Verantwortung und Digitalisierung im Fokus

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Bild: ZVEH

Nach der Mitgliederversammlung standen bei der ZVEH-Jahrestagung in Goslar (22. – 24.05.) am 23. Mai die öffentliche Festveranstaltung sowie die Verleihung der E-Markenpartner-Preise auf der Agenda. ZVEH-Präsident Stefan Ehinger hob auf dem Treffen die Bedeutung einer stabilen, marktorientierten Energiepolitik, Digitalisierung und Demokratie für den Wirtschaftsstandort Deutschland hervor.

Ehinger betonte die Verantwortung von Wirtschaft und Politik für den durch Energiewende und Digitalisierung getriebenen Transformationsprozess: „Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Und zu Wirtschaft zähle ich auch die Handwerksverbände, die als tragende Säule in einem Gemeinwesen die Verantwortung haben, Zukunft mitzugestalten.“

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ZVEH-Präsident Stefan Ehinger – Bild: ZVEH

Er warnte vor zunehmendem Populismus und Radikalisierung und unterstrich die Bedeutung der Demokratie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Radikale Politik, die Menschen diskriminiert und ausgrenzt, schadet dem Wirtschaftsstandort“, fand Stefan Ehinger klare Worte. Ehinger zitierte dabei den inklusiven Leistungsanspruch des Handwerks: „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern, wo man hin will!“ In seiner Rede sprach Ehinger alle gesellschaftlichen Gruppen an – neben Politik, Wirtschaft und Verbänden auch Bürger, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Institutionen. Ihrer Rolle als „Klimaschützer“ und „Fortschrittmacher“ – das machte der ZVEH-Präsident deutlich – werden die rund 50.000 e-handwerklichen Betriebe in Deutschland auch künftig mit Überzeugung und Tatkraft nachkommen.

Außerdem forderte er eine stärkere Fokussierung auf marktwirtschaftliche Anreizsysteme, wie z.B. eine CO2-Bepreisung, um die politischen Rahmenbedingungen für den Transformationsprozess zu schaffen. Ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung innerhalb der E-Branche liegt nach Ansicht der E-Handwerke außerdem in der Schaffung eines gemeinsamen Datenraums. Dem sich durch Plattformökonomie verändernden Wettbewerb lasse sich nur begegnen, wenn alle Partner im dreistufigen Vertrieb zusammenarbeiten und neben eigenen Digitalisierungsprozessen auch an einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie arbeiten.

„Wir müssen eine Plattform bauen, um die E-Handwerke vor anderen Plattformen zu schützen“, so die Erklärung Ehingers: „In wenigen Jahren wird die Künstliche Intelligenz so viele Projekte gesehen haben, dass sie weiß, wie wir planen und ausführen. Wir glauben deshalb, dass es jetzt Zeit ist, zu handeln, unser Knowhow zu nutzen und gemeinsam mit den Partnern aus Industrie und Großhandel die nächsten Schritte zu gehen. Als deutsches Elektrohandwerk möchten wir, anknüpfend an unsere hohe Innovationskraft im dreistufigen Vertrieb, auch die nächsten Evolutionsschritte unserer Branche mit vorantreiben.“

In seiner Rede umriss der ZVEH-Präsident auch seine Vision, wie die Zukunft des dreistufigen Vertriebs aussehen könnte: „Wir müssen unserem gemeinsamen Kunden ein wettbewerbsfähiges Angebot machen – von der ersten Projektidee des Kunden bis hin zum After Sales.“ Damit machte Ehinger deutlich, dass die E-Handwerke dem Transformationsprozess im Vertrieb offen gegenüberstehen und bereit sind, darauf zu reagieren.