Förderprojekt zum digitalen Produktpass für das Handwerk

Stellten auf der Light + Building das Projekt „Craft Forward“ vor (v. l. n. r.): Andreas Habermehl (ZVEH), Thomas Bürkle (Bürkle + Schöck), Stefan Ehinger (ZVEH), Paul Seifert (ZVEH), Katerina Michalec (ZVEH), Dominik Knies (KSB SE & Co. KGaA), Dirk Buße (Budatec GmbH) und Deike Magret Ihnen (Fraunhofer IPK).
Stellten auf der Light + Building das Projekt vor (v. l. n. r.): Andreas Habermehl (ZVEH), Thomas Bürkle (Bürkle + Schöck), Stefan Ehinger (ZVEH), Paul Seifert (ZVEH), Katerina Michalec (ZVEH), Dominik Knies (KSB SE & Co. KGaA), Dirk Buße (Budatec GmbH) und Deike Magret Ihnen (Fraunhofer IPK). – Bild: ZVEH

Im neuen Forschungsprojekt CraftForward entwickelt das Fraunhofer IPK gemeinsam mit vier Partnern aus Industrie und Handwerk – darunter auch der ZVEH – einen digitalen Produktpass, der zirkuläre Geschäftsmodelle in Servicebetrieben unterstützt. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt wurde am Dienstag (10. März) auf der Light + Building in Frankfurt am Main vorgestellt.

Reparieren statt wegwerfen, nutzen statt verbrauchen: Eine Kreislaufwirtschaft ohne das Handwerk ist undenkbar. Handwerksbetriebe treffen täglich Entscheidungen über die Instandsetzung, den Austausch oder die Weiterverwendung von Produkten und Bauteilen, allerdings oft, ohne alle notwendigen Daten zu den betreffenden Objekten zu kennen. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK wollen diese Lücke schließen, indem sie im Rahmen des Förderprojekts Hersteller- und Servicedaten systematisch zusammenführen und sowohl für das Handwerk als auch für produzierende Unternehmen nutzbar machen.

Im Ergebnis sollen zirkuläre Service- und Geschäftsmodelle erstmals wirtschaftlich bewertbar und praktisch umsetzbar werden. An dem Projekt sind neben dem Fraunhofer IPK und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) auch die Budatec GmbH, ein Anlagenhersteller für die Halbleiter- und Solarindustrie, das e-handwerkliche Unternehmen Bürkle + Schöck Transformatoren GmbH und der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB SE & Co. KGaA beteiligt. Ziel ist es, Reparatur-, Upgrade- und Rückführungsprozesse mithilfe digitaler Technologien, Geschäftsmodellmethoden und Datenraumstandards technisch handhabbar, wirtschaftlich attraktiv und regulatorisch anschlussfähig zu gestalten.

Die Projektpartner verfolgen dabei zwei Ansätze. Zum einen entwickeln sie einen erweiterten digitalen Produktpass (DPP), der sowohl Produkt- als auch Serviceinformationen integriert und damit für alle Beteiligten über alle Phasen des Produktlebenszyklus eine ganzheitliche Informationsbasis schafft. Hierzu wird ein konfigurierbares DPP-System aufgesetzt, das über einen digitalen Produkt- und Service-Zwilling Informationen zu Material, Bauteilen, Laufzeiten und Nutzung sammelt. Zum anderen werden zirkuläre Strategien, z.B. anhand der -Strategien der Kreislaufwirtschaft definiert und auf ihre Umsetzbarkeit in individuellen Geschäftsmodellen hin analysiert, strukturiert und so aufbereitet, dass sie mit realen Betriebsdaten ökonomisch bewertet werden können.