USV-System für den alltäglichen Dauerbetrieb gesucht
Einer der Schwerpunkte des ‚Turn-Key‘-Projektes war dabei die unbedingte Verlässlichkeit der notwendigen Stromversorgung. In Nigeria kann nicht von einer kontinuierlichen und stabilen Stromversorgung ausgegangen werden, wie das in europäischen Ländern der Standard ist. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für sicherheitsrelevante Systeme und Netze wird daher für den alltäglichen Dauerbetrieb eingebaut und nicht, wie in Europa üblich, nur für Notfälle. Hierbei muss das USV-System so wartungsfrei und servicefreundlich wie möglich konzipiert sein. Mocom war daher auf der Suche nach einem ausgereiften und stabilen USV-System, dessen Hersteller flexibel genug war, Sonderwünsche zu berücksichtigen. Auf einer Messe stieß Mocom auf den mittelständischen USV-Spezialisten Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Steinenbronn bei Stuttgart entwickelt, produziert und vertreibt seit mehr als 25 Jahren hochwertige sowie zuverlässige Stromversorgungen für den Industrieeinsatz, für Rechenzentren sowie für IT-Applikationen. Das Unternehmen verfügt aus diesem Grund über langjährige Erfahrung und spezialisiertes Wissen, wie es bei diesem Projekt notwendig war.
Große Anpassungsfähigkeit und hohe Qualität gab den Ausschlag
Für die verschiedenen Anwendungsfälle, welche Mocom in Nigeria abdecken musste, konnte die Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH eine individuelle Lösung liefern. Berthold Hengge, Technischer Leiter bei Mocom, erinnert sich: „Wir hatten bei mehreren USV-Herstellern deren Portfolio analysiert und zusätzlich hierzu Anlagen getestet, um passende USV-Systeme zu finden, wobei die Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH uns durch innovative Qualitätsprodukte und den Vertriebsservice überzeugte. Wir hatten den Eindruck, dass dort die umfassendste Vorarbeit geleistet und das Angebot perfekt an unsere Ansprüche angepasst werden konnte.“ So ist die Kommunikation zwischen den parallel geschalteten USV-Systemen eine spezielle Erweiterung der Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH, exklusiv für dieses Projekt. Um die Verbraucher sicher zu versorgen, muss die USV-Anlage zu jeder Zeit eine künstlich erzeugte und hoch stabile Wechselspannung liefern. Diese Technologie wurde in der Vergangenheit Online-Charakteristik genannt und wird heute als VFI-Charakteristik bezeichnet. Die künstlich erzeugte Spannung hat den Vorteil, dass die Last zu keiner Zeit direkt mit dem Netz verbunden ist, auch wenn gelegentlich qualitativ ausreichende Netzspannung vorhanden sein sollte. Störspannungen, Spannungsspitzen sowie schleichende Fluktuationen von Spannung und Frequenz haben keinerlei Auswirkung auf die Ausgangsspannung der USV-Anlage und den Dauerbetrieb der Verbrauchersysteme. Besonders wichtig ist dies für den Fall, dass die staatliche Netzstromversorgung ausfällt und ein lokaler Notstromgenerator anspringt, um die Stromversorgung des Flughafens zu übernehmen. Im Moment des Umschaltens auf den Generator können unkalkulierbare und potenziell schädliche Störspannungen für die Kommunikationssysteme entstehen, welche jedoch durch die Technologie der VFI-Charakteristik abgefangen werden. Die USV-Systeme der Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH garantieren daher durch die VFI-Charakteristik eine saubere und stabile Ausgangsspannung. Diese hohe Qualität der Spannungsversorgung und die Bereitschaft zur umfangreichen technischen Zusammenarbeit waren der ausschlaggebende Grund für Mocom, sich für die Wöhrle Stromversorgungssysteme GmbH zu entscheiden.
Umfassende Stresstests
Seit 2012 werden die umfangreichen Antennensysteme für die Satelliten-Übertragungsstrecken der 30 Flughäfen in Nigeria aufgebaut. Bis Ende 2013 werden die Schaltzentralen für die neue ICT-Infrastruktur installiert sein sowie die zehn wichtigsten nigerianischen Flughäfen und die Zentrale des nigerianischen Katastrophenschutzes ihre neue Kommunikationstechnik erhalten haben. Bei Mocom in München stehen daher seit Jahresanfang umfassende Stresstests der redundanten Systeme unter möglichst realer Nachbildung der nigerianischen Betriebsbedingungen an. Getestet wird z.B., ob sich die USV-Systeme in allen Situationen planmäßig verhalten und bei Störungen rechtzeitig abschalten, damit die Batteriesysteme nicht tiefentladen. Auch die Ladeströme der Akkumulatoren müssen innerhalb genau definierter Toleranzen bleiben, um die Stromversorgung nicht zu überlasten.















