Switche dämpfungsoptimiert verkabeln

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Rosenberger OSI PreConnect Trunk, 64 Fasern Singlemode, LCC-APC auf SN-PC. LCC-APC im Patchverteiler, SN-PC am Switch. – Bild: Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG

Das Management der täglichen Aufgaben, das Erkennen von Konsumtrends und Kundenanforderungen, die Bereitstellung digitaler Services – es gibt unzählige Aufgaben, die nur mit einer zuverlässigen und leistungsfähigen IT zu schaffen sind. Um mit den stetig weiterwachsenden Ansprüchen Schritt zu halten, werden die hauseigenen Systeme kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Im Rahmen eines solchen Projektes entschied sich der Handelskonzern Rewe Group für die Modernisierung seiner Glasfaservernetzung in drei Rechenzentren an unterschiedlichen Standorten.

Teil der Umstellung war eine neue Transceiver-Technologie und zusätzlich die Installation einer neuen Singlemode-Infrastruktur. Auf dieser Basis wurde jeweils die vorhandene Infrastruktur angepasst und auch erweitert. Inklusive Projektierung konnte die Modernisierung aller drei Standorte in jeweils sechs Wochen abgeschlossen werden. Aufgrund der langjährigen und erfolgreichen Kundenbeziehung und seiner spezifischen Kompetenz in LWL-Technologien (Lichtwellenleiter) wurde Rosenberger-OSI als Verkabelungspartner ausgewählt.

Singlemode SN PC EZ Flip Stecker
Singlemode SN-PC EZ-Flip Stecker. – Bild: Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG

Effiziente Steckverbindungen

Ein zentraler Baustein des Infrastruktur-Retrofits ist die Installation neuer Arista-Switches, deren Ports auf einen LC-Duplex Patchverteiler (CPL) abgebildet werden. Diese Lösung hat mehrere Vorteile. Zum einen werden die Switches lediglich einmal vor Inbetriebnahme final verkabelt. Gepatcht wird ausschließlich im Patchverteiler. Zum anderen vermeidet eine herkömmliche Verkabelung über Trunks in Patchgehäusen und Anschluss der Transceiver mittels Patchkabeln den Einsatz von Steckverbindungen nahe der Switche. Diese würden zusätzliche Kosten verursachen und zu einer Dämpfung der Signale auf dem Lichtwellenleiter beitragen.

Erstmals setzte Rewe auf 400GBASE-DR4 QSFP-DD Singlemode Transceiver, die mit einem SN-Quad Optical Interface ausgestattet sind. In der ersten Ausbaustufe kamen 4 Switch-Blades pro Switch, jedes mit nur sechs anstatt der möglichen acht Transceiver bestückt, zum Einsatz. Im Vollausbau umfasst die Installation acht Switch-Blades je Switch, jedes Blade mit seinen maximal acht Transceivern bestückt, die im 19-Zoll-Rack jeweils vier HE (Höheneinheiten) belegen.

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Rosenberger-OSI PreConnect SMAP-G2 19“ 2HE Trunkaufnahmegehäuse mit Teilfrontplatten mit Bürstenleisten in der Front direkt unter Arista-Switch. – Bild: Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG

Solche Transceiver mit SN-Quad Optical Interface sind erst seit etwa zwei Jahren auf dem Markt erhältlich, während sich die damit realisierte Methode des Trunkkabel-Direktanschlusses (trunk direct attach) bereits seit 30 Jahren bewährt hat. Die vorliegende Verkabelungslösung erfordert werkskonfektionierte Trunk-Steckerpeitschen mit Vierergruppen von SN-Steckern, mit einer entsprechenden Portadressierung für den Direktanschluss der Transceiver.

Die neueste, SN EZ-Flip genannte Bauform der SN-Stecker mit optimiertem Push-Pull-Verriegelungsmechanismus ermöglicht es, vor Ort die Polarität zu wechseln, ohne Gefahr zu laufen, die Fasern dabei zu brechen .

Die Preconnect-Verteilköpfe der Trunks bestehen aus dünnen, gelfreien I-B(ZN)BH Bündeladerkabeln. Sie entsprechen der Brandschutzklasse B2ca der BauPVO (CPR). Weitere Merkmale sind Zugfestigkeit bis 3000N und ein integrierter nichtmetallischer Nagetierschutz.

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Rosenberger OSI PreConnect SMAP-G2 19“ 2HE Trunkaufnahmegehäuse modulare Rückseite zur anwenderfreundlichen, werkzeuglosen Trunkinstallation direkt unter Arista-Switch. – Bild: Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG

Flexibel ausbaubar…

Jeder Switch wird über je vier 64-faserige, 32 SN-Ports umfassende Singlemode-Trunkkabel mit dem Patchverteiler verbunden, ein Trunk pro Switch-Blade. Zum Start wurden die vier Blades pro Switche nur mit je sechs anstatt der maximal möglichen acht SN-Quad-Transceiver bestückt. Zudem sind zunächst nur vier der acht möglichen Blades pro Switch eingesetzt.

Die SN-Trunkpeitschen sind jedoch bereits für die höhere Ausbaustufe konfektioniert; die zunächst überzähligen beiden Vierergruppen pro Switch-Blade liegen daher bereits im Inneren der SMAP-G2 2HE Trunkaufnahmegehäuse direkt unterhalb der Switche bereit. Werden die Switch-Blades später mit den beiden fehlenden Transceivern nachgerüstet, können diese mit einem einfachen Handgriff mittels der beiden bereitliegenden SN-Steckerpeitschen angeschlossen werden.

…und investitionssichernd

Im Patchverteiler sind Preconnect SMAP-G2 SD 19“ 3HE Gehäuse von Rosenberger-OSI im Einsatz, welche sich durch die hohe Modularität ihrer Front- und Rückseite und ihres kunststoffreduzierten Designs durch eine niedrige Brandlast auszeichnen. Die modulare Front- und Rückwand ermöglichen die anwenderfreundliche, werkzeuglose Installation weiterer Trunks bei Nachbestückung der Switche mit weiteren Blades. Das 19-Zoll-Gehäusesystem ist in verschiedenen Varianten mit unterschiedlicher Portzahl und -ausführung mit 1, 2, 3 oder 5 HE in 200 oder 300mm Tiefe erhältlich. Zur servicefreundlichen Montage tragen zum einen der modulare Aufbau bei, als auch die Preconnect-Vierkantschnittstelle, die eine werkzeuglose Befestigung der Trunkkabel ermöglichen. Hinzu kommt eine Vielzahl von leicht austauschbaren Rückwänden zur Kabelabfangung. Zudem ist ein Mischbetrieb von LWL- und Kupferverkabelungen möglich.

Rosenberger OSI SMAP G2 19 3HE Verteilgehaeuse mit LCQ APC Kupplungen im Patchverteiler
Rosenberger OSI SMAP-G2 19“ 3HE Verteilgehäuse mit LCQ-APC Kupplungen im Patchverteiler. – Bild: Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG

Sollten die Switches bei einem künftigen Technologie-Update gegen Geräte mit einem anderen Steckergesicht ausgetauscht werden, können die Trunks mit ihren SN-Steckerpeitschen auf der Switchseite weiterverwendet werden. Die Teilfrontplatten mit Bürstenleisten in den SMAP-G2 19“ 2HE Trunkaufnahmegehäusen direkt unter den Switchen werden gegen solche mit SN-Kupplungen ausgetauscht und mittels hybride SN auf Stecker X Patchkabel lassen sich die Trunks weiternutzen. Im Patchverteiler muss nichts geändert werden, so dass die hier eingesetzte LWL-Verkabelung einen hohen Investitionsschutz gewährleistet und die Umrüstung mit geringem Aufwand ermöglicht.

Fazit

Für ein modernes Rechenzentrum sind Bandbreiten von 400G inzwischen state of the art, 800G und 1.6T stehen bereits in den Startlöchern. Zudem gehen die Innovationen bei der Steckertechnik weiter. Doch wie schnell sich der Bedarf an noch mehr Rechenleistung und Bandbreite ändert – und damit ein Update der Netzwerk-Komponenten nötig wird – lässt sich seriös nicht abschätzen.

Für Rechenzentrumsbetreiber, wie hier die Rewe Group, ist es daher ein enormer Vorteil, wenn die Investition von heute beim nächsten Technologie-Update nicht komplett verloren ist, sondern angepasst werden kann. Servicefreundliche, modulare Komponenten, die sich an künftige Standards anpassen lassen, reduzieren den Umbauaufwand, vermeiden unnötige Kosten für Neuanschaffungen und dienen nicht zuletzt auch den Nachhaltigkeitsbemühungen, indem die Lebensdauer verlängert und damit Ressourcen geschont werden.

Patchverteiler

Ein Patchverteiler trägt wesentlich zu Effizienz und Ausfallsicherheit im Rechenzentrum bei. Die wichtigsten Vorteile:

– Strukturierte Verkabelung: Beitrag zu einer übersichtlichen Netzstruktur ohne Kabelchaos.

– Flexibilität & Skalierbarkeit: Änderungen am Netzwerk sowie Erweiterungen können ohne große Umbauten oder Neuverlegungen erfolgen.

– Schutz der Glasfaserkabel: Der Patchverteiler reduziert mechanische Belastungen und senkt so das Risiko für Kabelbrüche oder -beschädigungen.

– Wartungsfreundlichkeit: Erleichtert das Umstecken und den Austausch von Verbindungen, so dass sich Fehler schneller identifizieren und beheben lassen.

– Performance & Signalqualität: Saubere und verlustarme Verbindungen statt unnötiger Verlängerungen vermeidet Signalverluste.