Stromkosten im Griff

Stromkosten im Griff

Das Auge kauft mit: Um die eigene Ware ins rechte Licht zu rücken, dürfen Fachhändler an der optimalen Ausleuchtung nicht sparen. Doch hohe Stromrechnungen müssen trotzdem nicht sein: mit einem ausgefeilten Beleuchtungskonzept sowie einem intelligenten Energiecontrollingsystem lassen sich die Stromkosten um bis zu 70% senken. Das beweisen die Trink & Spare Getränkefachmärkte und die Deutsche Telekom.
Die Energiekosten steigen stetig und werden damit zu einem Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor von wachsender Bedeutung. Eine Endlosschraube, an der jeder Einzelne drehen kann – indem er weniger Energie verbraucht. Trink & Spare, mit über 85 Fachmärkten eine der führenden Getränkehandelsketten in Nordrhein-Westfalen, wollte die Stromkosten besser im Griff behalten und beauftragte die Deutsche Telekom damit, die Energieeffizienz des Unternehmens genau unter die Lupe zu nehmen. In Fachmärkten des Mülheimer Unternehmens kommen durchschnittlich 200 Laufmeter Leuchtröhren zum Einsatz – sechs Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag. Dazu addiert sich der Verbrauch der Kühlsysteme, mit der der Getränkespezialist seine Produktqualität sichert. Es lässt sich leicht überschlagen, dass der Anteil der Energie an den operativen Kosten des Unternehmens entsprechend hoch ist. Gefragt waren daher intelligente IT-Lösungen, mit denen das Unternehmen seinen Stromverbrauch deutlich senken kann. Die Telekom-Experten analysierten das Einsparpotenzial und setzen auf eine Kombination: auf den Austausch der Leuchtstoffröhren durch Leuchtdioden und den Aufbau eines zentralen Energiecontrollingsystems.

Mit M2M den Energieverbrauch im Blick

Im Fokus standen zunächst vier Testmärkte in Essen und Oberhausen. Dort tauschten die Telekom-Techniker die alten Neon-Röhren gegen sparsamere und umweltfreundlichere LED-Tubes aus. LED ist ein echtes Highlight: Ohne UV- und Infrarotstrahlung, ohne Sondermüll, aber mit hoher Langlebigkeit und voller Leuchtkraft schon beim Einschalten. Die bisher verwendeten Neon-Leuchtstoffröhren und Vorschaltgeräte hatten eine Leistung von 26 bis 66W, die neuen LED-Lampen bescheiden sich mit 10 bis 23W. Das rechnet sich nicht nur für Trink & Spare, sondern für alle Unternehmen, die im großen Umfang Leuchtstoffröhren einsetzen, z.B. in ihren Parkhäusern, Fertigungs – und Lagerbetrieben sowie in großen Büros. Die zweite Komponente ist ein intelligentes Energiecontrollingsystem. Dazu statteten die Techniker die Fachmärkte mit Energiezählern aus und brachten Sensoren für Beleuchtung, Kühlung, Lüftung sowie Temperatur an. Die einzelnen Geräte senden ihre Energieverbrauchsdaten an einen Datensammler. Dieser ist mit einer Antenne und einer 3-MB-SIM-Card ausgestattet. Dort werden alle Verbrauchsdaten gesammelt und anschließend über den Mobilfunk an einen zentralen Server geschickt. Hier ist das Energiecontrollingsystem installiert. Die Technik beruht auf der so genannten Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M). M2M ermöglicht den automatisierten Datenaustausch zwischen Geräten oder zwischen einem Gerät und einer zentralen Leitstelle. Dank des M2M-Energiecontrollingsystems haben die Fachhändler den Energieverbrauch nun zentral und rund um die Uhr im Blick und erhalten einen detaillierten Überblick über alle ihre Verbrauchsdaten. Stromfresser haben so keine Chance mehr. Denn die Trink & Spare-Manager sehen in Echtzeit, an welcher Stelle im Markt sie wie viel Geld für Energie aufwenden. Kommt es zu Planabweichungen, schlägt das System Alarm. „Damit verfügen die Händler über ein Frühwarnsystem, um rechtzeitig gegenzusteuern“, sagt Fabian Mentenich, Projektleiter bei der Deutschen Telekom. Brennt irgendwo noch unnötig ein Licht? Ist ein Bewegungsmelder ausgefallen? Mit dem System lässt sich das schnell und aus der Ferne entdecken.
Sparen vom ersten Moment

Beide Maßnahmen hat die Deutsche Telekom als Generalunternehmerin umgesetzt – ein Einsatz, der sich rechnet. Beispiel Beleuchtungskosten: In den Pilotmärkten erzielte Trink & Spare von Anfang an Einsparungen von rund 70%. Die Amortisationszeit beträgt nur zwei Jahre. Monatlich zahlt die Handelsgruppe nun weniger für die Beleuchtung und die Rückzahlung der Investition, als sie zuvor allein für das Licht aufwenden musste. Trink & Spare wählte ein vierjähriges Miet-/Kaufmodell, über das die Investitionskosten vorfinanziert werden. Aber LED kann mehr als sparen – die Technologie ist ein echter Lichtblick: Mitarbeiter und Kunden empfinden die neue Beleuchtung als deutlich angenehmer. Das webbasierte Energiecontrolling kann nach Angaben der Deutschen Telekom die Energiekosten um bis zu 15% drücken.

Energiesparen immer beliebter

Nach einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) wollen immer mehr Betriebe in energiesparende Maßnahmen investieren. 2009 waren es noch 28%, 2011 interessierten sich schon 40% für die Technik. Noch arbeiten allerdings besonders große und energieintensive Unternehmen daran, ihre Energie effizienter einzusetzen. Bei den Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern hat bereits über die Hälfte ein Energiemanagementsystem im Einsatz. Kleine und mittlere Unternehmen agieren deutlich zurückhaltender: Laut dena verfügt nur ein Fünftel über ein Energiemanagementsystem. Der Rest verschenkt Einsparpotenziale: Denn nach Angaben der EnergieAgentur NRW kann jeder Betrieb Energie sparen: abhängig von Branche und Größe zwischen 5 und 25%. Ohnehin wird das smarte Sparen Pflicht. Laut Energiewirtschaftsgesetz müssen auch kleine und mittlere Unternehmen intelligente Messgeräte – auch unter dem Begriff Smart Meter bekannt – einbauen. Dazu gehören alle Nutzer mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 6.000 kWh. Wer Energie spart, schont damit immer auch die Umwelt: Daher hat sich auch die Öko-Bilanz von Trink & Spare aufgehellt: Durch den eingesparten Strom werden rund 400t CO2-Emissionen pro Jahr vermieden. Und darin sind noch nicht einmal die Einsparungen bei Wärme, Kühlung und Lüftung einkalkuliert.

Deutsche Telekom AG
www.telekom.com

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Stromkosten im Griff

Das Auge kauft mit: Um die eigene Ware ins rechte Licht zu rücken, dürfen Fachhändler an der optimalen Ausleuchtung nicht sparen. Doch hohe Stromrechnungen müssen trotzdem nicht sein: mit einem ausgefeilten Beleuchtungskonzept sowie einem intelligenten Energiecontrollingsystem lassen sich die Stromkosten um bis zu 70% senken. Das beweisen die Trink & Spare Getränkefachmärkte und die Deutsche Telekom.
Die Energiekosten steigen stetig und werden damit zu einem Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor von wachsender Bedeutung. Eine Endlosschraube, an der jeder Einzelne drehen kann – indem er weniger Energie verbraucht. Trink & Spare, mit über 85 Fachmärkten eine der führenden Getränkehandelsketten in Nordrhein-Westfalen, wollte die Stromkosten besser im Griff behalten und beauftragte die Deutsche Telekom damit, die Energieeffizienz des Unternehmens genau unter die Lupe zu nehmen. In Fachmärkten des Mülheimer Unternehmens kommen durchschnittlich 200 Laufmeter Leuchtröhren zum Einsatz – sechs Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag. Dazu addiert sich der Verbrauch der Kühlsysteme, mit der der Getränkespezialist seine Produktqualität sichert. Es lässt sich leicht überschlagen, dass der Anteil der Energie an den operativen Kosten des Unternehmens entsprechend hoch ist. Gefragt waren daher intelligente IT-Lösungen, mit denen das Unternehmen seinen Stromverbrauch deutlich senken kann. Die Telekom-Experten analysierten das Einsparpotenzial und setzen auf eine Kombination: auf den Austausch der Leuchtstoffröhren durch Leuchtdioden und den Aufbau eines zentralen Energiecontrollingsystems.

Mit M2M den Energieverbrauch im Blick

Im Fokus standen zunächst vier Testmärkte in Essen und Oberhausen. Dort tauschten die Telekom-Techniker die alten Neon-Röhren gegen sparsamere und umweltfreundlichere LED-Tubes aus. LED ist ein echtes Highlight: Ohne UV- und Infrarotstrahlung, ohne Sondermüll, aber mit hoher Langlebigkeit und voller Leuchtkraft schon beim Einschalten. Die bisher verwendeten Neon-Leuchtstoffröhren und Vorschaltgeräte hatten eine Leistung von 26 bis 66W, die neuen LED-Lampen bescheiden sich mit 10 bis 23W. Das rechnet sich nicht nur für Trink & Spare, sondern für alle Unternehmen, die im großen Umfang Leuchtstoffröhren einsetzen, z.B. in ihren Parkhäusern, Fertigungs – und Lagerbetrieben sowie in großen Büros. Die zweite Komponente ist ein intelligentes Energiecontrollingsystem. Dazu statteten die Techniker die Fachmärkte mit Energiezählern aus und brachten Sensoren für Beleuchtung, Kühlung, Lüftung sowie Temperatur an. Die einzelnen Geräte senden ihre Energieverbrauchsdaten an einen Datensammler. Dieser ist mit einer Antenne und einer 3-MB-SIM-Card ausgestattet. Dort werden alle Verbrauchsdaten gesammelt und anschließend über den Mobilfunk an einen zentralen Server geschickt. Hier ist das Energiecontrollingsystem installiert. Die Technik beruht auf der so genannten Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M). M2M ermöglicht den automatisierten Datenaustausch zwischen Geräten oder zwischen einem Gerät und einer zentralen Leitstelle. Dank des M2M-Energiecontrollingsystems haben die Fachhändler den Energieverbrauch nun zentral und rund um die Uhr im Blick und erhalten einen detaillierten Überblick über alle ihre Verbrauchsdaten. Stromfresser haben so keine Chance mehr. Denn die Trink & Spare-Manager sehen in Echtzeit, an welcher Stelle im Markt sie wie viel Geld für Energie aufwenden. Kommt es zu Planabweichungen, schlägt das System Alarm. „Damit verfügen die Händler über ein Frühwarnsystem, um rechtzeitig gegenzusteuern“, sagt Fabian Mentenich, Projektleiter bei der Deutschen Telekom. Brennt irgendwo noch unnötig ein Licht? Ist ein Bewegungsmelder ausgefallen? Mit dem System lässt sich das schnell und aus der Ferne entdecken.
Sparen vom ersten Moment

Beide Maßnahmen hat die Deutsche Telekom als Generalunternehmerin umgesetzt – ein Einsatz, der sich rechnet. Beispiel Beleuchtungskosten: In den Pilotmärkten erzielte Trink & Spare von Anfang an Einsparungen von rund 70%. Die Amortisationszeit beträgt nur zwei Jahre. Monatlich zahlt die Handelsgruppe nun weniger für die Beleuchtung und die Rückzahlung der Investition, als sie zuvor allein für das Licht aufwenden musste. Trink & Spare wählte ein vierjähriges Miet-/Kaufmodell, über das die Investitionskosten vorfinanziert werden. Aber LED kann mehr als sparen – die Technologie ist ein echter Lichtblick: Mitarbeiter und Kunden empfinden die neue Beleuchtung als deutlich angenehmer. Das webbasierte Energiecontrolling kann nach Angaben der Deutschen Telekom die Energiekosten um bis zu 15% drücken.

Energiesparen immer beliebter

Nach einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) wollen immer mehr Betriebe in energiesparende Maßnahmen investieren. 2009 waren es noch 28%, 2011 interessierten sich schon 40% für die Technik. Noch arbeiten allerdings besonders große und energieintensive Unternehmen daran, ihre Energie effizienter einzusetzen. Bei den Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern hat bereits über die Hälfte ein Energiemanagementsystem im Einsatz. Kleine und mittlere Unternehmen agieren deutlich zurückhaltender: Laut dena verfügt nur ein Fünftel über ein Energiemanagementsystem. Der Rest verschenkt Einsparpotenziale: Denn nach Angaben der EnergieAgentur NRW kann jeder Betrieb Energie sparen: abhängig von Branche und Größe zwischen 5 und 25%. Ohnehin wird das smarte Sparen Pflicht. Laut Energiewirtschaftsgesetz müssen auch kleine und mittlere Unternehmen intelligente Messgeräte – auch unter dem Begriff Smart Meter bekannt – einbauen. Dazu gehören alle Nutzer mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 6.000 kWh. Wer Energie spart, schont damit immer auch die Umwelt: Daher hat sich auch die Öko-Bilanz von Trink & Spare aufgehellt: Durch den eingesparten Strom werden rund 400t CO2-Emissionen pro Jahr vermieden. Und darin sind noch nicht einmal die Einsparungen bei Wärme, Kühlung und Lüftung einkalkuliert.

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