Intelligente IP-Video- und Thermaltechnologie

Intelligente IP-Video-und Thermaltechnologie

1999 begann in der Videosicherheitsbranche der Wandel weg von analog hin zu IP. Denn seit diesem Zeitpunkt sind Anwender in der Lage digitalisierte Bilder in komprimierter Form auf direktem Wege über ein Computernetzwerk an einen Standard-Browser zu senden. So lassen sich Livebilder und interne Aufzeichnungen mehrerer Kameras gleichzeitig an entfernten Plätzen nutzen. Einer der Pioniere bei dieser Technik ist die Mobotix AG, deren Erfolgsgeschichte ebenfalls 1999 begann und die technologische Entwicklung in diesem Bereich entscheidend prägte. Dabei zeigen die Innovationen aus den letzten 10 Jahren, dass Videosicherheitssysteme immer autonomer und intelligenter werden.

 (Bild: Mobotix AG)

(Bild: Mobotix AG)

Mobotix IP-Kameras sind von Beginn an durch die hohe Qualität und die prägende ‚Dezentrale Architektur‘ bekannt, bei der in jede Kamera ein Hochleistungsrechner und bei Bedarf ein digitaler Langzeit-Flashspeicher (MicroSD-Karte) zur mehrtägigen Aufzeichnung integriert ist. Der PC bzw. der Videoleitstand dient nur zum reinen Anschauen und Auswerten aber nicht zum Aufzeichnen. Die Kameras bieten integrierte Videoanalyse, Ereignisdetektion sowie Alarmierung und verwalten den eigenen Video-Ringspeicher auf dem NAS oder Server selbstständig. Aus diesem Grund sind diese Videosysteme höchst zuverlässig und benötigen weniger Server, weniger Workstations und eine reduzierte Infrastruktur. Basierend auf diesen technologischen Grundlagen brachte das Pfälzer Unternehmen in den letzten zehn Jahre etliche Neuheiten auf den Markt, beispielsweise 2008 die Q22, die erste hemisphärische Kamera der Welt. Die mit einem hochauflösenden 3,1 Megapixel Farb-Bildsensor ausgestattete Netzwerk-Domekamera liefert erstmals ein 180-Grad-Panoramabild. Seit 2010 eröffnet die Türstation bei der Zutrittskontrolle neue Optionen wie Gegensprechen, Panorama-Ansicht, RFID-basierte Zutrittskontrolle, automatische Alarmierung und Videobenachrichtigung oder die weltweite Kommunikation mit einer Person vor der Haustür über ein Smartphone. Auch im Bereich Software hat sich Vieles getan. So ist es beispielsweise seit 2012 mit Mobotix-Kameras möglich, durch eine integrierte Software Objekte zu zählen oder Heatmaps (grafische Darstellung häufig frequentierter Bereiche) zu erstellen. 2013 folgte mit dem MxActivitySensor eine Lösung, die Fehlalarme bei geringstem Konfigurationsaufwand verringert. Kombiniert mit der Thermaltechnologie erlaubt dieses System seit 2014 eine Ereigniserkennung in absoluter Dunkelheit. Gute Farbbilder ohne Bewegungsunschärfe ermöglicht die 6MP-Moonlight-Technologie, die Mobotix 2015 auf den Markt brachte. Das 2017 eingeführte 6 Megapixel Kamerasystem deutet an, wohin die Reise bei Videosicherheitslösungen zukünftig geht. Das System liefert bei gleicher Auflösung bis zu zweimal mehr Bilder pro Sekunde als bisher. Schnelle Objekte werden damit noch besser erfasst. Zudem bietet Mx6 mehr Kapazität für Softwareanwendungen, wie zum Beispiel eine 3D-Bewegungsanalyse oder Nummernschilderkennung in der Kamera. Auch liefert das Mx6-System Videodaten zeitgleich in verschiedenen Formaten wie MxPEG, MJPEG und erstmals auch im Industriestandard H.264. Das neue Kamerasystem ist durch RealTime Streaming Protocol/Multicast deutlich flexibler und eröffnet neue Anwendungs- und Integrationsmöglichkeiten. Diese kommen den neuen Anforderungen entgegen, die heutzutage an die Technik gestellt werden.

Gebäude und Umgebung präventiv sichern

So werden Videosicherheitssysteme vor dem Hinblick steigender Einbruchszahlen in Deutschland und möglicher, teilweise betriebsbedrohenden Schäden durch Feuer immer wichtiger. Dabei sollte das Ziel nicht die Dokumentation und mögliche Strafverfolgung oder Ursachenerkennung sein. Es muss vielmehr die Prävention im Vordergrund stehen, um Gefahren möglichst abzuwehren und Schäden vorzubeugen. Dafür müssen gewisse Faktoren wie die Bildqualität und Robustheit des Systems gewährleistet sein. Sind die Kameras mit einem leistungsfähigen Rechner und intelligenten Software-Applikationen ausgestattet, kann das Videosystem effizienter und vor allem auch zur Abwehr von Gefahren und zur Vorbeugung von Schäden genutzt werden. Eine intelligente Kamera tritt nur dann in Aktion, wenn es wirklich darauf ankommt. Sie ist mit einer Software zur Bewegungserkennung ausgestattet und ermöglicht ein zuverlässiges Alarmmanagement. Im definierten Alarmfall startet die Kamera beispielsweise automatisch eine Lautsprecheransage und schaltet eine Zusatzbeleuchtung ein.

Netzwerkkamera Q26 von Mobotix mit 360° Rundumsicht (Bild: Mobotix AG)

Zudem kann die Kamera über VoIP-Telefonie oder E-Mail ausgewählte Mitarbeiter oder einen Sicherheitsdienst benachrichtigen. Besonders fortschrittliche Systeme können durch eine intelligente Kamerasoftware wie beispielsweise dem MxActivitySensor Fehlalarme reduzieren, da sie Störeinflüsse wie durch Wind bewegte Bäume oder Regen, aber auch kleine Tiere ignoriert. Eine Kombination eines optischen Sensors mit Thermaltechnologie bringt weitere Vorteile, denn so können sich bewegende Objekte auch anhand ihrer Wärmestrahlung selbst bei absoluter Dunkelheit über lange Distanzen sicher erkannt und in brillanter Qualität aufgezeichnet werden. Perimetersicherheit lässt sich auf diesem Weg intelligent und kosteneffizient gestalten.

Moderne Videotechnik hilft Brände zu vermeiden

Video- und Thermaltechnologie wird von Unternehmen zunehmend auch zur Erfassung von Gefahrensituationen im Produktionsprozess genutzt. So überwachen Videokameras Abläufe im Rahmen der Qualitätssicherung. Dabei werden oft hochauflösende hemisphärische Kameras mit 360-Grad-Rundumsicht und der Möglichkeit eines digitalen Zooms eingesetzt. In Produktionsbetrieben sind robuste, qualitativ hochwertige Outdoor-Kameras gefragt, die Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit standhalten. Dualkameras, die neben dem optischen Sensor mit einem speziellen, kalibrierten Thermalradiometrie-Sensor ausgestattet sind, können zudem temperaturkritische Prozesse überwachen und vor Schäden durch Überhitzung oder Brand schützen. Außerdem lassen sich durch eine Überlagerung von visuellem und thermischem Bild ‚Hotspots‘, also Punkte kritischer Temperatur, zum Beispiel in einem Maschinenraum, schnell orten und Maßnahmen ergreifen.

Die Zukunft wird smarter

Die Beispiele zeigen, dass Videosicherheitssysteme den Anwender immer besser unterstützen können. Dabei geht es nicht nur um immer bessere Bildqualität. Die Systeme werden zunehmend intelligenter und autarker und helfen dabei Gefahren abzuwenden und Schäden zu vermeiden.


Autor | Dr. Tristan Haage,
CSO,
Mobotix AG
www.mobotix.com

MOBOTIX AG
www.mobotix.com

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