Wenn Türen mitdenken

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Bild: Dormakaba Deutschland GmbH

Automatische Türen sind eine absolute Standardausstattung moderner Gebäude. Doch angesichts steigender Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Nutzerkomfort reicht ein reines Öffnen und Schließen heute nicht mehr aus. Intelligente Türsysteme analysieren daher Bewegungsabläufe, passen das Öffnungs- und Schließverhalten der Türen an die tatsächliche Nutzung an und leisten damit einen messbaren Beitrag zur Optimierung des Gebäudebetriebs. Ein Beispiel dafür ist die von Dormakaba entwickelte Technologie MotionIQ, die für automatische Schiebetüren und Drehflügeltüren verfügbar ist.

Im Mittelpunkt des Systems steht eine intelligente Türsteuerung, die das Bewegungsverhalten von Personen in Echtzeit erfasst und daraus den optimalen Öffnungszeitpunkt sowie die erforderliche Offenhaltezeit berechnet. Anders als herkömmliche Sensorlösungen reagiert MotionIQ nicht allein auf eine Bewegung im Erfassungsbereich, sondern bewertet deren Richtung, Geschwindigkeit und Annäherungswinkel. Dadurch öffnet sich die Tür erst dann, wenn tatsächlich eine Durchgangsabsicht besteht, und schließt unmittelbar nach dem Passieren wieder.

Selbst in dem Fall, dass eine Person sich zunächst einer Tür nähert und dann doch nicht passieren möchte, reagiert der MotionIQ blitzschnell: Blitzschnell bricht die intelligente Steuerung die bereits eingeleitete Öffnungsfahrt ab und lässt die Tür sofort wieder schließen.

Im Mittelpunkt des Systems steht eine intelligente Türsteuerung, die das Bewegungsverhalten erfasst und daraus den Öffnungszeitpunkt sowie die Offenhaltezeit berechnet.
Im Mittelpunkt des Systems steht eine intelligente Türsteuerung, die das Bewegungsverhalten erfasst und daraus den Öffnungszeitpunkt sowie die Offenhaltezeit berechnet. – Bild: Dormakaba Deutschland GmbH

Energieeffizienz steigern, Kosten reduzieren

Der Vorteil liegt vor allem in der Reduzierung unnötiger Türöffnungen und verkürzten Offenhaltezeiten. Gerade bei stark frequentierten Eingangsbereichen beispielsweise in Krankenhäusern, Hotels oder dem Einzelhandel entstehen durch dauerhaft oder unnötig geöffnete Türen erhebliche Wärme- oder Kälteverluste. Mit MotionIQ lassen sich die Energieverluste sowie die damit verbundenen CO2-Emissionen gegenüber konventionellen Türsteuerungen um bis zu 50 Prozent reduzieren, erklärt der Hersteller. Gleichzeitig sinkt die mechanische Belastung der Antriebstechnik, da Fehlöffnungen vermieden werden und sich die Anzahl unnötiger Bewegungszyklen reduziert. Das wirkt sich positiv auf Wartungsaufwand und Lebensdauer der Anlage aus.

Gebäudesicherheit und Komfort

Durch die Kombination verschiedener Lösungen können Betreiber neben einer verbesserten Energieeffizienz auch die Gebäudesicherheit erhöhen. Die Schiebetür ST PRO Green RC3 von Dormakaba ist mit MotionIQ kombinierbar, besitzt darüber hinaus ein thermisch getrenntes Profilsystem und verfügt über einen zertifizierten Einbruchschutz der Klasse RC3. In Kombination mit einer 3-fach-Verglasung lassen sich so niedrige UD-Werte erzielen. Zusammen mit dem Antriebssystems ES Proline lassen sich Türflügelgewichte bis 400kg bewegen.

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MotionIQ reagiert nicht allein auf eine Bewegung im Erfassungsbereich, sondern bewertet deren Richtung, Geschwindigkeit und Annäherungswinkel.
– Bild: Dormakaba Deutschland GmbH

Neben der Energieeffizienz und Sicherheit verbessern intelligente Türsteuerungen auch den Nutzerkomfort. Da Öffnungs- und Schließvorgänge an das tatsächliche Bewegungsverhalten angepasst werden, entstehen flüssigere Personenströme und ein barrierearmer Zugang. Gleichzeitig erhöht die präzisere Steuerung die Betriebssicherheit, da unnötige Türbewegungen vermieden und potenzielle Gefahrsituationen im Eingangsbereich reduziert werden.

MotionIQ im Praxistest

Ebenfalls im Einsatz ist MotionIQ auch im Markt für automatische Drehflügeltüren. Hier wird die Technologie in Kombination mit den Drehflügeltürantrieben ED 100 und ED 250 von Dormakaba eingesetzt. Und das mit positivem Kundenfeedback, wie ein Blick in die Praxis zeigt: Am Zentrum für Innovation, Medizin und Technik (ZIMT) in Bad Kreuznach z.B. wurde eine Tür, die zum Parkplatz führt, mit dem intelligenten Türsystem ausgestattet, damit die Tür insbesondere bei vorbeifahrenden Autos geschlossen bleibt. Dies verdeutlicht, wie intelligente Türsteuerungen die Sicherheit und das Nutzererlebnis verbessern.

Wie robust MotionIQ auch unter extremen Bedingungen arbeitet, untersuchte Dormakaba im norwegischen Resort Sorrisniva – Heimat des nördlichsten Eishotels der Welt. Das saisonale Hotel aus Eis und Schnee stellte hohe Anforderungen an die eingesetzte Gebäudetechnik: Extreme Minustemperaturen, wechselnde Wetterbedingungen und ein kontinuierlicher Besucherstrom verlangten nach zuverlässigen und gleichzeitig energieeffizienten Lösungen. Der Einsatz von MotionIQ optimierte den automatischen Türbetrieb, auch unter diesen herausfordernden, klimatischen Bedingungen, und stellte einen effizienten Personenfluss sicher.

Fazit

Die Beispiele verdeutlichen einen grundlegenden Trend in der Gebäudeautomation: Türen entwickeln sich zunehmend zu intelligenten Komponenten des Gebäudebetriebs. Sensorik, Datenanalyse und vernetzte Steuerung ermöglichen es, Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz miteinander zu verbinden. Damit wird die Zutrittslösung selbst zu einem aktiven Bestandteil nachhaltiger Gebäudekonzepte. n Intelligente Zutrittslösung im Video