
Welche Produkte und Technologien sind aktuell besonders gefragt?
Hoffmann: Wärme- und Energiewende sind natürlich im Fokus der Endanwender, die unsere Kunden im Elektrohandwerk bedienen. Wenn man da den Schwerpunkt derzeit setzt, geht es alles um die Themen Energiesparen, Energie- lenken und -steuern. Erneuerbare Energiethemen nehmen immer mehr zu und wollen in einem intelligenten Heim oder auch Smart Building integriert werden. Da gibt es viele spannende Dinge, die auch immer mehr vernetzt werden müssen.

Was für eine Rolle spielt Gebäudeautomation bei diesen Trendthemen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz genau?
Hoffmann: Ein konkretes Beispiel: Ich gucke gerade raus aus dem Fenster und sehe, die Sonne scheint sehr intensiv. Und hier setzt eigentlich schon die intelligente Gebäudesteuerung an. Egal mit welchem System: Dass wir rechtzeitig Gebäude beschatten, um nicht so viel Kühlleistung in den Räumen produzieren zu müssen, steht erst mal im Vordergrund. Hier zählt es, die Systeme miteinander so zu vernetzen, dass möglichst viel Energieeffizienz und Komfort entsteht für den Kunden. In der Bürowelt heißt das konkret, die Beschattung wird heruntergefahren und die Klimaanlage wird nur aktiviert, wenn der Fensterkontakt geschlossen ist und überhaupt jemand im Büro ist. Das kann die intelligente Gebäudesteuerung im Sinne der Energiewende natürlich hervorragend beeinflussen.
Was wird bei dir im Kontext von Weiterbildungen aktuell abgefragt?
Hoffmann: Das ist im Grunde genommen das Vernetzte. Bis vor ein paar Jahren hat man einzelne Systeme gelernt, auch einzelne Vorschriften. Das ist der Kern jeder Elektroausbildung: Wie müssen wir die Elektroverteilungen nach welchen Normen und Rechtslagen ausstatten? Jetzt nimmt die Frage zu, wie ich die verschiedensten Bereiche verknüpfe. Wir haben den Speicher, wir haben die PV-Anlage und die Wallbox, wir haben das Smart Home, die Licht-, Klima- und Heizungssteuerung. Wie schalte ich das zusammen? Das ist das Bild, was wir immer mehr sehen in allen Bereichen: Ob beim Planer, Architekt oder Elektromeister.
Welche besonderen Herausforderungen siehst du im Elektrogroßhandel im Hinblick auf diese Trends in der Gebäudeautomation?
Hoffmann: Wie alle haben wir mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Gekoppelt mit dem Interesse, diese teils doch immer noch sehr komplexen Themen, verschiedenste Schnittstellen etc. in der Komplexität lernen zu wollen: Da brauchen wir viele Spezialisten, damit wir auch jeden Tag die entsprechenden Antworten geben können. Da arbeiten wir mit eigener Ausbildung dran, mit einer eigenen Schulungsstätte, aber auch mit den Lieferanten.
Wie siehst du denn die Zukunft der Gebäudeautomation in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Hoffmann: Die Welt elektrifiziert sich und alles das, wo Strom dran vorbei oder durchfließt, wird sehr viel Aufmerksamkeit bekommen und sehr viele Chancen. Die Technologien werden sich noch weiter vernetzen und vereinfachen. Normale Haushaltsgeräte oder Gadgets werden so vernetzt, dass man in einem professionellen Smart Home Nutzen daraus ziehen kann. Geräte, die heute noch gar nicht vernetzt sind, gehen über z.B. das neue Thema Matter auch in bekannte Herstellersysteme hinein. Geschlossene Systeme werden in alle Richtungen offener, so dass der User ein funktionales und sehr komplexes, intelligentes Heim bekommen kann. Und das gilt es halt beherrschbar zu halten in Form von z.B. Aus- und Weiterbildung.
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