ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage 2026

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Die ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage zeigt weitere Verschlechterungen zum Herbst 2025. Die Stimmung trübt sich weiter ein. Auftragspolster schmelzen ab und die Betriebe gehen zunehmend von einer Verschlechterung der weiteren Geschäftslage aus. Auch der Geschäftsklimaindex sank nochmals – von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf nun 65,6. Auch wenn aktuell kein massiver Einbruch, sondern eine stetige Verschlechterung zu beobachten ist: Der Geschäftsklimaindex zeigt den tiefsten Stand einer regulären ZVEH-Konjunkturerhebung seit über 15 Jahren.

„Der konjunkturelle Abwärtstrend bei unseren Innungsbetrieben hat sich leider verstetigt, da wichtige Impulse ausbleiben“, bringt Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), die Ergebnisse der aktuellen Frühjahrsumfrage der Organisation auf den Punkt. Sie zeigt: Die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland wirkt sich weiterhin auch auf das größte Ausbau- und Klimahandwerk aus.

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Rückgänge in bisherigem Wachstumsfeld

Grund für die Verschlechterung fast aller Konjunkturindikatoren ist u.a., dass der Neubau-Bereich sich nur langsam erholt und dass das Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien schwächelt. Das bietet Anlass zu Sorge: „Wer Wirtschaft und Energiewende gegeneinander ausspielt, hat nicht verstanden, dass die Energiewende ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist“, kritisiert der ZVEH-Hauptgeschäftsführer den aktuellen Kurs der Bundesregierung unter anderem in Bezug auf den Aufbau erneuerbarer Energien sowie den Umstieg auf Elektromobilität.

Geschäftsklimaindex sinkt

Die unter 1.641 e-handwerklichen Betrieben durchgeführte Umfrage macht deutlich: Die aktuelle Geschäftslage wird etwas schlechter beurteilt als noch im Herbst 2025. Gaben damals noch 47,5% der Umfrageteilnehmer an, die Geschäftslage sei gut, sind es jetzt nur noch 44,9%. Gleichzeitig bewerten nun 13,7% ihre Situation als schlecht (Herbst 2025: 10%). Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht diesen Stimmungsabschwung: Er sank von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf 65,6 Punkte. „Das ist, wenn man die Frühphase der Corona-Krise außer Acht lässt, der niedrigste Wert seit 2010“, so Neuhäuser.

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Auf lange Sicht weniger Aufträge

Auch die Auftragspolster schmelzen langsam ab und die Spreizung zwischen Betrieben mit weiterhin hohem und niedrigem Vorlauf nimmt zu. So verfügen aktuell 13,7% der Umfrageteilnehmer über Aufträge von bis zu 14 Tagen (Herbst 2025: 11,9%) und 21,3% über einen Auftragsvorlauf von zwei bis vier Wochen (Herbst 2025: 18,7%). Eine Erklärung für die mehrheitlichen Rückgänge bei den Auftragsvorläufen könnte sein, dass die Nachfrage in wichtigen Segmenten abgenommen hat. So sind die Umsatzanteile in den Geschäftsfeldern Neubau (Frühjahr 2026: 11,9%; Herbst 2025: 12,3%), Sanierung (Frühjahr 2026: 20,6%; Herbst 2025: 21,1%) und erneuerbare Energien (Frühjahr 2026: 6,8%; Herbst 2025: 7,3%) erneut gesunken.

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Weniger offene Stellen, weniger Beschäftigte

Die zunehmende Unsicherheit in den Betrieben schlägt sich auch auf die Zahl der offenen Stellen nieder – ebenfalls ein wichtiger Konjunkturindikator. Wie schon im Herbst, als 46,5% der Befragten offene Stellen vermeldeten, liegt die Einstellungsbereitschaft trotz absehbar anhaltend hohen Fachkräftebedarfs mit 46% erneut unter der 50%-Marke. Gleichzeitig weisen die Zahlen auf eine negative Beschäftigungsentwicklung hin. Einen Anstieg bei den Mitarbeitenden verzeichneten im letzten halben Jahr nur noch 14% (Herbst 2025: 17,4%), bei 19,2% sank die Zahl hingegen (Herbst 2025: 20,3%).

Zukünftige Geschäftslage: hohe Dynamik

Was die Einschätzung der zukünftigen Wirtschaftslage angeht, zeigen sich die Umfrageteilnehmenden ebenfalls zurückhaltender. Zwar erwarten 17,1% der Betriebe in den nächsten sechs Monaten eine Verbesserung der Geschäftslage (Herbst 2025: 14,4%). Gleichzeitig geht jedoch ein noch höherer Anteil der Betriebe, nämlich 22,2% (Herbst 2025: 21,9%), von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.