Steuerung und Sensorik

Per Touchscreen Fingertipp lässt sich die Beleuchtung in der Produktionshalle steuern. (Bild: Fotografie Nadine Kernchen)
Per Touchscreen Fingertipp lässt sich die Beleuchtung in der Produktionshalle steuern. (Bild: Fotografie Nadine Kernchen)

Zusätzlich sorgen die Lichtplaner mit einem Steuerungssystem dafür, dass die Halle an allen Stellen zu jeder Tageszeit und bei jeder Witterung optimal beleuchtet ist. Hierfür wurde die Halle in 15 unterschiedliche Teilbereiche gegliedert. In ihnen herrschen unterschiedliche Tageslichtbedingungen und es werden verschiedene Tätigkeiten durchgeführt. Alle Bereiche sind mit Lichtsensoren und Bewegungsmeldern ausgestattet. Die Sensoren messen individuell in jedem Bereich die Lichtsituation und geben die entsprechende Information an die Steuerungseinheit (EnOcean Dali Controller) weiter. Hierbei setzt Eiko auf die EnOcean-Funktechnologie. Diese hat den Vorteil, dass vollständig auf Kabel und Batterien verzichtet werden kann. Stattdessen schöpfen die Sensoren die erforderliche Energie aus der Spannung, die entsteht, wenn sich in ihrer Umwelt die Energie ändert (z.B. piezoelektrische Effekte). Die Informationen werden per Funk (868MHz) als verschlüsselte Daten übermittelt, wodurch das System sicher gegen unerwünschte Eingriffe ist. Sobald die Steuerungseinheit die Information über den Istzustand der Beleuchtungssituation erhalten hat, passt sie das künstliche Licht so an, dass die gewünschte Lichtstärke erreicht wird. In der Fertigungshalle liegt diese bei über 1.000 Lux, die Lichtfarbe ist auf 5.000K festgelegt. Sie ist dem Tageslicht sehr ähnlich und wirkt sich positiv auf die Konzentration der Mitarbeiter aus, was u.a. dabei hilft, Arbeitsunfälle zu vermeiden. Um auszuschließen, dass das Licht zu Zeiten leuchtet, in denen es nicht erforderlich ist, wurde eine Steuerung programmiert, die alle gewünschten Parameter berücksichtigt. Hierzu gehören u.a. die voneinander abweichenden Luxlevel in den Bereichen zu verschiedenen Uhrzeiten, die Länge der Nachlaufzeit, der Verlauf der Tageslichtnachführung und weitere Funktionen.

Bedarfsgerechte Steuerung

Konkret bedeutet dies: An normalen Arbeitstagen schaltet sich die automatische Beleuchtungsanlage eine halbe Stunde, bevor die Arbeitsschicht beginnt, ein, und zwar auf 20 Prozent der normalen Lichtleistung, 10 Minuten vor Schichtbeginn geht die Beleuchtung auf 100 Prozent und wird während der gesamten Arbeitszeit wie beschrieben vollautomatisch geregelt. 30 Minuten nach der letzten Schicht dimmt die Anlage automatisch das Licht auf 20 Prozent der normalen Lichtleistung herab. Eine halbe Stunde später wird das Licht komplett ausgeschaltet. Registriert der Bewegungsmelder nach Arbeitsschluss sowie an Wochenenden und Feiertagen, dass sich jemand in der Halle befindet, gehen sofort die Lampen automatisch mit einer Lichtleistung von 20 Prozent an. Dabei ist die gesamte Beleuchtungsanlage so konzipiert, dass sie zwar vollautomatisch läuft, die Mitarbeiter aber die Möglichkeit haben, manuell einzugreifen und alle Teilbereiche nach Wunsch zu steuern. So können sie z.B. die Nachlaufzeit der Bewegungsmelder einstellen und deren Restlaufzeit überprüfen.

Die Kombination macht’s

Die größte Herausforderung der Lichtplanung bestand darin, alle Besonderheiten vor Ort zu berücksichtigen. Abgesehen davon, dass die Lichtverhältnisse in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich waren, mussten auch die Anforderungen der einzelnen Tätigkeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten berücksichtigt werden. Ferner hatten die Planer zu beachten, dass die Lichtstrahlen von einzelnen Maschinen blockiert werden und einzelne Arbeitsbereiche im Schatten der Maschinen liegen. Wie das Ergebnis zeigt, hat sich der Aufwand gelohnt: Nach eigenen Angaben spart die Firma Junker-Filter heute über 65 Prozent im Vergleich zur früher erforderlichen Energie – ohne die Steuerung in Betrieb zu nehmen. Mit der Steuerung lassen sich zusätzlich noch bis zu 20 Prozent Energie sparen. Der Firmeninhaber Jürgen Junker kommentiert: „Für uns war ein flexibles Steuerungssystem sehr wichtig. Unser Ziel war es, je nach Auslastungsgrad der Halle einen Teil der Produktionsanlage gezielt und bedarfsgerecht beleuchten zu können. Genau das haben wir erhalten.“