
Die vom 21. September bis 2. Oktober durchgeführte ZVEH-Konjunkturumfrage zeigt nach längerer Zeit erstmals wieder einen Aufwärtstrend: Bei den Auftragspolstern ist ein Wachstum zu verzeichnen, die wirtschaftliche Situation hat sich verbessert. Motor der Entwicklung sind vor allem die Privatkunden. Das schlägt sich auch positiv auf den Geschäftsklimaindex nieder.
„Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Die Stimmung in den E-Handwerken hat sich jedoch über den Sommer leicht verbessert“, so Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), zu den Ergebnissen der ZVEH-Herbstkonjunkturumfrage. An der im Zeitraum vom 21. September bis zum 2. Oktober durchgeführten Umfrage hatten 1.586 E-Betriebe teilgenommen.
Allerdings warnt Neuhäuser: „Der Energiewendepolitik der Bundesregierung fehlt es an Zukunftsfestigkeit und klaren Wachstumsimpulsen. Mit der EEG-Novelle und dem Netzpaket stehen zudem hochproblematische Änderungen an. Auch ist die Investitionstätigkeit in die Infrastruktur und aus der Privatwirtschaft noch nicht da, wo wir sie brauchen. Statt eines Tankrabatts wäre die Senkung der Stromsteuer richtig gewesen. Hier ist die Politik nach wie vor in der Pflicht, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.“

Auftragspolster wachsen wieder
Grund für die Aufhellung der Stimmung sind u.a. stabilere Auftragsvorläufe. So sank der Anteil der Unternehmen mit Auftragspolstern unter einem Monat gegenüber der Frühjahrskonjunkturumfrage 2026 von 35,0 auf 31,1%. Umgekehrt stieg der Anteil der Betriebe mit Auftragsvorläufen von mehr als zwei Monaten von 41,9 auf 45,0%. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Erholung primär auf das Privatkundengeschäft zurückzuführen ist“, erklärt Neuhäuser.
So gaben 29,3% der befragten Betriebe ein Wachstum und nur 23,7% einen Rückgang bei den Aufträgen von Privatkunden an. Deren Anteil am Gesamtumsatz in den Elektrohandwerken stieg in der Folge von 38,8% im Frühjahr auf nun 40,7% an.

Geschäftssituation hat sich leicht verbessert
Die verbesserte Auftragssituation lässt die befragten Unternehmen wieder etwas positiver auf ihre aktuelle Geschäftslage schauen. Hatten im Frühjahr noch 44,9% der Unternehmen angegeben, über ein gutes Geschäftsklima zu verfügen, waren es jetzt 48,0% . Als schlecht bezeichneten aktuell nur noch 11,5% die Geschäftssituation – nach 13,7% im Februar.
Der Geschäftsklimaindex (GKI) bildet die insgesamt positiven Entwicklungen in den E-Handwerken ab und nährt sich nun – nach dem Tiefststand von 65,6 Punkten im Frühjahr – mit 68,2 Punkten wieder dem Wert aus der ZVEH-Herbstkonjunkturumfrage 2025 (68,8 Punkte).
Anteil der Betriebe mit offenen Stellen weiterhin rückläufig
Beim Anteil der Betriebe, die angaben, offene Stellen zu haben, ist die Zahl gegenüber dem Frühjahr jedoch weiterhin rückläufig (Frühjahr: 46,0% / Herbst: 43,5%). Der Anteil der Betriebe mit offenen Stellen liegt damit seit Herbst 2025 konstant unter der 50-Prozent-Marke. Eine Erklärung könnte sein, dass die E-Unternehmen aufgrund der weiterhin volatilen gesamtwirtschaftlichen Lage zögerlicher bei der Stellenausschreibung sind. Möglich ist aber auch, dass aufgrund der verbesserten Bewerberlage schlichtweg mehr offene Stellen besetzt werden konnten.
Verhaltener Pessimismus bezüglich der zukünftigen Geschäftssituation
Bezüglich der Einschätzung der zukünftigen Geschäftssituation zeichnet die Herbstkonjunkturumfrage indes ein eher durchwachsenes Bild. Zwar stieg die Zahl der Unternehmen, die davon ausgehen, dass sich die wirtschaftliche Situation verbessern wird von 17,1 im Frühjahr auf jetzt 20,8%. Gleichzeitig geht aber auch ein leicht höherer Anteil von einer Verschlechterung aus (Herbst: 23,1% / Frühjahr: 22,2%).
„Wir sehen hier, dass ein gewisser Pessimismus hinsichtlich der Geschäftssituation bleibt“, so Neuhäuser: „Umso wichtiger ist es, dass die Regierung die versprochenen Reformen nun schnell auf den Weg bringt, damit sich die leichte wirtschaftliche Erholung der vergangenen Monate fortsetzen kann.“

















