Bedarfsgesteuerte Gebäudeautomation
Dali-2-Gruppen flexibel und effizient umschalten
Energie nur dann, wenn sie wirklich gebraucht wird - so ist das Prinzip der bedarfsgesteuerten Gebäudeautomation durch intelligente Präsenzmelder. Im Bereich der Lichtsteuerung setzt die präsenz- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung diesen Gedanken besonders konsequent um. Beim Nutzen von Szenen des Industriestandards Dali-2 gilt es allerdings eine Besonderheit zu beachten.
Bild: ©imaginima/iStock.com / Esylux

Im Gebäudebereich lassen sich Dinge oft aus ganz unterschiedlichem Blickwinkel betrachten. Ein schönes Beispiel ist die Tageslichtnutzung. Aus Sicht der Architektur geht es darum, möglichst viel Tageslicht in die Tiefe des Gebäudes zu leiten, damit der Mensch sich besser fühlt und gesünder arbeitet. Gleichzeitig senkt eine optimale Tageslichtnutzung den Energiebedarf, schließlich braucht es weniger Kunstlicht, je mehr Tageslicht in das Gebäude einfällt. Dies wird in Zeiten der Energiewende ebenso an Bedeutung gewinnen wie die anwesenheits- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung eines Präsenzmelders. Denn diese realisiert ebenfalls eine Tageslichtnutzung – nur eben aus einer anderen Perspektive.

Szenario 1: Die mobile Trennwand ist geschlossen. In beiden Raumhälften realisiert der APC10-Präsenzmelder eine individuelle Konstantlichtregelung. Die Informationen erhält er von den BMS-Präsenzmeldern.
Szenario 1: Die mobile Trennwand ist geschlossen. In beiden Raumhälften realisiert der APC10-Präsenzmelder eine individuelle Konstantlichtregelung. Die Informationen erhält er von den BMS-Präsenzmeldern.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Der Präsenzmelder als Partner

Die Tageslichtnutzung der Konstantlichtregelung besteht darin, das Kunstlicht nur so stark hochzudimmen, wie es der Tageslichteinfall von außen erfordert. Der Präsenzmelder arbeitet wie ein kongenialer Partner des Architekten: Während dieser das Tageslicht gezielt von außen in das Gebäude leitet, achtet der Präsenzmelder im Innenraum darauf, wie gut das gelingt. Der Architekt orientiert sich am Tageslichtquotienten, der Präsenzmelder am Helligkeitssollwert für eine normgerechte, planungssichere Ausleuchtung. Es sind zwei Perspektiven mit einem Ziel: Mehr Energieeffizienz zum Senken der Kosten und zur Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes. Ein weiterer Aspekt, den die Elektro- und Lichtplanung im Innenbereich heute verstärkt beachten muss, ist die zunehmende Flexibilität der Arbeitswelt. Sei es durch mobiles Arbeiten, moderne Arbeitszeitmodelle oder andere situationsabhängige Veränderungen der Raumnutzung. Eine digitale Steuerung durch Dali-2 bietet hierfür optimale Möglichkeiten, z.B. durch das Nutzen von bis zu 16 Szenen. Standard-Szenen haben bei Dali jedoch einen Nachteil: Sie übersteuern die Automation und beenden die Konstantlichtregelung. Das ist nicht wünschenswert, da sie so eben auch die energieeffiziente Tageslichtnutzung stoppen.

Szenario 2: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch die gemeinsame Gruppe 3 aktiviert. Der APC10-Präsenzmelder bildet einen Mittelwert aus den Lichtmessungen der beiden Präsenzmelder und sorgt für 
eine einheitliche Lichtregelung.
Szenario 2: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch die gemeinsame Gruppe 3 aktiviert. Der APC10-Präsenzmelder bildet einen Mittelwert aus den Lichtmessungen der beiden Präsenzmelder und sorgt für eine einheitliche Lichtregelung.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Flexibles Umschalten von Gruppen

Die Lösung für dieses Problem liegt in einem einfachen, flexiblen Umschalten von Gruppen. Wie das funktioniert, zeigen die APC-Präsenzmelder der Serie Compact von Esylux. Sie besitzen eine integrierte Dali-2-Steuereinheit und Busspannungsversorgung und ermöglichen eine raumübergreifende, dezentrale Lichtsteuerung von bis zu 16 Lichtgruppen. Dabei werden sie durch BMS-Präsenzmelder als Eingabegeräte ergänzt, um in allen Bereichen eine individuelle präsenz- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung realisieren zu können. Ändert sich die Raumnutzung, lässt sich eine solche Lichtanlage leicht an die neue Situation anpassen. Ein typisches Beispiel für die Anwendung des flexiblen Umschaltens von Gruppen sind Räume mit mobilen Trennwänden. Szenario A zeigt die Ausgangssituation: Eine geschlossene Trennwand teilt einen Raum in zwei Hälften. In beiden sind BMS-Präsenzmelder platziert, die die Ergebnisse ihrer Präsenzerfassung und Helligkeitsmessung an den steuernden APC-Präsenzmelder senden. Sie sind hierfür, ebenso wie die Leuchten in beiden Hälften, jeweils der Gruppe 1 oder 2 zugeordnet. Die BMS-Präsenzmelder sorgen in beiden Gruppen für eine individuelle Lichtregelung durch den APC-Präsenzmelder.

Alternative Gruppen für Geräte

Die Situation ändert sich jedoch, sobald die Trennwand geöffnet wird. Denn um eine harmonische Lichtregelung im gesamten Raum zu realisieren, sollten alle Leuchten jetzt auch einheitlich in einer einzigen Gruppe geregelt werden. Und genau das ist es, was durch das Gruppenumschalten passiert. In der Konfiguration per Smartphone und App wurden Leuchten und Melder nämlich nicht nur den Gruppen 1 oder 2 zugeordnet, sondern alle Geräte zugleich auch der gemeinsamen Gruppe 3 (Szenario B). Die Folge: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch Gruppe 3 aktiviert, bei geschlossener die Gruppen 1 und 2. Aktiviert wird das Umschalten über bis zu drei Schalter, die an die Tastereingänge des APC-Präsenzmelders angeschlossen sind. Auslöser kann deshalb nicht nur eine mobile Trennwand sein, sondern auch ein konventioneller 230V-Taster. Die Tastsignale werden dafür einfach in Dali-Befehle umgewandelt. Wer sich fragt, an welchem der beiden BMS-Melder sich der APC-Präsenzmelder für die Konstantlichtregelung der gemeinsamen Gruppe 3 orientiert: Bei offener Trennwand bildet er einfach einen Mittelwert aus den beiden Lichtmessungen der BMS-Melder.

Fazit

Die Funktion des Gruppenumschaltens zeigt so, wie sich die Beleuchtung auch bei veränderter Raumnutzung anpassen oder neu aufteilen lässt, ohne die Tageslichtnutzung der Konstantlichtregelung zu unterbrechen. Die mobile Trennwand ist nur ein Beispiel. Über die Konfiguration der einzelnen Gruppen lässt sich noch anderes situationsabhängig verändern, wie z.B. der individuelle Helligkeitssollwert. Auch ein gezieltes Ausschalten einzelner Gruppen ist möglich. Es ist ein einfaches, aber wirksames Konzept, das die Energieeffizienz zusätzlich verbessert – und bei Bedarf immer eine normgerechte Ausleuchtung aller Raumzonen gewährleistet.

Autor | Christian Schöps, Referent Unternehmenskommunikation, Esylux GmbH

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Bild: ©imaginima/iStock.com / Esylux

Im Gebäudebereich lassen sich Dinge oft aus ganz unterschiedlichem Blickwinkel betrachten. Ein schönes Beispiel ist die Tageslichtnutzung. Aus Sicht der Architektur geht es darum, möglichst viel Tageslicht in die Tiefe des Gebäudes zu leiten, damit der Mensch sich besser fühlt und gesünder arbeitet. Gleichzeitig senkt eine optimale Tageslichtnutzung den Energiebedarf, schließlich braucht es weniger Kunstlicht, je mehr Tageslicht in das Gebäude einfällt. Dies wird in Zeiten der Energiewende ebenso an Bedeutung gewinnen wie die anwesenheits- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung eines Präsenzmelders. Denn diese realisiert ebenfalls eine Tageslichtnutzung – nur eben aus einer anderen Perspektive.

Szenario 1: Die mobile Trennwand ist geschlossen. In beiden Raumhälften realisiert der APC10-Präsenzmelder eine individuelle Konstantlichtregelung. Die Informationen erhält er von den BMS-Präsenzmeldern.
Szenario 1: Die mobile Trennwand ist geschlossen. In beiden Raumhälften realisiert der APC10-Präsenzmelder eine individuelle Konstantlichtregelung. Die Informationen erhält er von den BMS-Präsenzmeldern.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Der Präsenzmelder als Partner

Die Tageslichtnutzung der Konstantlichtregelung besteht darin, das Kunstlicht nur so stark hochzudimmen, wie es der Tageslichteinfall von außen erfordert. Der Präsenzmelder arbeitet wie ein kongenialer Partner des Architekten: Während dieser das Tageslicht gezielt von außen in das Gebäude leitet, achtet der Präsenzmelder im Innenraum darauf, wie gut das gelingt. Der Architekt orientiert sich am Tageslichtquotienten, der Präsenzmelder am Helligkeitssollwert für eine normgerechte, planungssichere Ausleuchtung. Es sind zwei Perspektiven mit einem Ziel: Mehr Energieeffizienz zum Senken der Kosten und zur Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes. Ein weiterer Aspekt, den die Elektro- und Lichtplanung im Innenbereich heute verstärkt beachten muss, ist die zunehmende Flexibilität der Arbeitswelt. Sei es durch mobiles Arbeiten, moderne Arbeitszeitmodelle oder andere situationsabhängige Veränderungen der Raumnutzung. Eine digitale Steuerung durch Dali-2 bietet hierfür optimale Möglichkeiten, z.B. durch das Nutzen von bis zu 16 Szenen. Standard-Szenen haben bei Dali jedoch einen Nachteil: Sie übersteuern die Automation und beenden die Konstantlichtregelung. Das ist nicht wünschenswert, da sie so eben auch die energieeffiziente Tageslichtnutzung stoppen.

Szenario 2: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch die gemeinsame Gruppe 3 aktiviert. Der APC10-Präsenzmelder bildet einen Mittelwert aus den Lichtmessungen der beiden Präsenzmelder und sorgt für 
eine einheitliche Lichtregelung.
Szenario 2: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch die gemeinsame Gruppe 3 aktiviert. Der APC10-Präsenzmelder bildet einen Mittelwert aus den Lichtmessungen der beiden Präsenzmelder und sorgt für eine einheitliche Lichtregelung.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Flexibles Umschalten von Gruppen

Die Lösung für dieses Problem liegt in einem einfachen, flexiblen Umschalten von Gruppen. Wie das funktioniert, zeigen die APC-Präsenzmelder der Serie Compact von Esylux. Sie besitzen eine integrierte Dali-2-Steuereinheit und Busspannungsversorgung und ermöglichen eine raumübergreifende, dezentrale Lichtsteuerung von bis zu 16 Lichtgruppen. Dabei werden sie durch BMS-Präsenzmelder als Eingabegeräte ergänzt, um in allen Bereichen eine individuelle präsenz- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung realisieren zu können. Ändert sich die Raumnutzung, lässt sich eine solche Lichtanlage leicht an die neue Situation anpassen. Ein typisches Beispiel für die Anwendung des flexiblen Umschaltens von Gruppen sind Räume mit mobilen Trennwänden. Szenario A zeigt die Ausgangssituation: Eine geschlossene Trennwand teilt einen Raum in zwei Hälften. In beiden sind BMS-Präsenzmelder platziert, die die Ergebnisse ihrer Präsenzerfassung und Helligkeitsmessung an den steuernden APC-Präsenzmelder senden. Sie sind hierfür, ebenso wie die Leuchten in beiden Hälften, jeweils der Gruppe 1 oder 2 zugeordnet. Die BMS-Präsenzmelder sorgen in beiden Gruppen für eine individuelle Lichtregelung durch den APC-Präsenzmelder.

Alternative Gruppen für Geräte

Die Situation ändert sich jedoch, sobald die Trennwand geöffnet wird. Denn um eine harmonische Lichtregelung im gesamten Raum zu realisieren, sollten alle Leuchten jetzt auch einheitlich in einer einzigen Gruppe geregelt werden. Und genau das ist es, was durch das Gruppenumschalten passiert. In der Konfiguration per Smartphone und App wurden Leuchten und Melder nämlich nicht nur den Gruppen 1 oder 2 zugeordnet, sondern alle Geräte zugleich auch der gemeinsamen Gruppe 3 (Szenario B). Die Folge: Bei geöffneter Trennwand wird automatisch Gruppe 3 aktiviert, bei geschlossener die Gruppen 1 und 2. Aktiviert wird das Umschalten über bis zu drei Schalter, die an die Tastereingänge des APC-Präsenzmelders angeschlossen sind. Auslöser kann deshalb nicht nur eine mobile Trennwand sein, sondern auch ein konventioneller 230V-Taster. Die Tastsignale werden dafür einfach in Dali-Befehle umgewandelt. Wer sich fragt, an welchem der beiden BMS-Melder sich der APC-Präsenzmelder für die Konstantlichtregelung der gemeinsamen Gruppe 3 orientiert: Bei offener Trennwand bildet er einfach einen Mittelwert aus den beiden Lichtmessungen der BMS-Melder.

Fazit

Die Funktion des Gruppenumschaltens zeigt so, wie sich die Beleuchtung auch bei veränderter Raumnutzung anpassen oder neu aufteilen lässt, ohne die Tageslichtnutzung der Konstantlichtregelung zu unterbrechen. Die mobile Trennwand ist nur ein Beispiel. Über die Konfiguration der einzelnen Gruppen lässt sich noch anderes situationsabhängig verändern, wie z.B. der individuelle Helligkeitssollwert. Auch ein gezieltes Ausschalten einzelner Gruppen ist möglich. Es ist ein einfaches, aber wirksames Konzept, das die Energieeffizienz zusätzlich verbessert – und bei Bedarf immer eine normgerechte Ausleuchtung aller Raumzonen gewährleistet.

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