
Der ZVEI kritisiert den Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E: „Heute sparen, morgen teuer nachrüsten“, so die Einschätzung von Sebastian Treptow, ZVEI-Bereichsleiter Gebäude. Laut Verband führt eine reduzierte Erstausstattung in der Elektroinstallation langfristig zu höheren Nachrüstkosten und verzögert die notwendige Transformation des Gebäudesektors.
Während der ZVEI das Anliegen teilt, Bauen kostengünstiger und einfacher zu gestalten, fordert er, die Elektroinstallation von Kosteneinsparungen auszunehmen. Es sei falsch, nur die kurzfristigen Baukosten zum Maßstab zu machen. Stattdessen sollte der Fokus auf den langfristigen Energie- und Betriebskosten liegen.
Denn das Einsparpotenzial ist überschaubar: Eine zukunftsfähige Elektroinstallation betrage im Neubau lediglich vier bis fünf Prozent der Gesamtkosten. Dementsprechend ließen sich durch eine deutlich reduzierte Elektroinstallation – etwa durch halb so viele Steckdosen wie bisher Standard und einen Verzicht auf Datenleitungen und -dosen – lediglich 0,5 bis 0,7% der Baukosten beim Einfamilienhaus und 0,8 bis 1,1% beim Mehrfamilienhaus sparen.
„Selbst deutliche Einschnitte bei der Elektroausstattung bringen bei den Gesamtbaukosten kaum Entlastung. Dafür wird an einer Infrastruktur gespart, die über Jahrzehnte Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit des Gebäudes gewährleisten soll“, so Treptow. Auch bei der Sanierung ist es seitens ZVEI kontraproduktiv, aus Kostengründen auf zukunftssichere Ausstattungsmerkmale zu verzichten. Dies würde den Aufwand für eine spätere Integration von Energiewendetechnologien wie Wärmepumpe, PV-Anlage, Stromspeicher oder Ladestationen nur erhöhen.
















