
Das größte Volksfest der Welt wird seit dem Ukrainekrieg zunehmend elektrifiziert, die physische Netzinfrastruktur vor Ort stößt jedoch an ihre Grenzen: Im letzten Jahr kam es in den Festzelten zu mehreren Stromausfällen. Die Stadtwerke München (SWM) könnten die Leistung auf Mittelspannungsebene nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten weiter erhöhen. Elektromeister Matthias Poeting sichert den diesjährigen Betrieb der großen Festzelte von Pschorr-Bräurosl und Löwenbräu nun mit drei Batteriegroßspeichern des Wittenberger Anbieters Tesvolt ab.
Die Gefahr von Stromausfällen ist auf dem Oktoberfest real. Ein großes Festzelt bekommt von den Stadtwerken München eine Anschlussleistung von rund 420kW zur Verfügung gestellt, der reale Bedarf schießt in den Spitzenzeiten aber auf weit über 500kW hoch. Der Netzanschluss läuft in diesen Momenten permanent in der Überlast. Im vergangenen Jahr ging im Löwenbräu-Zelt zweimal komplett das Licht aus, im Pschorr-Bräurosl Zelt traf es die Wirte einmal mitten im laufenden Betrieb. „Ein Stromausfall im voll besetzten Zelt ist der absolute Albtraum für jeden Wirt. Bisher konnten wir bei einer Überlastung des Netzanschlusses innerhalb von fünf Minuten kaum so reagieren, dass das Zelt nicht ausfällt“, erklärt Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München, der seit Jahren für die Elektrik mehrerer großer Wiesnzelte verantwortlich ist. „Dieses Jahr haben wir durch die Batteriespeicher einen Puffer von zwei Stunden.“ Ob Altbau oder Mietwohnung: Smart Home muss nicht kompliziert sein. Mit dem MDT homeXpert® Server lassen sich Jalousien kabellos automatisieren und weitere Funktionen Schritt für Schritt ergänzen – für mehr Komfort und Energieeffizienz. ‣ weiterlesen
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Der Hunger nach Strom hat sich auf der Theresienwiese in kurzer Zeit vervielfacht. Neben dem Verzicht auf Gas seit dem Ukrainekrieg treiben auch neue strenge Abgasvorgaben der Stadt den Umstieg auf Elektroantriebe voran. Allein die Heizstrahler in den Außenbereichen benötigen mittlerweile teilweise um die 150kW pro Zelt. Gerade bei kühlerem Wetter steigen die Lastspitzen stark an, weil die Heizpilze dann sehr viel Strom brauchen. Dieser Strom kommt nun dezentral aus den Batteriespeichersystemen und entlastet den Netzanschluss der Zelte. Die Zelt-Wirte sehen die Stadt in der Pflicht, für ausreichend Strom zu sorgen – doch die physikalischen Grenzen des Netzes sind erreicht. Ein klassischer Ausbau der Netzinfrastruktur sei auf dem Festgelände kaum realisierbar. Die umliegenden Trafostationen arbeiten während der Wiesn am Limit, und eine Erweiterung der Mittelspannung sowie der Niederspannungshauptverteiler (NSHV) stünde wirtschaftlich und logistisch in keinem Verhältnis.
„Die Investition in die Batteriespeicher ist vom Umfang her deutlich geringer als ein tiefgreifender Umbau der Trafostationen und der Netze vor Ort“, erklärt Poeting. „Ein solcher Speicher amortisiert sich in der Praxis voraussichtlich schon nach zwei bis drei Jahren. Außerdem nehmen die Systeme wenig Platz weg – und wenn die Last in den kommenden Jahren noch größer wird, dann erweitern wir das Batteriesystem einfach und fertig.“














