neuverträge). Alle anderen Bereiche waren durch Rückgänge gekennzeichnet. Beim ‚Elektroniker/-in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik‘ fiel der Rückgang mit 11,9% besonders hoch aus.
Entscheidend für die Zukunft: Zahl der bestandenen Gesellenprüfungen
Die Zahl der Auszubildenden und der Neuverträge gibt Auskunft darüber, wie viele junge Menschen sich für eine Ausbildung in den E-Handwerken entschieden haben. Mindestens ebenso wichtig: die Zahl der (erfolgreich bestandenen) Gesellenprüfungen. Denn sie lässt Rückschlüsse auf die Nachwuchspower zu, die dem Gewerk tatsächlich zur Verfügung steht. 2025 waren auch hier Rückgänge zu verzeichnen. Während die Zahl der Gesellenprüfungen von 12.656 in 2024 auf 12.410 in 2025 (-1,9%) zurückging, sank die Anzahl derjenigen, die ihre Prüfung erfolgreich bestanden haben, sogar um 2,2% (2024: 9.811 / 2025: 9.596).


















