
Eine verlässliche Notruflösung kann Leben retten. Steckt eine Person im Aufzug fest und es kommt zu einem medizinischen Notfall, zählt jede Sekunde. Auch in weniger extremen Fällen ist es für die eingeschlossenen Personen als auch für den Betreiber wichtig, dass man sich auf das System verlassen kann. Aus gutem Grund ist es in Deutschland Vorschrift, dass sämtliche Aufzüge zur Personenbeförderung über ein Zwei-Wege-Kommunikationssystem verfügen müssen, sodass Personen im Notfall mit der Außenwelt kommunizieren können – und das jederzeit. In den meisten Fällen wird der Notruf an eine externe Notrufzentrale übermittelt. Allerdings gibt es auch Szenarien, in denen eine interne Lösung bevorzugt wird. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – ebenso wie die Anforderungen.
Bearbeitung durch eigene Zentrale
Das Ziel von sogenannten Campuslösungen ist, dass der Notruf aus dem Aufzug durch eine eigene Zentrale bearbeitet wird – zumindest im ersten Schritt. Dies ist z.B. sinnvoll, wenn eine hohe Sicherheitsstufe etwa in Ministerien, Industriebetrieben oder anderen Gebäuden und Einrichtungen interne Lösungen erfordert. In Krankenhäusern und Kliniken kann eingeschlossenen Personen bzw. deren Begleitpersonal wiederum besser geholfen werden, wenn der Notruf nicht an eine externe Zentrale vermittelt wird, sondern an eine dauerhaft besetzte Stelle im eigenen Haus. Schließlich weiß das Klinikpersonal am besten, was die eingeschlossene Person benötigt, wenn es sich um einen Patienten handelt. Auch Besuchern kann schneller geholfen werden, wenn der Notruf keinen Umweg über eine externe Leitstelle nimmt. Mit führenden Lösungen für Überstrom- und Überspannungsschutz erhöht Mersen die Betriebssicherheit in Industrie und Gebäuden. ‣ weiterlesen
WIR SCHÜTZEN IHRE ANLAGEN
Weitere Einrichtungen einbinden
Campuslösungen sind prinzipiell überall dort eine Option, wo sich mehrere Aufzüge auf einem Gelände befinden. Kommt eine Campuslösung zum Einsatz, können auch weitere Notrufeinrichtungen wie etwa ein Notruf aus barrierefreien WC-Anlagen, aus Parkhäusern und von Notrufsäulen auf die eigene Zentrale weitergeleitet und von dort aus zuverlässig bearbeitet werden. Voraussetzung ist, dass es eine durchgängig besetzte Stelle gibt, sodass der Notruf zuverlässig empfangen wird und Befreiungsmaßnahmen umgehend durch qualifiziertes Personal eingeleitet werden können. In Unternehmen, Behörden, Kliniken und Universitäten, die ohnehin über eine durchgängig besetzte Stelle verfügen, kann auf die Einbindung eines externen Leitstands mitunter verzichtet werden. Gleiches gilt für Industrieparks oder auch Hotelanlagen und Parkhäuser – die Einsatzszenarien sind so vielfältig wie die Lösungen.
Bedürfnisse und Voraussetzungen
So unterschiedlich die Gründe für eine Campuslösung sind, so unterschiedlich sind in der Regel auch die Bedürfnisse. Teils gilt es eine Systemlösung für fünf oder zehn Aufzüge zu projektieren und installieren, in anderen Fällen können es mehr als tausend Aufzüge sein, die es zu vernetzen gilt. „Die Projektierung individueller Aufzugnotruf-Lösungen erfordert eine solide Basis aus Wissen und Erfahrung, um sowohl zuverlässige Funktionalität als auch einen rechtssicheren Betrieb zu gewährleisten“, weiß Thomas Wendel vom deutschen Notrufspezialisten Telegärtner Elektronik, der mit seinem Team bereits mehr als 100 Campuslösungen installiert hat und betreut. „Es gibt keine Schablone, die man anlegen kann.“ Teils stehen Kosteneinsparungen im Vordergrund, da eine durchgängig besetzte Stelle wie eine Zentrale oder ein Pförtner bereits vorhanden ist. Bei anderen steht die Sicherheit oder die schnelle Reaktionszeit im Fokus. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur vor Ort oft sehr unterschiedlich ist. Gerade dort, wo viele Aufzüge zum Einsatz kommen, stammen die Aufzüge häufig von verschiedenen Herstellern, sodass eine herstellerneutrale Notruflösung erforderlich ist. Und auch sonst gilt es, vielfältige Anforderungen zu berücksichtigen und die Lösung an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Hierbei können sowohl digitale als auch analoge Lösungen zum Einsatz kommen. „Eine analoge Übertragungstechnik kann immer noch sinnvoll sein, weil die IP-basierte Übertragung ansonsten Akku-gepuffert sein müsste“, erklärt Wendel. „Im Einzelfall stellt sich zudem die Frage, ob eine kabelbasierte Lösung vorzuziehen ist oder eine Übertragung über die zukunftssichere 4G/VoLTE Mobilfunktechnik.“ Die Campuslösungen sind so konzipiert, dass Aufschaltungen zu externen Dienstleistern nicht erforderlich sind. Wo zu bestimmten Zeiten eine interne Abwicklung der Notrufe nicht möglich ist, muss jedoch sichergestellt werden, dass der Notruf zeitweise auf eine externe Notrufzentrale umgeleitet wird. „Und selbst dort, wo eine dauerhaft besetzte Zentrale im Haus vorhanden ist, setzen manche Betreiber auf eine Ausweichzentrale als Backup, um eine garantiert ausfallsichere Lösung zu haben“, so Wendel.
Fazit
Mit einer eigenen Notrufzentrale – auch Campuslösung genannt – können Notrufe aus Aufzügen direkt und effizient in Eigenregie bearbeitet werden. Bei Bedarf ist es auch möglich, flexibel mit externen Zentralen zusammenzuarbeiten. Auch wenn die Einrichtung einer solchen Zentrale herausfordernd erscheinen mag, können die Vorteile groß sein: Personen, die in Aufzügen eingeschlossen sind, können in der Regel schneller befreit werden. Und auch die Betriebskosten sind häufig geringer.















