Sicherheitsbeleuchtung im Bestand

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Bild: Fischer Akkumulatorentechnik GmbH

Drahtlose Sicherheitsbeleuchtung punktet durch einfache Installation, zuverlässige Kommunikation sowie digitale Prüfbücher und machen so auch Bestandsbauten fit für die Zukunft. Gemäß Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), DIN EN1838 sowie DIN EN50172 ist eine funktionierende Sicherheitsbeleuchtung in nahezu allen öffentlich zugänglichen Gebäuden Pflicht. Doch selbst wenn Systeme installiert sind, bleibt die Frage: Funktionieren sie auch im Ernstfall zuverlässig? Gerade im Bestand wurde Sicherheitsbeleuchtung oft nachträglich und nicht zentral geplant verbaut. Viele dieser Anlagen sind veraltet oder genügen nicht mehr den aktuellen Normen. Hinzu kommt der hohe Wartungsaufwand: Manuelles Prüfen jeder einzelnen Notleuchte ist zeit- und kostenintensiv und birgt die Gefahr menschlicher Fehler.

Verbindung der Sicherheitsleuchten mit dem ECC3 Control- und Bedienpanel über ein selbstheilendes Mesh-Netzwerk.
Verbindung der Sicherheitsleuchten mit dem ECC3 Control- und Bedienpanel über ein selbstheilendes Mesh-Netzwerk.Bild: Fischer Akkumulatorentechnik GmbH

Warum Sicherheitsbeleuchtung heute digital gedacht werden muss

Abhilfe schaffen hier moderne, digitale Systeme mit zentraler Überwachung und automatisiertem Prüfbuch. Diese dokumentieren die Funktionalität automatisch und erfüllen so die Anforderungen der DIN EN50172:2024-10 zur selbstprüfenden Sicherheitsbeleuchtung. Der Gebäudebetreiber erhält eine transparente, rechtssichere Dokumentation ohne zusätzlichen Prüfaufwand.

Zentrale Verwaltung und Überwachung der Sicherheitsbeleuchtung über die Easy-NB Cloud.
Zentrale Verwaltung und Überwachung der Sicherheitsbeleuchtung über die Easy-NB Cloud.Bild: Fischer Akkumulatorentechnik GmbH

Warum kabelgebundene Systeme oft nicht umsetzbar sind

Gerade bei der Nachrüstung in Bestandsgebäuden ist die Umsetzung konventioneller Sicherheitsbeleuchtung häufig mit baulichen Hürden verbunden: Aufwendige Leitungsverlegung, fehlende Installationsschächte, denkmalgeschützte Gebäudeteile oder eingeschränkter Zugang zu Decken und Wänden machen klassische BUS-basierte Systeme oft wirtschaftlich unrentabel oder baulich unmöglich.

Drahtlose Nachrüstung: Kommunikation per Mobilfunk

Mit Easy-NB steht eine moderne Lösung zur Verfügung, die die Überwachung selbstversorgter Sicherheitsbeleuchtung drahtlos via Narrowband-IoT (NB-IoT) über das Mobilfunknetz ermöglicht. Es ist weder eine neue Datenleitung noch eine zentrale Meldeeinrichtung im Gebäude notwendig. Die Leuchten kommunizieren autark über das Mobilfunknetz. Über eine webbasierte IoT-Plattform lassen sich Status, Tests und Ausfälle zentral überwachen – standortübergreifend und ohne Vor-Ort-Präsenz. Jede Leuchte dokumentiert ihre Funktions- und Batterietests automatisch in der IoT-Plattform. Der Betreiber hat jederzeit Zugriff auf alle Prüfergebnisse. Die Integration neuer Leuchten erfolgt werkseitig normkonform vorkonfiguriert – einschalten, registrieren, fertig. Durch diese Eigenschaften eignet sich Easy-NB insbesondere für Gebäude mit schwieriger IT-Infrastruktur oder als Insellösung in weitläufigen Objekten wie Hotels, Industriehallen oder Pflegeeinrichtungen.

Mesh-Vernetzung: Flexibel und robust

Eine weitere drahtlose Alternative zur Nachrüstung stellt das System ECC3 dar. Hier kommunizieren die Leuchten über ein eigenes Funk-Mesh-Netzwerk. Jede Leuchte fungiert gleichzeitig als Knotenpunkt und überträgt Informationen aktiv an benachbarte Einheiten – ein intelligentes Prinzip, das sich dynamisch anpasst und auch in komplexen baulichen Strukturen zuverlässig funktioniert. Es handelt sich dabei um ein selbstheilendes Netzwerk: Fällt ein Knoten aus, suchen sich die Datenpakete automatisch neue Wege. Über ein ECC3 Control- und Bedienpanel werden alle Leuchten konfiguriert und überwacht. Besonders in langen Fluren oder verwinkelten Gebäuden mit Sichtproblemen punktet die Mesh-Technologie mit ihrer hohen Reichweite.

Normgerechte Sicherheit durch digitale Prüfbücher

Sowohl Easy-NB als auch ECC3 bieten vollautomatische Funktionsprüfungen und erzeugen digitale Prüfbücher, die die gesetzlichen Anforderungen der DIN EN50172 erfüllen. Diese enthalten u.a.:

  • Protokolle aller monatlichen automatisierten Funktionstests
  • Ergebnisse der jährlichen Batterietests über die volle Systembetriebsdauer
  • Dokumentation aller Ausfälle
  • Statusübersicht sämtlicher Leuchten im System
  • Manuelle Einträge aller Instandhaltungen und Reparaturen im System dokumentiert

Diese Prüfbücher lassen sich auf Knopfdruck exportieren und erfüllen die Anforderungen aus der DIN EN50172. Das reduziert nicht nur den Aufwand für Betreiber, Facility Manager oder Brandschutzbeauftragte – es schafft auch maximale Transparenz und Rechtssicherheit im Prüf- und Wartungsprozess.

Drahtlose Systeme als Schlüssel zur normkonformen Nachrüstung

Drahtlose Sicherheitsbeleuchtungssysteme wie Easy-NB (Mobilfunk) und ECC3 (Mesh) bieten einen echten Mehrwert für die Nachrüstung in Bestandsgebäuden. Sie verbinden einfache Installation ohne bauliche Eingriffe mit hoher Betriebssicherheit und normkonformer Dokumentation. Gerade im Bestand, wo verkabelte Systeme an ihre Grenzen stoßen, eröffnen sie neue Möglichkeiten für wirtschaftliche und zukunftssichere Sicherheitskonzepte. Damit wird Sicherheitsbeleuchtung nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht, sie wird Teil der digitalen Gebäudestrategie.