Was Elektroautos und Heizungen zu bereden haben

EEBUS-Kommunikation

Was Elektroautos und Heizungen zu bereden haben

Energiewende, Wärmewende, Verkehrswende: All diese Entwicklungen haben direkte Auswirkungen auf die Gebäudetechnik. Und alle funktionieren besser, wenn die Systeme im Haus in einer gemeinsamen Sprache miteinander kommunizieren. Damit beschäftigt sich die EEBUS-Initiative.

Vernetzt: Die EEBUS-Kommunikation verbindet alle energierelevanten Systeme im Haus mit dem Energiemanager. Der wiederum kann die flexiblen Verbraucher passend zum Energieangebot ansteuern oder deren Kapazitäten über einen Smart Meter Gateway auch im öffentlichen Netz anbieten. (Bild: EEBus Initiative e.V.)

Die EEBUS-Kommunikation verbindet alle energierelevanten Systeme im Haus mit dem Energiemanager. Der wiederum kann die flexiblen Verbraucher passend zum Energieangebot ansteuern oder deren Kapazitäten über einen Smart Meter Gateway auch im öffentlichen Netz anbieten. (Bild: EEBus Initiative e.V.)

Es sind ganz schön viele Wenden, die auf uns zukommen. Autos werden zunehmend mit Strom betrieben. Die Gebäudeheizung wird mehr und mehr elektrisch dominiert – sei es mit Wärmepumpen, Speicherheizungen oder aber in Blockheizkraftwerken, die besonders effizient Strom und Wärme erzeugen.

Strom aus Sonne und Wind wird Energieträger Nummer 1

All diese Entwicklungen haben Eines gemeinsam: Elektrischer Strom muss über kurz oder lang die Energieversorgung für den Verkehr, die Heizung und die übrige Gebäudetechnik sicherstellen. Die Entwicklung startet nicht in ferner Zukunft, sie ist in vollem Gange. In der ‚All Electric Society‘ konkurrieren E-Auto-Ladestationen, Wärmepumpen, Waschmaschinen sowie – außerhalb des Gebäudes – Power-to-Gas-, Industrieanlagen oder Supercharger um den verfügbaren Strom. Eine aktuelle Studie der Energy Watch Group (EWG) zur Weltklimakonferenz in Kattowitz rechnet vor, wie Europa bis zum Jahr 2050 CO2-neutral mit Energie versorgt werden kann.1 Laut der Studie stammen dann rund 94 Prozent der Energie aus Photovoltaik- und Windkraft-Strom. Allerdings sei gegenüber 2015 auch insgesamt vier bis fünf Mal so viel Strom notwendig, um den Bedarf der bislang aus fossilen Brennstoffen gespeisten Sektoren Mobilität und Wärme abzudecken. Keine Studie ist notwendig, um die größte Herausforderung dieses Wandels zu sehen: Sonnen- und Windstrom fließen unregelmäßig. An windigen Sommertagen entstehen massive Überschüsse, bei Dunkelflaute im Winter Engpässe. Speicher und flexible Verbraucher werden also immer wichtiger.

Viessmann bietet mit Vitocall komplette Energielösungen an. Die Verbindung zur E-Auto-Ladetechnik und ins Smart Grid erfolgt künftig standardisiert per EEBUS-Kommunikation. (Bild: EEBus Initiative e.V.)

Viessmann bietet mit Vitocall komplette Energielösungen an. Die Verbindung zur E-Auto-Ladetechnik und ins Smart Grid erfolgt künftig standardisiert per EEBUS-Kommunikation. (Bild: EEBus Initiative e.V.)

Was bedeutet das für die Gebäudeausrüstung?

Bislang heizt in den meisten Gebäuden eine Gas- oder Ölheizung, während in der Garage ein Diesel oder Benziner mit Sprit von der Tankstelle auf seinen Einsatz wartet. Strom fließt aus der Steckdose, fast immer zum selben Preis. Von diesen Gewohnheiten sollten wir uns langsam aber sicher trennen. Denn elektrische Heizungen und E-Autos brauchen viel Strom: Die Raumwärme beansprucht im Durchschnitt rund zwei Drittel des gesamten Energiebedarfs eines Gebäudes. Wer also die Heizung ohne weitere Effizienzmaßnahmen von Gas auf Strom umstellt, der verdreifacht seinen Stromverbrauch. Ein E-Auto benötigt für 20.000km pro Jahr rund 2.500 Kilowattstunden2 Strom – ähnlich viel, wie ein Drei-Personen-Haushalt für Licht, Küche und sonstige Geräte verbraucht.3 Andererseits bieten die neuen Stromverbraucher eine große Flexibilität: Eine Wärmepumpe kann ihren Warmwasserspeicher auch mittags aufheizen, wenn die Sonne scheint und PV-Strom im Überfluss produziert. Autos stehen im Durchschnitt gut 23 Stunden pro Tag – viel Zeit für flexibles Laden.4 Die neuen Stromverbraucher sind also nicht nur eine Extra-Belastung für das Stromnetz, sondern auch flexible Speicher für den wechselhaften Sonnen- und Windstrom. Dafür benötigen Heizungen und Elektroautos vor allem Eines: Informationen. Sind preisgünstige Überangebote verfügbar? Wie viel Energie benötigt die Heizung mindestens? Wie weit muss das E-Auto mindestens für die nächste Fahrt geladen werden – und bis wann? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lassen sich Heizung und E-Auto tatsächlich auch netzdienlich einsetzen.

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EEBus Initiative e.V.
www.eebus.org

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