BIM: Investition in die Zukunft

Building Information Modeling

Investition in die Zukunft

Jetzt wird es ernst: Ab 2020 wird Building Information Modeling (BIM) auch in Deutschland bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für Infrastruktur- und Bauprojekte gesetzlich eingefordert. International ist der Einsatz von BIM bei der Planung und Durchführung von Bauprojekten schon etabliert. Manche Länder haben die europäische Empfehlung sogar als verpflichtende Anforderungen bei der öffentlichen Auftragsvergabe umgesetzt, manche nur als Option. Fest steht, dass die Planung und Bestandspflege von Gebäuden sowie Anlagen zukünftig mehr und mehr digital abgebildet werden. Der Einsatz von BIM verspricht durch Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen einen handfesten Wettbewerbsvorteil.

 (Bild: Schneider Electric GmbH)

(Bild: Schneider Electric GmbH)

Bereits in der Planungsphase eines Gebäudes oder einer Produktionsanlage verringert sich durch den Einsatz von BIM die Fehlerquote um 61 Prozent. Während der Bauarbeiten reduzieren sich Korrekturen und Kosten um gut ein Drittel. Ist das Gebäude oder die Anlage dann in Betrieb und wird über mehrere Jahrzehnte gewartet, liegt zu jeder Zeit eine umfassende Dokumentation aller Komponenten und Materialien vor. Fehlerursachen können so problemlos behoben werden, Produktionsausfälle und Flächenleerstände reduzieren sich drastisch. Ein Blick auf die heutige Situation verdeutlicht den Handlungsbedarf: 60 Prozent aller Bauprojekte überschreiten schon in der Planungsphase den Budget- und Terminplan – was mit einer sogenannten Kollisionsprüfung vermeidbar wäre. Ein Beispiel aus dem Schaltschrankbau verdeutlicht die Vorteile dieser Kollisionsprüfung: Um sicherzustellen, dass eine Schaltanlage auch in den für sie vorgesehenen Raum passt, ist es sinnvoll, dem zuständigen Architekten die Konfiguration mit Abmessungen inklusive der Sperrräume zur Verfügung zu stellen, damit dieser sie bei der Raumplanung berücksichtigen kann. Gerade die Sperrräume werden bei der Planung gerne vergessen – mit teuren Folgen. Denn die Norm zur Errichtung von Schaltanlagen fordert bei geöffneter Schaltschranktür einen Meter Abstand zur Wand. Die Abgleichung eines 3D-Modells des Raums mit entsprechender technischer Gebäudeausrüstung wie Wasserleitungen oder Sprinkleranlage mit einem 3D-Modell der Schaltanlage einschließlich der Sperrräume, würde vor bösen Überraschungen schützen. Durch solche Fehlplanungen entfallen in der anschließenden Bauphase noch 30 Prozent der Baukosten auf Korrekturen. Im Gebäudemanagement, das sich über den gesamten Lebenszyklus hinwegzieht, sind 55 Prozent aller Instandhaltungsmaßnahmen reaktiv, das heißt, es sind bereits Fehler aufgetreten, die Stillstände, Produktionsausfälle und Kosten verursacht haben, bevor korrigierende Maßnahmen eingeleitet wurden.

Datenpool – umfassend und validiert

BIM-Module gibt es heute in allen gängigen CAD- und anderen Software-Anwendungen. Herzstück ist dabei die bSDD (BuildingSmart Data Dictionary), eine von allen Akteuren nutzbare Bibliothek. BuildingSmart International setzt als Standardisierungsorganisation für das Bauwesen sowie für Gebäude- und Vermögensanlagen ganz auf offene Standards bei der digitalen Darstellung und dem Austausch von Gebäudedaten. Mit der Bibliothek bSDD stellt die Organisation über einen Webservice weltweit eine Plattform für Normen, Definitionen, Eigenschaften und für eindeutige digitale Identifikationsmerkmale zur Verfügung. Eingebunden sind auch die elektronischen Kataloge des international normenkonformen Datenstandards eCl@ss: Branchenübergreifend sind hier Produkte und Dienstleistungen klassifiziert – von der obersten Produktkategorie bis hin zu individuellen technischen Merkblättern. Mehr als 3.500 Unternehmen weltweit setzen den Industriestandard zur Klassifizierung und Beschreibung ihrer Angebote ein. Um die Gebäude und Anlagen hier in den Fokus zu rücken, wurde eigens eine BIM-Taskforce eingerichtet.

Experten aus Industrie und Verbänden

Neben weiteren Unternehmen aus der Baubranche sowie Softwareherstellern wie Amperesoft und Zuken, hat sich auch Schneider Electric diesem Expertenkreis angeschlossen. Der Entwickler von Energieverteilungs- und Gebäudeautomationssystemen verfolgt seit längerem die Strategie der offenen Standards und sieht in der Kooperation von eCl@ss und BuildingSmart International eine weitere Beschleunigung der digitalen Transformation in der Baubranche und der Industrie. Ein weiterer Player der Taskforce ist der Fachverband Automation + Management für Haus + Gebäude (FV AMG) des VDMA. Und obwohl Verbände und global agierende Unternehmen das Potenzial von BIM besonders in der Betreiberphase von Gebäuden und Anlagen beschwören, ist die Akzeptanz bei Betreibern, Facility Managern und Serviceunternehmen noch verhalten.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Schneider Electric GmbH
www.schneider-electric.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Schnabl Stecktechnik GmbH
Bild: Schnabl Stecktechnik GmbH
Befestigungslösungen steigern Effizienz

Befestigungslösungen steigern Effizienz

Für Großbaustellen müssen Monate – manchmal auch Jahre – für die Verlegung aller Installationen eingeplant werden: Die Ressourcen müssen ausreichend, aber möglichst optimal eingeplant werden, Materialien bestellt und alle Eventualitäten berücksichtigt werden. Und sind dann endlich alle Leitungen verlegt, gibt es oftmals doch noch Änderungen. Eine nicht nur ärgerliche, sondern vor allem zeitintensive Situation für Elektrohandwerksbetriebe, die besonders bei komplexen Installationen in Smart Buildings häufig vorkommt.

Anzeige

Anzeige

Anzeige