
Selbst auszubilden stellt für Betriebe nach wie vor die beste Möglichkeit dar, künftige Fachkräfte fürs Unternehmen zu sichern. Eine Auswertung des ZVEH zeigt jedoch: Die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, wird zunehmend schwieriger, vor allem in den kleineren E-handwerklichen Ausbildungsberufen. Doch nicht nur die Zahl der Bewerber ist rückläufig, auch deren Präqualifikation sinkt. Trotzdem gilt: Die duale Berufsausbildung bleibt in puncto Fachkräfte-qualifizierung das Non plus ultra. Auch wenn die Zahl der offenen Stellen im E-Handwerk aktuell zurückgegangen ist: Noch immer sucht jeder zweite Betrieb (46,5%) Mitarbeitende. Gesucht sind weiterhin auch Auszubildende. Laut Auswertung der Herbstkonjunkturumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) bot im Ausbildungsjahr 2025/26 fast die Hälfte der befragten Betriebe (48,3%) einen Ausbildungsplatz an. Die Umfrage fand vom 15. bis 26. September statt, insgesamt nahmen 1.562 Betriebe teil. Besonders oft ausgeschrieben wurde der größte und bekannteste der fünf E-handwerklichen Berufe: der/die Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik (EGT).

Um auf diese Ausbildungsplätze aufmerksam zu machen, setzte das Gros der Betriebe neben der eigenen Firmenhomepage (69,4%) auf Job- und Ausbildungsbörsen (54,6%) sowie die Arbeitsagentur (53,3%). Aber auch soziale Medien werden immer häufiger für die Akquise genutzt (42,1%). Besetzt werden konnten insgesamt 66,4% der angebotenen Ausbildungsplätze; die Quote schwankt allerdings je nach Ausbildungsberuf deutlich. So konnten beim EGT 72,1% der Ausbildungsplätze besetzt werden, bei den anderen vier E-handwerklichen Berufe liegt die Besetzungsquote unter 50%. 52% der befragten Betriebe vermeldet außerdem einen Rückgang bei der Zahl der Bewerbungen innerhalb der letzten fünf Jahre. Eine Verbesserung registrierten 17%. Potential sieht der Verband bei weiblichen Auszubildenden, deren Anteil nach wie vor ausbaufähig ist. „Viele junge Frauen haben eine Ausbildung im E-Handwerk einfach nicht auf dem Schirm“, so eine Erfahrung von ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser: „Auch, wenn wir im Nachwuchsmarketing bereits erfolgreich mit weiblichen ‚Role Models‘ arbeiten: Wir müssen Frauen noch gezielter ansprechen und für unsere E-handwerklichen Berufe begeistern – mit guten Argumenten, denn bei uns kann man Zukunft aktiv mitgestalten.“
80% der befragten Betriebe gaben an, fünf oder weniger Bewerbungen pro ausgeschriebenem Ausbildungsplatz erhalten zu haben. Jeder sechste Ausbildungsbetrieb erhielt gar keine Bewerbung. Parallel zum Rückgang der Bewerbungen vermelden die Umfrageteilnehmer, dass sich die Qualifikation der Bewerber in den letzten fünf Jahren verschlechtert habe. So gaben rund 70% an, die schulische Präqualifikation der Bewerber habe in den vergangenen fünf Jahren abgenommen. Nach der im Jahr 2021 umgesetzten Ausbildungsnovelle gefragt, bewerteten nur 8% der Umfrageteilnehmer/-innen diese als negativ. Das zeigt, dass die Reform in den Betrieben relativ reibungslos vonstattenging. Last but not least wurde im Rahmen der Herbsterhebung abgefragt, inwiefern E-handwerkliche Betriebe für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter/-innen auf Alternativen zur klassischen Ausbildung setzen. Hier ergab sich ein klares Bild: So spielen für die Teilnehmer/-innen Teil- und Anpassungsqualifizierungen oder auch Umschulungen und die Anerkennung von Berufserfahrung durch eine Externenprüfung nur eine sehr untergeordnete Rolle. Lediglich 10% der Betriebe nutzen demnach solche Alternativen.
















