Jobmotor Klimaschutz

Liebe Leserinnen und Leser,

die zahlreichen Initiativen der Bundesregierung zum Klimaschutz eröffnen dem Handwerk enorme Möglichkeiten. Behauptungen, mehr Investitionen in den Klimaschutz würden Arbeit verteuern und Jobs gefährden, sind falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall: Der Klimaschutz bietet Chancen für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in vielen Branchen. Die erhöhte Nachfrage nach energieeinsparenden Techniken und ­Sys­temen kann dazu beitragen, zusätzliche Arbeitsplätze entstehen zu lassen und bestehende Arbeitsplätze zu sichern. Und die Folgen einer Klimakatastrophe kosten wesentlich mehr, als vorbeugende Maßnahmen. Auch das Elektrohandwerk profitiert von den positiven Nebeneffekten der Klimapolitik. Dies konnte man erst kürzlich auf der Light + Building beobachten. Das diesjährige Messeleitthema ‚Energieeffizienz‘ spiegelte sich im Bereich Haus- und Gebäudeautomation deutlich wieder: Erhöhung der Gebäudeeffizienz, Energieeinsparung und CO2-Reduktion
hießen die großen Themen. Jeder vierte der insgesamt 165.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland stammte aus dem Handwerk. Die positive Stimmung der Messe deckt sich mit dem positiven Konjunkturverlauf der Branche. Optimismus ist angesagt und an einer Fortsetzung des Aufschwungs bestehen kaum Zweifel.

Gefahr für Boom-Markt Photovoltaik

Auch die Solarbranche verzeichnete in jüngster Vergangenheit enorme Wachstumsraten. 2007 war ein Rekordjahr, meldet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar): Im vergangenen Jahr gingen so viele Solarstromanlagen in Deutschland ans Netz wie nie zuvor. Besonders viele elektrohandwerkliche Betriebe sind erfolgreich aktiv. Laut ‚Standortgutachten Photovoltaik in Deutschland‘ will die Solarbranche ihren Umsatz bis 2010 auf 10Mrd.e verdoppeln und die Zahl der Arbeitsplätze soll um 13.000 auf 54.000 wachsen. Eine Gefahr für den Boom droht der Branche allerdings vom Gesetzgeber. Die Große Koalition erwägt, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährten Vergütungen für Solarstrom zu kürzen. Laut einiger Experten könnte mit der geplanten Novelle des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) der Markt einbrechen. Diese Fachleute rechnen mit einem deutlichen Rückgang von Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen in Deutschland, wenn die Pläne der Bundesregierung durchgesetzt werden. Nach meiner Meinung wird sich die positive Entwicklung auch nach der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fortsetzen, wenngleich deutlich langsamer. Zumindest solange die Preise für Primärenergie derart in die Höhe schnellen. Passend zum Thema haben wir für Sie eine umfassende Marktübersicht ‚Photovoltaikmodule‘ ab Seite 22 zusammengestellt.

Viel Spaß beim Lesen

Ihr Henning Schulz



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