Cloudbasiertes Energiedatenmanagement in der Praxis

Energiemonitoringsysteme schaffen die technische Basis fürEnergiedaten-Transparenz und eine entsprechende Verbrauchseffizienz. (Bild: Siemens AG)
Energiemonitoringsysteme schaffen die technische Basis fürEnergiedaten-Transparenz und eine entsprechende Verbrauchseffizienz. (Bild: Siemens AG)

Ein aktuelles Praxisbeispiel dafür ist das Einkaufszentrum im finnischen Sello: Über eine gezielte, IoT-basierte Auswertung von Verbrauchsdaten aus Energie, Heizung, Lüftung und Klimatisierung sowie aktuellen Daten von Luftqualität- und Temperatursensoren in Kombination mit prognostizierten Auslastungszahlen und Wettervorhersagen konnte das System von Siemens Verbesserungspotenziale für den Betrieb des Einkaufszentrums identifizieren. Es entstand ein umfassendes Optimierungsprogramm für das Gebäudesystem mit Fokus auf Energieverbrauch und Luftqualität. Konkret heißt das: 50 Prozent weniger Energieverbrauch und weniger Fernwärmebedarf, 20 Prozent geringere CO2-Emissionen sowie Einsparungen von über 100.000 Euro pro Jahr. Auch der Elektrogroßhändler Rexel setzte bei der Einführung eines Energiemanagements gemäß ISO50001 im österreichischen Zentrallager auf die Anbindung des Sentron-Energiemonitoringsystems an MindSphere. Dafür entwickelten Rexel und Siemens eine spezifische MindSphere Applikation. Das Einsparpotenzial liegt jährlich bei 150.000kWh elektrischer Energie und 60t CO2. Zudem nutzt das Unternehmen MindSphere künftig als Basis für die Entwicklung neuer Kunden-Services.

Effizientes Engineering mit digitalen Zwillingen

Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an eine adäquate Auslegung der elektrischen Energieverteilung. Und so sollte deren Einbindung in die Digitalisierung im frühestmöglichen Stadium beginnen – schon bei der elektrotechnischen Planung, also weit vor dem eigentlichen Bau von Schaltanlagen und Verteilersystemen. Building Information Modeling, kurz BIM, bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Von der Planung über die Errichtung bis hin zum laufenden Betrieb lassen sich mit BIM Produktivität und Effizienz in allen Lebenszyklusphasen eines Gebäudes maßgeblich erhöhen und gleichzeitig Kosten senken. Möglich macht das die Verknüpfung von Gebäudedaten mit nichtgeometrischen Daten wie Kosten, Terminen und technischen Informationen. Das digitale Gebäudemodell sorgt damit für eine transparente, datenbasierte Zusammenarbeit aller Beteiligten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg. Siemens stellt bereits nahezu alle Produkte des Portfolios für die Gebäudetechnik und Energieverteilung als digitales Abbild für eine Planung mit BIM zur Verfügung. Damit besteht eine konsistente Datenbasis, auf der die Errichtung, aber auch der spätere Betrieb der Gebäude optimiert werden kann.