
Eine Analyse von Bitkom verdeutlicht, dass durch den verstärkten Einsatz integrierter Gebäudeautomationslösungen bis 2030 ein erhebliches Einsparpotenzial von bis zu 14,7Mio.t CO2 pro Jahr realisiert werden könnte. Dies entspricht dem CO2-Ausstoß von rund 73.000 Nichtwohngebäuden oder 544.000 Wohnhäusern. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat Kieback&Peter den ‚Klimacode 3-3-0‘ entwickelt, ein Digitalisierungskonzept für öffentliche und gewerbliche Gebäude. Im Mittelpunkt steht das BEMS Qanteon, das Energiemanagement und Gebäudeleittechnik in einer Plattform vereint. Die intelligente Steuerung, Regelung und Optimierung des Anlagenbetriebs über Qanteon ermöglicht es, CO2-Emissionen und Energieaufwände um bis zu 50 Prozent zu senken.

Digital-Architektur für Immobilien
Qanteon basiert auf einer Drei-Schichten-Architektur, die eine Integration aller Gebäudekomponenten und eine Echtzeitüberwachung der Gebäudeverhältnisse erlaubt. In der Feldebene nehmen Sensoren wie z.B. Temperaturfühler oder Feuchtigkeitssensoren Daten auf, während Aktoren Regelungsbefehle erhalten und ausführen. Die Informationen werden an die Automationsebene weitergeleitet, die präzise Anweisungen an die verschiedenen Gebäudekomponenten sendet. Diese intelligente Vernetzung optimiert den Betrieb aller gebäudetechnischen Anlagen und führt zu einer Reduzierung der Energiekosten. Ein zentrales Element der Echtzeitüberwachung ist das neue Dashboard-Modul von Qanteon. Es verwandelt Energiedaten in verständliche visuelle Darstellungen, sodass Facility Manager und Techniker den Energieverbrauch verschiedener Systeme auf einen Blick erfassen und auf Abweichungen reagieren können. Das Dashboard ermöglicht es, individuelle Ansichten zu erstellen. Die Managementebene von Qanteon spielt eine zentrale Rolle bei der Überwachung und Steuerung aller gebäudetechnischen Anlagen. Sie bietet den Betreibern einen Überblick über die Systeme und ermöglicht eine gezielte Steuerung zur Effizienzsteigerung des Betriebs. In dem zentralen Kontrollzentrum können Facility Manager nicht nur den aktuellen Energieverbrauch einsehen, sondern auch historische Daten analysieren.

Erweiterte Analysemöglichkeiten
Qanteon Insights, die zweite neue Applikation, ergänzt das System mit erweiterten Analysemöglichkeiten. Die Funktion ermöglicht es, Verbrauchsmuster über verschiedene Liegenschaften hinweg zu vergleichen und zukünftige Energiebedarfe in Was-wäre-wenn-Szenarien abzubilden. Dadurch sind Betreiber in der Lage, die potenziellen Auswirkungen geplanter Änderungen oder Investitionen auf den Energieverbrauch im Voraus zu bewerten. Diese Möglichkeit unterstützt fundierte Entscheidungen und ermöglicht es, Investitionen dort zu tätigen, wo sie den größten Nutzen entfalten. Dank einer transparenten, benutzerfreundlichen Oberfläche erhalten die Nutzer Zugang zu komplexen Gebäudedaten. Der Zugang über die neue Plattform Qanteon Hub stellt sicher, dass alle Anwender mit den bereitgestellten Informationen arbeiten können, was die Effizienz und Nachhaltigkeit des Gebäudemanagements weiter erhöhen kann.

Maßnahmen für Datensicherheit
Qanteon gewährleistet Datensicherheit durch eine Vielzahl von Maßnahmen, die auf IT-Sicherheitsstandards basieren. Zu den zentralen Elementen gehören Verschlüsselungstechnologien, die sensible Daten während der Übertragung und Speicherung effektiv schützen. Das Zugriffsmanagementsystem stellt sicher, dass nur autorisierte Benutzer Zugriff auf spezifische Daten und Funktionen innerhalb des Systems haben. Die klar definierten Benutzerrollen und -berechtigungen garantieren, dass Mitarbeiter ausschließlich auf die von ihnen benötigten Informationen zugreifen können. Um Datenverluste zu vermeiden und die Integrität der Informationen zu gewährleisten, führt das System automatisierte tägliche Backups durch. Bei der Nutzung in einer Cloud-Umgebung kommen zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Intrusion Detection Systems zum Einsatz.
Implementierung im Wohnungsbau
Die Buxtehuder Wohnungsbaugenossenschaft eG (BWG) ist Akteur im sozialen Wohnungsbau in Niedersachsen. Gegründet im Jahr 1910 verfolgt sie das Ziel, ihren Mitgliedern bezahlbaren Wohnraum anzubieten und gleichzeitig die Lebensqualität in ihren Wohnanlagen zu fördern. Mit einer Verwaltung von rund 620 Wohnungen hat sich die BWG als Partner für ihre Mieter etabliert. Die BWG hat Qanteon im Jahr 2022 implementiert und seitdem Verbesserungen in ihrem Energiemanagement erzielt. Als einer der Early Birds nutzt die BWG auch die neuen Services von Qanteon Hub seit geraumer Zeit. Vorstandsvorsitzender Stefan Conath erklärt: „Durch den einfachen Abgleich von in Echtzeit ermittelten Energiekennzahlen mit bereits vorliegenden Daten werden Potenziale sichtbar, die wir als Planungsgrundlage zur Modernisierung unserer Wärmeerzeugungsanlagen nutzen können.“ Die Genossenschaft analysiert nun den Optimierungsbedarf des Anlagenbetriebs durch Benchmarking, Verbrauchsprognosen und Lastspitzenanalysen. Der technische Leiter Gerhard Krüger betont: „Mit Insights können wir nun schnell und transparent Optimierungsbedarf beim Anlagenbetrieb erkennen.“
Intelligentes Wassermanagement
Das 2015 nach einem Brand neu errichtete Schwaketenbad in Konstanz ist das größte Freizeitbad am Bodensee. Die Anlage bietet eine Vielzahl von Becken, darunter ein 25m-Schwimmerbecken, ein Nichtschwimmerbecken und einen Wasserspielplatz. Dabei legt man Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, u.a. durch Wärmerückgewinnungskonzepte und gekoppelte Energieproduktion durch ein Blockheizkraftwerk. Zudem setzt das Bad seit 2022 auf Qanteon und gilt damit als Vorreiter im Bereich Gebäudeautomation und Energiemanagement in der Bäderbranche. Der Einsatz von Qanteon dient im Bad der präzisen Datenerfassung und -zuordnung von Anlagen und Schwimmbecken. Nicht zuletzt, um durch Analysen Störungen frühzeitig zu erkennen und Fehler zu beheben. Roland Lohr, Betriebsleiter des Schwaketenbads, erklärt: „Wir nutzen Qanteon für eine genaue Datenerfassung und Zuordnung der Verbrauchsdaten zu den einzelnen Bereichen, Anlagen und Schwimmbecken. Diese Daten lassen wir durch das BEMS analysieren und auswerten, um Optimierungsbedarf schnell zu erkennen und bei Regelabweichungen eine Fehlerbehebung einzuleiten.“ Weiterhin sagt er: „So haben wir auch bemerkt, dass die angenommenen Verbrauchswerte nicht immer der Realität entsprechen, z.B. bei den Schwimmbecken. Jetzt konnten wir ein optimales Frischwassermanagement für die neun Beckenkreisläufe generieren.“ Während im ersten Betriebsjahr die Energiedaten über den Planungswerten lagen, sind sie im zweiten Jahr leicht gesunken, und für die Zukunft wird ein weiterer Rückgang des Stromverbrauchs prognostiziert. Im Vergleich zu ähnlichen Bädern liegt der Verbrauch des Schwaketenbades mittlerweile unter dem Durchschnitt.
Energieintensive Anlagen
In Deutschland entfallen rund 14 Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf Kälte- und Klimaanlagen in Wohn- und Gewerbeimmobilien. Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels wird die Nachfrage nach effizienter Klimatisierung voraussichtlich weiter steigen. Auch hier sorgt Qanteon mit der Steuerung und Optimierung der energieintensiven Kältemaschinen für Einsparungen. Ein weiterer Vorteil des BEMS ist die Verwendung des BACnet-Protokolls, das eine problemlose Integration in bestehende Kälte- und Klimaanlagen ermöglicht. So können Betreiber ihre Systeme schrittweise modernisieren, ohne sie vollständig austauschen zu müssen. Diese Interoperabilität macht Qanteon zu einem flexiblen Werkzeug, das sich an die spezifischen Anforderungen eines Gebäudes anpassen lässt.
Die Zukunft gestalten
Die fortschreitende Digitalisierung im Gebäudemanagement wird auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. Die Integration von Künstlicher Intelligenz wird dazu beitragen, die Effizienz weiter zu steigern und die Vorhersage von Energiebedarfen präziser zu gestalten. Insgesamt wird die Bedeutung nachhaltiger Baupraktiken und energieeffizienter Technologien in der Immobilienbranche weiter zunehmen, insbesondere im Hinblick auf gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024. Mit Automatisierungssystemen wie Qanteon kann es möglich sein, die gesellschaftlichen und klimagerechten Ansprüche an eine ökonomische, ökologische und komfortable Gebäudenutzung zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund verkörpern Qanteon und die neuen Energiemanagement-Applikationen mehr als eine Lösung für das integrierte Gebäudemanagement: Es verkörpert die Vision einer vernetzten Zukunft, in der Gebäude autonom optimiert werden können.

















