
Nahe der Altstadt im nordholländischen Hoorn ist die Wohnanlage Toren entstanden. Sie besteht aus einem mehrgeschossigen, U-förmigen Gebäudekomplex sowie einem 55m hohen Turm mit über 20 Etagen. Die über 200 Wohnungen haben Größen von 70 bis 137m². Zusätzlich befinden sich zwei ca. 300m² große Penthouses im obersten Geschoss des Turms. Im Untergeschoss verfügt das Gebäude über eine Tiefgarage mit 178 Parkplätzen, einen geräumigen Abstellraum für Fahrräder sowie Kellerräume für die Bewohner. Der Eingang ist mit einem Empfangsbereich inklusive Rezeption ausgestattet. Nicht nur in Sachen Wohnkomfort, sondern auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit erfüllt der von GeO Architecten aus Schagen konzipierte Neubau hohe Standards. Bei der Temperierung des Gebäudes setzte die Scholtens Groep – die sowohl Bauherrin des Projekts ist als auch dessen Umsetzung verantwortete – auf Wärmepumpentechnologie sowie einen auf dem Dach des Flachbaus installierten Rückkühler. Den überwiegenden Teil der Stromversorgung übernimmt eine großflächige Photovoltaikanlage. Damit einhergehend wird die gesamte Beleuchtung in LED ausgeführt.

Elektroplanung mit BIM
Den Zuschlag für die Realisierung der Elektroinstallationen erhielt die Beerepoot Installatietechniek B.V. Diese war bereits in der Planungsphase in das Projekt involviert, erklärt Jesper Kruis, Technischer Zeichner beim Unternehmen aus Zwaagdijk-Oost. „Wir waren u.a. zuständig für die Beleuchtungslösungen in den verschiedenen Bereichen des Komplexes. Hinzu kommen die Zugangskontrolle, die Gegensprech- und Brandmeldeanlage sowie die Ladestationen für Elektroautos.“ Darüber hinaus übernahm das Unternehmen sämtliche Elektroinstallationen in den Wohnungen – vom Zählerschrank über die Steckdosen bis hin zu LED-Lichtpunkten. Hier konnten die Bewohner ihre persönlichen Wünsche einbringen. Bei der Planung und Ausführung des Projekts BIM zum Einsatz. „Dies geschah auf Wunsch unseres Auftraggebers“, erläutert Kruis. „Ein großer Vorteil dieser Arbeitsmethode ist, dass eventuell auftretende Missverständnisse oder Planungsfehler bereits in einem frühen Stadium erkannt und gelöst werden können. Dies bietet uns ein hohes Maß an Sicherheit und Flexibilität im Arbeitsprozess. Darüber hinaus konnte sich der Auftraggeber schon vor dem Beginn der eigentlichen Umsetzung das digitale Bauwerksmodell ansehen. So erhielt er einen detaillierten optischen Eindruck von dem Wohnkomplex und der Gebäudetechnik.“

Vermeidung von Kollisionen
Um die Elektroinstallationen zu entwickeln und zu planen, arbeitete Beerepoot im Modell des Architekten. „Für jede Wohneinheit erstellten wir eine Basisinstallation, die in Absprache mit den Käufern weiter ausgearbeitet wurde“, ergänzt Kruis. „Die verschiedenen Modelle wurden dann mit dem Bauunternehmer geteilt. Dieser verwaltete das BIM-Projekt, kontrollierte die Modelle der verschiedenen Beteiligten, prüfte auf Kollisionen zwischen den Gewerken und nahm die erforderlichen Änderungen vor. Wir wiederum erstellten aus dem BIM-Modell unsere 2D-Zeichnungen für die Verwendung auf dem Bau sowie die zweidimensionalen PDF-Dateien für den Bauunternehmer und die Wohnungskäufer.“ Von der Planung bis zur Wartung: Die Gira Türkommunikation IP unterstützt Elektrofachbetriebe mit einem durchgängigen System. Zentrale Projektierung, modulare Erweiterbarkeit und sichere Fernwartung erleichtern den gesamten Projektablauf. ‣ weiterlesen
Türkommunikation mit System.
Leistungsstarkes Planungswerkzeug
Für die digitale Planung der Installationen in der Wohnanlage nutzte das Elektrounternehmen die Software DDScad von Graphisoft. „Früher haben wir mit einer Anwendung aus dem Closed-BIM-Bereich gearbeitet, bei der die Architektur im Vordergrund stand“, so Kruis. „Im Vorhinein dieses Projekts haben wir nach einer passenderen Alternative für unsere Zwecke gesucht. Fündig wurden wir bei DDScad. Die Software bietet viele Vorteile für unser Handwerk, da sie sich vor allem auf die Installationstechnik konzentriert.“ So konnte das Unternehmen mit dem Planungswerkzeug schnell und einfach Kombinationen aus verschiedenen Schaltern sowie Steckdosen für die Wohnungen des Komplexes erstellen. „Dabei wurden alle Basisinformationen – z.B. in welchem Stromkreis eine Steckdose platziert ist – sorgfältig geprüft. Ebenso ließen sich Stromkreiseinteilungen leicht anpassen, wenn Installationen verändert wurden“, fügt Kruis hinzu. Dies erleichterte es Beerepoot, den Wünschen der Wohnungskäufer auch im Nachhinein flexibel zu entsprechen. Wer Elektroinstallationsrohre sauber befestigen will, braucht nicht für jede Montagesituation eine neue Lösung. So setzt Schnabl Stecktechnik mit dem FC Flexi-Clip auf ein effizientes und flexibles Prinzip: Der Clip bleibt, die Steck-Anbindung wechselt. ‣ weiterlesen
Ein Clip für alle Untergründe
Flexibilität durch Datenaustausch
Nach Abschluss der Elektroplanung vereinfachte die Arbeit mit BIM zudem die Übergabe der Daten an die Ausführenden auf der Baustelle. „Bereits während der Modellierung zeichneten wir alle Unterputzdosen in die Wände. Der Auftragnehmer konnte anschließend die Wandpläne aus dem BIM-Modell generieren, um die Betonwände mit den notwendigen Rohrleitungen zu versehen“, so Kruis. Der Datenaustausch erfolgte nach dem Open-BIM-Ansatz über das offene Dateiformat IFC. Die Open-BIM-Methode ermöglichte, dass jeder Partner des Projekts Toren die für seine Aufgaben optimale Softwarelösung verwenden konnte. Dies setzte vor Beginn der Zusammenarbeit genaue Absprachen sowie im Projektverlauf eine gute Kommunikation unter den Beteiligten voraus. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, dass jedes Gewerk die erforderlichen Daten enthält und Änderungen nicht übersehen werden.
Schulung und Vor-Ort-Unterstützung
Bei der Durchführung des Projekts erhielt Beerepoot vielfältige Unterstützung vom Hersteller der Software. „Die Mitarbeiter vom technischen Support standen uns zeitnah zur Verfügung und halfen beim Großteil der Fragen direkt weiter. In allen anderen Fällen wurde hinter den Kulissen intensiv an einer Lösung gearbeitet, wobei wir immer auf dem Laufenden waren“, erläutert Kruis. Um sich auf das BIM-Projekt vorzubereiten, absolvierten die Verantwortlichen des Elektrounternehmens zudem eine individuelle Schulung. Des Weiteren unterstützte einer der BIM-Experten des Herstellers beim Aufbau des 3D-Modells. „Mittlerweile arbeiten wir bereits an mehreren Projekten mit DDScad“, erklärt Kruis. „Wir sind überzeugt, dass BIM der Standard im Bauwesen sein wird. Unser Unternehmen ist jedenfalls bereit.“







