Neuaufstellung der globalen Fertigungskapazitäten

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Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Im Zuge der Neuaufstellung als eigenständiger, globaler Teilkonzern der Phoenix-Contact-Unternehmensgruppe stellt Phoenix Contact E-Mobility ihre globale Fertigung neu auf. Damit reagiere das Unternehmen auf die strukturelle Veränderung des weltweiten Markts, in dem Europa, China und die USA zunehmend regional agieren. Als strategische Antwort bündelt das Unternehmen Fertigungskapazitäten für den europäischen Markt in Polen. Dabei sei das Ziel auch eine Vereinfachung der Lieferketten. Hochautomatisierte Fertigung mit hohen Stückzahlen verbleibt in Schieder. Der Standort agiert weiterhin als globales, operatives Headquarter der Phoenix Contact E-Mobility.

„Der Hochlauf der Elektromobilität im Massenmarkt befindet sich in einer kritischen Phase. Was wir derzeit in der Industrie und als Privatperson erleben, ist keine klassische Wirtschaftskrise, sondern eine grundsätzliche Veränderung von geopolitischen Strukturen mit den USA und China als zunehmend ‚getrennte‘ Wirtschaftsräume“, beschreibt Andreas Rau, Vorstand der Phoenix Contact E-Mobility Holding SE, die Situation. „Um auf diese Aufgabe adäquat zu reagieren, brauchen wir eine strategische Anpassung statt kurzfristiger, überbrückender Maßnahmen.“

Wenngleich die Geschäftsführung davon ausgeht, dass sich der Markt auch in Deutschland wieder positiv entwickeln wird, erwarte sie, dass der Konsolidierungsdruck auf den Produktionsstandort Europa mittelfristig bestehen bleibt. Fertigung am Standort Deutschland ist insbesondere in den Bereichen der manuellen oder teilautomatisierten Produktion mit hohen Kosten verbunden. Für hochautomatisierte Fertigung mit hohen Stückzahlen bleibt der Produktionsstandort Schieder bestehen.

Die Zusammenfassung von Montage- und Logistiktätigkeiten im polnischen Werk in Rzeszów ermöglicht künftig die Direktbelieferung europäischer Kunden für die Ladeinfrastruktur aus den produzierenden Werken. Manuelle Montagetätigkeiten sowie die Fertigung der Produkte für Ladeinfrastruktur erfolgen im Werk in Rzeszów. Polen übernimmt damit künftig neben der reinen Produktion auch Logistikaufgaben für den europäischen Markt.

Einhergehend werden bis Ende dieses Jahres Arbeitsplätze in der Produktion in Schieder wegfallen. Stand heute sind rund 60 Mitarbeitende von insgesamt 445 Mitarbeitenden am Standort unmittelbar von den Veränderungen betroffen.