
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung Deutschlands wächst kontinuierlich. Im Juli betrug er laut Statista rund 65,5 Prozent. Doch nicht nur die Energieträger, die zur Stromerzeugung genutzt werden, verändern sich, sondern ebenso die Art der Versorgung. Statt den Strom bei Bedarf auf Basis fossiler Energieträger zentral im Kraftwerk zu produzieren, ergibt sich durch die steigende Anzahl beispielsweise von PV-Anlagen auf privaten und gewerblichen Gebäuden eine dezentrale Energieversorgung. Dies hat klare Vorteile: Die dezentrale Erzeugung vermeidet Verluste durch lange Transportwege, nutzt die produzierte Energie direkt vor Ort und senkt Kosten, die bei der Umwandlung von Primär- in Sekundärenergie entstehen. Gleichzeitig bedeutet sie für das Stromnetz eine Herausforderung, denn die schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Quellen führt zu Lastspitzen. Bei strahlendem Sonnenschein fließt besonders viel Strom ins Netz, am Abend steigt dagegen der Verbrauch, genau dann, wenn weniger erzeugt wird. Diese Schwankungen erfordern einen umfassenden Netzausbau. Die dafür notwendigen Investitionen schlagen sich in steigenden Netzentgelten nieder. Laut Schätzungen der Energiedenkfabrik ef.ruhr GmbH könnten diese für private Haushalte um bis zu 18 Cent pro Kilowattstunde steigen, für Gewerbekunden um 15,2 Cent und für Industriekunden um sieben Cent.

HEMS entlasten und senken Kosten
Heimenergiemanagementsysteme (HEMS), die den Energieverbrauch so steuern, dass Energie möglichst dann genutzt wird, wenn sie verfügbar ist, bieten eine Möglichkeit, die Folgen abzumildern. Moderne Lösungen vernetzen Photovoltaikanlage, Stromspeicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu einem Gesamtsystem, in dem die Energieflüsse automatisch optimiert werden. Durch die Berücksichtigung dynamischer Stromtarife und variabler Netzentgelte wird immer die günstigste Energiequelle genutzt, was Kosten reduziert und die Energieversorgung eines Gebäudes effizienter macht. Doch wie werden Netzschwankungen verringert und der Druck auf die Netzinfrastruktur gesenkt? Ein HEMS wie Enbas von Energielenker sorgt dafür, dass tagsüber erzeugter Überschussstrom nicht unkontrolliert ins Netz eingespeist, sondern direkt verbraucht oder gespeichert wird. Stromspeicher und Wärmepumpen können als Puffer dienen, um Energie für die Abendstunden bereitzuhalten, wenn der Bedarf hoch ist. Dies trägt zur Entlastung des Netzes bei. Mit führenden Lösungen für Überstrom- und Überspannungsschutz erhöht Mersen die Betriebssicherheit in Industrie und Gebäuden. ‣ weiterlesen
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Mehrwert für Installationsbetriebe
Doch auch für Solarteure ergeben sich wichtige Vorteile: Denn mit dem Einbau einer Solaranlage und mindestens einem großen Verbraucher kommt der Paragraf 14A Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zum Tragen. Demzufolge müssen Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf die Leistung der großen Verbraucher zu drosseln, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Hier können Installateure nicht nur informieren, sondern bieten mit einem HEMS zugleich eine zukunftssichere und gesetzeskonforme Lösung. Diese bringt zudem ermäßigte Netzentgelte als Ausgleich für die in der Realität eher unwahrscheinliche Drosselung mit sich. Zudem kann Energie-Startups etwas entgegengesetzt werden, die mit dynamischen Tarifen und variablen Netzentgelten in den Markt drängen. Verbraucher und Verbraucherinnen möchten von der Kostenersparnis profitieren und wechseln daher zu Anbietern, die entsprechende Tarife im Portfolio haben, während die klassischen Versorger diese aufgrund der fehlenden Smart Meter noch nicht bieten können. Die Smart Meter installieren die neuen Wettbewerber gleich mit, um die Tarife abrechnen zu können. Dabei übernehmen sie nicht nur die Messstelle sowie die Stromkunden, sondern arbeiten häufig mit eigenen Installationsbetrieben und Solarteuren zusammen, während örtliche Unternehmen leer ausgehen. Mit dem Vertrieb eines HEMS, das als White-Label-Lösung verfügbar ist, können sie ihr Portfolio ergänzen und so den Nachteil ausgleichen.
Auswahlkriterien für ein HEMS
Entscheidend ist, dass ein HEMS herstellerunabhängig alle großen Verbraucher und Erzeuger vernetzen kann. Die Steuerung von Wärmepumpen gilt dabei oft als kritischer Punkt, weil viele Systeme nur mit bestimmten Schnittstellen wie SG-ready funktionieren. Führende HEMS integrieren unterschiedliche Geräte, Enbas besitzt dafür eigens das Modul Heat Control. Darüber hinaus verarbeiten moderne HEMS Wetterprognosen und analysieren das Nutzungsverhalten mithilfe von KI-Algorithmen. So entsteht ein Fahrplan, der die jeweils günstigste verfügbare Energie nutzt und Kosten spart. Auch die Betriebsart spielt eine Rolle: Lokal installierte Systeme bieten mehr Datenschutz und arbeiten unabhängig von der Cloud, während hybride Lösungen sowohl lokale als auch cloudbasierte Berechnung zulassen. Bei cloudbasierten Varianten sollten Daten ausschließlich innerhalb Europas verarbeitet werden.
HEMS als Baustein der Energiewende
Die wachsende Dezentralisierung der Energieversorgung wird das Stromnetz auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen. Heimenergiemanagementsysteme helfen, diese zu bewältigen, indem sie die Energieflüsse ausgleichen. Sie bieten Vorteile für alle Beteiligten: Hausbesitzer und -besitzerinnen profitieren von geringeren Energiekosten, Verteilnetzbetreiber gewinnen Spielraum bei der Netzplanung, und Installationsbetriebe können ein zukunftssicheres, integriertes Angebot machen. Damit leisten HEMS einen wichtigen Beitrag zu einer stabilen und klimafreundlichen Stromversorgung.















