„So ein KNX-Aktor muss doch mehr können!“
Innovationskraft im deutschen Mittelstand
Das mittelständische Unternehmen MDT technologies entwickelt und produziert KNX-Technologie im oberbergischen Engelskirchen, nahe Köln. Jeden Tag verlassen Tausende smarte Produkte - Sensoren, Aktoren, Taster, Steuerungen, Anzeigen - das Werk. Dass sich das Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten kann, liegt unter anderem an der ständigen Weiterentwicklung des Sortiments. Erst kürzlich hat der Hersteller seinen Markenauftritt überarbeitet. Die GEBÄUDEDIGITAL betrachtet Geschichte und Produkte einmal genauer - und spricht mit CEO Roger Karner über Zukunftspläne und den neuen Auftritt.
Bild: ©Halfpoint/stock.adobe.com / MDT technologies GmbH
Bild: ©Halfpoint/stock.adobe.com / MDT technologies GmbH

Die Unternehmensgeschichte des Mittelständlers beginnt im Jahr 1983 unter dem Firmennamen MCI Computer. Wie der Name schon sagt, stellte das Unternehmen damals Personal Computer her. Außerdem wurden am Standort Arbeitsspeicher mit dem Markennamen MDT produziert. Ab dem Jahr 1996 konzentrierte man sich ganz auf die Arbeitsspeicherproduktion. In dieser Phase begründeten sich die Ursprünge der flexiblen Produktionsabläufe im Unternehmen, denn damals hieß es: Morgens bestellt – abends geliefert. Als der Markenname der Arbeitsspeicher immer öfter mit dem Firmennamen gleichgesetzt wurde, wurde das Unternehmen 2005 offiziell von MCI in MDT technologies umbenannt.

Fokus: KNX-Technologie

Der Gründungsgedanke des MDT KNX-Sortiments kam Gründer Hans-Joachim Kremer auf seiner privaten Baustelle: „So ein KNX-Aktor muss doch mehr können!“. Darauf folgte eine mehrjährige Entwicklung und die Umstellung der bis dahin auf Arbeitsspeicher spezialisierten Produktion auf KNX-Produkte. 2009 ging dann das erste Sortiment mit 29 KNX Aktorik-Produkten an den Markt. Darunter war auch ein Binäreingänge mit integrierter Logikfunktion – eine Kombination, die es zuvor so noch in keinem Produkt gab. Bis heute zieht sich der Kerngedanke, dem Anwender mehr Funktionalität zu bieten, durch die Produktpalette. Im Tasterbereich wurde früh auf zeitloses Design gesetzt: 2012 präsentierte das Unternehmen den ersten Glastaster. Dieser hat vier oder acht kapazitive Tasten und lässt sich durch eine Folie beschriften, die hinter das Glas geschoben wird. So kann der Nutzer die Beschriftung ändern, wenn er die Tasten anders belegt. Das Modell erfreut sich auch nach zehn Jahren noch so großer Beliebtheit, dass es noch immer im MDT Sortiment zu finden ist.

Bild: MDT technologies GmbH
Der Glastaster II Smart ermöglicht Funktionen auf bis zu 3 Ebenen. – Bild: MDT technologies GmbH

Flexibilität im Vordergrund

Einen großen Schritt machte MDT mit der Entwicklung des Glastasters II Smart. Auch hier stand der Gedanke der Flexibilität im Vordergrund. Durch das Display in der Mitte des Tasters können die sechs Tasten frei beschriftet werden, und das in der gewünschten Sprache. Neben die Tasten kann jeweils ein Symbol geladen werden. Dabei können Systemintegratoren auch individuelle Symbole für ihre Kunden hochladen. Die Helligkeit des Displays passt sich durch den integrierten Helligkeitssensor der Umgebungshelligkeit an. Eine weitere Neuentwicklung beim Taster sind die Ebenen, die durch das Display ermöglicht werden. Der Systemintegrator kann wählen, ob er den Glastaster mit 3×4 oder mit 2×6 Funktionen belegt. So sind zwölf Funktionen auf 2-3 Ebenen möglich, wodurch oftmals weitere Taster im Raum überflüssig werden. Die zusätzliche Patsch-Funktion sorgt für Komfort, wenn sie z.B. als Zentral-Aus für den Raum genutzt wird: Wenn die Hand komplett auf den Taster gelegt wird, werden alle Lichter ausgeschaltet. Für Nutzer, die mechanische Tasten bevorzugen, hat das Unternehmen 2018 den Taster Smart 86 entwickelt. Dieser verfügt über die Funktionen des Glastasters, hat jedoch ein Kunststoffgehäuse und mechanische Tasten. Damit die Nutzer auch im Dunkeln die richtige Taste finden, haben die Entwickler von MDT diese mit Fingermulden versehen. So lässt sich die richtige Taste einfach ertasten.

Ein Plus an Funktionen

Ein Plus an Funktionsvielfalt wurde auch 2019 für den Glastaster II Light entwickelt. Den Taster gibt es mit einer und zwei Sensorflächen, die einzeln oder als Tastenpaar geschaltet werden können oder mit vier einzelnen Sensorflächen. Jede der kapazitiven Tasten kann mit bis zu drei Funktionen belegt werden, die dann durch einfaches, zweifaches oder dreifaches Tippen auf die Taste abgerufen werden. Häufig werden darüber z.B. Beleuchtungsszenen gesteuert. Der Nutzer schaltet mit einem Tippen die Grundbeleuchtung ein, mit doppeltem Tippen die Ambientebeleuchtung und mit dreifachem Tippen die Vollbeleuchtung. So kann er immer schnell die passende Beleuchtung aktivieren. Eine Besonderheit hat man sich noch für diese Taster überlegt: Die Gruppensteuerung. Bei dieser wird z.B. der Fahrbefehl für eine einzelne Jalousie auf eine Taste gelegt. Derselben Taste werden alle Jalousien des Raumes zusätzlich als Gruppe zugeordnet. Wenn nun die Taste berührt wird und die einzelne Jalousie verfährt, kann der Nutzer die Taste weiter gedrückt halten und löst so einen Fahrbefehl für alle Jalousien aus. So wird eine umfangreiche Funktion über eine einzelne Taste ermöglicht.

Der Taster Smart 55 ermöglicht die flexible Beschriftung seiner vier Tasten.
Der Taster Smart 55 ermöglicht die flexible Beschriftung seiner vier Tasten.Bild: ©zoranm/istock.com / MDT technologies GmbH

Integration in Schaltersysteme

Neben den Glastastern hat MDT auch Kunststofftaster im Sortiment, die sich in gängige Schaltersysteme integrieren lassen. Mit dem Taster Smart brachte MDT 2020 z.B. einen Taster auf den Markt, der auch für diesen Bereich eine einfache und flexible Beschriftung ermöglicht. Durch das Display in der Mitte des Tasters lassen sich alle vier Tasten mit Text und Symbolen versehen. Der neuste Taster im Produktsortiment des Herstellers ist der Jalousietaster Smart. Auch hier haben die Entwickler Wert auf Flexibilität gelegt. Das Farbdisplay informiert den Nutzer jederzeit über den Zustand der Jalousien. Sollte das System die Beschattung nicht verfahren können, z.B. weil der Frostalarm aktiv ist, dann wird der Nutzer darüber informiert. Die integrierte Astroschaltuhr macht eine separate Zeitschaltuhr für die Beschattungssteuerung überflüssig, die zeitgesteuerte Automatisierung der Beschattung kann durch den Taster vorgenommen werden.

Ständig in Entwicklung

Der Fokus der Entwicklung liege immer auf dem Mehrwert für Kunden, sei es in der Funktionsvielfalt, im Bedienkomfort oder im Design, so das Unternehmen. Diese Innovationskraft sei auch der Grund für den Erfolg des Unternehmens am umkämpften KNX-Markt. Im Januar 2022 erhielt MDT dafür den Top 100 Award des deutschen Mittelstandes – das siebte Jahr in Folge. CEO Roger Karner hat noch einiges vor: „Unsere Mitarbeiter haben Spaß an der Entwicklung innovativer Lösungen. Es sind so viele Ideen in unseren Köpfen, dass wir uns um die nächsten Jahre keine Sorgen machen brauchen. Ich freue mich auf die Light & Building im Oktober, wo wir unsere diesjährigen Neuheiten zeigen werden.“ Mehr über seine Pläne erzählte er der GEBÄUDEDIGITAL im Interview.

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