Frauenpower im (Elektro-) Handwerk

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Gemeinsam stark: Frauen in der Baubranche. Unter diesem Motto trafen sich im November knapp 50 Frauen aus dem Handwerk bei Gira in Radevormwald. – Bild: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

Im November trafen sich knapp 50 Frauen aus verschiedenen Bereichen des Handwerks am Gira-Hauptsitz in Radevormwald zum Workshop ‚Gemeinsam stark: Frauen in der Baubranche‘. Beteiligte waren unter anderem Auszubildende, Elektrikerinnen, Mitarbeiterinnen aus dem Backoffice und Systemintegratorinnen. Im Mittelpunkt standen fachlicher Austausch, persönliches Networking und die Gründung eines neuen Netzwerks für gegenseitige Unterstützung, Mentoring und Sichtbarkeit. Ziel war es, Frauen aus der Baubranche miteinander zu vernetzen, sie professionell zu stärken und ihnen eine offene Plattform zu bieten. Die hohe Anmeldezahl zeigte den Bedarf; die Veranstaltung war ausgebucht. Ein weiteres Treffen ist zur Light + Building 2026 geplant und offen für neue Interessierte.

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Die Veranstaltung eröffnete explizit Frauen fachliche, strukturelle und persönliche Chancen zur Weiterentwicklung, kombiniert mit der Möglichkeit zum Networking. Entstanden ist ein aktives Netzwerk von Frauen, mit Frauen, für Frauen. – Bild: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

Gira Geschäftsführer Dominik Marte begrüßte die Gruppe und unterstrich die Bedeutung solcher Initiativen für die Branche. Das Programm umfasste unter anderem eine Werksführung, Einblicke in die Gira-Produktwelt und ein Virtual-Reality-Abendevent. Zu Beginn gab Brigitte Bölter von LQB² einen historischen Überblick über die Rolle von Frauen im Handwerk: Während Frauen im Mittelalter als Meisterinnen und Zunftmitglieder vertreten waren, wurden sie ab dem 16. Jahrhundert zunehmend ausgeschlossen. Bis 1977 durften Frauen ohne Zustimmung des Ehemannes nicht berufstätig sein, 1994 wurde das Beschäftigungsverbot im Bauhauptgewerbe aufgehoben. Heute liegt der Frauenanteil im Bauhauptgewerbe bei 11%.

Schwerpunkte der Diskussion waren Herausforderungen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Vorurteile im Arbeitsalltag oder praktische Hindernisse etwa bei Ausstattung und Infrastruktur. Die Teilnehmerinnen betonten die Bedeutung von Netzwerken: Sie bieten Austausch, Sichtbarkeit, Vorbilder, Mentoring sowie Unterstützung bei Nachwuchsgewinnung und Gestaltung der Branchenwahrnehmung. Verschiedene erfolgreiche Netzwerke und Initiativen wurden vorgestellt, darunter Woman in KNX, die Dachdeckermädelz, Frauen im E-Handwerk sowie der Verband UnternehmerFrauen im Handwerk NRW e.V.. Im Seminar ‚Licht erleben‘ arbeiteten die Teilnehmerinnen an Lichtkonzepten und vertieften ihre fachlichen Kenntnisse.

„Die Stimmung war einfach großartig“, berichtet Tina Tropp von Gira abschließend. Und Tanja Oschlies-Vole, ebenfalls von Gira, ergänzt: „Viele haben betont, dass das nur der Anfang sein darf. Diese zwei Tage haben gezeigt, welches Potenzial in der Vernetzung liegt.“