Sicherheitsbedürfnis steigt auf Rekordniveau

SiMon Pressekonferenz 2026 1
Bild: VdS Schadenverhütung GmbH

Wie sicher fühlen sich die Menschen in Deutschland? Welche Risiken beschäftigen Unternehmen – und wie reagieren sie darauf? Antworten liefert der neue Sicherheitsmonitor (SiMon) 2026, den der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung GmbH und die Messe Essen zum Auftakt der Security Essen vorgestellt haben. Für die repräsentative Studie wurden 4.000 Bürgerinnen und Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt. Ein zentrales Ergebnis: Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland steigt auf Rekordniveau. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass insbesondere physische Einbrüche für Unternehmen eine reale Bedrohung darstellen und viele Befragte Defizite beim Schutz kritischer Infrastrukturen sehen. Unternehmen und Privatpersonen reagieren darauf mit konkreten Sicherheitsmaßnahmen und Investitionen.

Sicherheitsbedürfnis nimmt weiter zu

78% der Deutschen geben an, ein starkes Sicherheitsbedürfnis zu haben. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: 2024 waren es 73%, 2025 bereits 77%. Sicherheit hat sich damit als dauerhaft hohes gesellschaftliches Bedürfnis etabliert. Wie brisant das Thema Sicherheit für viele Menschen und Unternehmen ist, zeigt der Blick auf die Erfahrungen mit Einbrüchen:

  • 13% der befragten Privatpersonen berichten von mindestens einem Einbruch in den vergangenen zwei Jahren.
  • Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei Unternehmen aus: 45% waren im selben Zeitraum mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
  • 42% der Unternehmen schätzen die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Sicherheitssysteme VDMA.

Zertifizierung wird zum wichtigsten Vertrauensanker

Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik spielt nachweisbare Qualität eine immer größere Rolle. Erstmals ist die unabhängige Zertifizierung eines Produkts bei Privatpersonen mit 38% das meistgenannte Kaufkriterium. Damit liegt sie vor Empfehlungen, Smart-Home-Funktionen und anderen Produktmerkmalen. Auch Unternehmen setzen bei Investitionsentscheidungen an erster Stelle auf Zertifizierung: 29% nennen sie als wichtiges Kriterium. Weitere relevante Kriterien sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik.

„Wer Sicherheitstechnik kauft, muss darauf vertrauen können, dass sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Dass die unabhängige Zertifizierung laut Sicherheitsmonitor über alle Zielgruppen hinweg zum wichtigsten Vertrauensanker geworden ist, ist daher ein deutliches Zeichen“, erklärt Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH.

Große Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen

Deutliche Defizite sehen die Befragten bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. 60% der Privatpersonen bewerten deren Schutz vor außergewöhnlichen Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Auch rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Verbesserungsbedarf. An den Staat richten Unternehmen klare Erwartungen: 30% sehen in einem verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation eine Maßnahme, durch die auch das eigene Unternehmen besser geschützt wäre.

Die wahrgenommenen Risiken führen bereits jetzt zu Investitionsentscheidungen bei Privatpersonen und Firmen. In den kommenden zwölf Monaten wollen Unternehmen u.a. in Sicherheitskameras (29%), Einbruchmeldetechnik (16,3%), Schließsysteme (15,5%) und Türzusatzsicherungen (15,5%) investieren. Auch in privaten Haushalten ist Einbruchsschutz weit verbreitet. Fast neun von zehn Befragten haben bereits mindestens eine entsprechende Maßnahme umgesetzt. Besonders verbreitet sind Bewegungsmelder, daneben kommen mechanische und elektronische Sicherungslösungen zum Einsatz.