Schwärme für mehr Lichtkomfort

Eine DALI-2-Steuereinheit von Esylux steuert bis zu 16 Gruppen.
Eine DALI-2-Steuereinheit von Esylux steuert bis zu 16 Gruppen.Bild: ©imaginima/istockphoto.com / Esylux Deutschland GmbH

Energie nur dann, wenn sie gebraucht wird – dieser Vorteil von Präsenzmeldern ist heute wertvoller als je zuvor. Schließlich spart Energieeffizienz nicht nur Geld, sie trägt auch zum Senken des CO2-Ausstoßes bei. Gleichzeitig soll das Lichtmanagement in Nichtwohngebäuden die Beleuchtung optimal an die individuellen Bedürfnisse des Menschen anpassen. Wer beide Anforderungen erfüllen möchte, kommt an einer DALI-2-Lichtsteuerung kombiniert mit der Sensorik von Präsenzmeldern kaum vorbei. Dies gilt insbesondere dann, wenn die eingesetzte DALI-2-Steuereinheit viele Gruppen steuern kann. Denn durch das gleichzeitige Steuern mehrerer Gruppen öffnet sich bei DALI-2 Spielraum für Funktionen, die sowohl dem Komfort der Nutzer zugutekommen als auch dem Senken des Energieverbrauchs. Es ermöglicht z.B., Gruppen in Abhängigkeit voneinander zu steuern. So wie bei der Schwarmfunktion, deren Name bereits nahelegt, worum es geht: Um eine Interaktion innerhalb einer größeren Anzahl von Leuchten bzw. Gruppen.

Beispiel 1: Die Schwarmfunktion sorgt automatisch für eine gedimmte Grundbeleuchtung in den unbesetzten Raumzonen.
Beispiel 1: Die Schwarmfunktion sorgt automatisch für eine gedimmte Grundbeleuchtung in den unbesetzten Raumzonen.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Schwarmfunktion in Büros

Ein Anwendungsfall der Schwarmfunktion sind Mehrpersonenbüros. Wer dort allein an seinem Arbeitsplatz sitzt, befindet sich meist in einer isolierten Lichtinsel, wenn in allen anderen Zonen die Beleuchtung ausgeschaltet ist. Dies empfinden viele Menschen als unangenehm, insbesondere wenn der restliche Raum wetter- oder tageszeitbedingt im Dunkeln liegt. Darüber hinaus führt es zu augenermüdenden Helligkeitskontrasten zwischen Arbeitsplatz und Umgebung. Zwar wäre es möglich, die Beleuchtung im gesamten Raum einzuschalten. Das aber verbraucht unnötig Energie. Die Schwarmfunktion findet deshalb einen gelungenen Kompromiss. Solange in mindestens einem Bereich des Schwarms menschliche Präsenz erkannt wird, dimmt die Schwarmfunktion die Beleuchtung in den unbesetzten Bereichen auf eine Grundbeleuchtung von z.B. 20 Prozent herunter (siehe Beispiel 1). So scheint das Kunstlicht dort nicht mit voller Stärke – und sorgt dennoch für mehr Komfort. Erst wenn der Letzte den Raum verlassen hat, wird die gesamte Beleuchtung automatisch ausgeschaltet.

Beispiel 2: Befindet sich eine Person im Mehrpersonenbüro, aktiviert die Schwarmfunktion auch im Flur eine gedimmte Grundbeleuchtung.
Beispiel 2: Befindet sich eine Person im Mehrpersonenbüro, aktiviert die Schwarmfunktion auch im Flur eine gedimmte Grundbeleuchtung.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Ausführende und auslösende Gruppen

Bei der Konfiguration der Schwarmfunktion besteht auch die Möglichkeit, zwischen auslösenden Gruppen und ausführenden Gruppen zu unterscheiden. Erstgenannte lösen die Schwarmfunktion aus, sobald sie in ihrem Bereich menschliche Präsenz erkennen. Aber nur im Bereich der ausführenden Gruppen wird dann eine gedimmte Grundbeleuchtung aktiviert – sofern dort niemand anwesend ist und es dann die volle normativ geforderte Beleuchtungsstärke braucht. In Beispiel 1 sind auslösende und ausführende Gruppen identisch. Dort soll jede menschliche Präsenz im Raum die gedimmte Grundbeleuchtung in allen unbesetzten Bereichen desselben Raums aktivieren. Doch es können sich auch andere Konstellationen ergeben, wie in Beispiel 2. Wieder geht es um ein Mehrpersonenbüro. Mit einbezogen wird diesmal aber der angrenzende und nur durch eine Glaswand vom Büro getrennte Flur.

Beispiel 3: Die Flurgruppe 4 gehört nicht zu den auslösenden Gruppen des Schwarms. Geht jemand durch den Flur, wird deshalb unabhängig nur die Flurbeleuchtung eingeschaltet.
Beispiel 3: Die Flurgruppe 4 gehört nicht zu den auslösenden Gruppen des Schwarms. Geht jemand durch den Flur, wird deshalb unabhängig nur die Flurbeleuchtung eingeschaltet.Bild: Esylux Deutschland GmbH

Schwarmfunktion nur ausführen

Die Zielstellung klingt hier ähnlich: Solange die Präsenzmelder menschliche Anwesenheit erkennen, soll die Schwarmfunktion eine gedimmte Grundbeleuchtung in allen unbesetzten Bereichen realisieren. Diesmal auch im Flur. Denn die Glaswand zwischen Büro und Flur erweitert die Gesamtfläche in visueller Hinsicht. Ein dunkler Flur hätte deshalb denselben negativen Effekt wie ein dunkler Bereich innerhalb des Raums. Dennoch bringt das Einbeziehen des Flurs eine Änderung mit sich. Zwar soll menschliche Anwesenheit im Büro eine gedimmte Grundbeleuchtung nun auch im leeren Flur auslösen, doch für die entgegengesetzte Perspektive gilt das nicht: Geht nämlich jemand durch den Flur, während das Büro leer ist, soll nur die Flurbeleuchtung eingeschaltet werden. Eine zusätzliche, gedimmte Grundbeleuchtung im Büro wäre hier unnötig – und auch nicht energieeffizient.

Einfache Konfiguration per App

Wer aufmerksam mitgelesen und -gedacht hat, kennt vermutlich schon die Lösung: Als auslösende Gruppen werden dem Schwarm bei der Konfiguration per App nur die Bürogruppen 1-3 zugeordnet, die ausführenden Gruppen sind dagegen alle Gruppen 1-4. Jemand, der bei einem leeren Büro durch den Flur geht, löst die Schwarmfunktion deshalb nicht aus (Beispiel 3). Die DALI-2-Steuereinheit schaltet dann bei unzureichendem Tageslicht nur die Flurbeleuchtung ein und deaktiviert diese wieder, sobald der Flur erneut menschenleer ist. Das Beispiel lässt erahnen, welche Möglichkeiten sich dadurch bei der Schwarmfunktion ergeben. Ohnehin sind die Flexibilität und die Funktionsvielfalt Stärken von DALI-2, z.B. auch durch das Konfigurieren individueller Szenen oder ein flexibles Umschalten von Gruppen bei veränderter Raumnutzung. Die Schwarmfunktion zeigt zudem, wie sich Nutzerkomfort und energieeffizienter Betrieb bei gleichzeitiger Einhaltung normativ geforderter Beleuchtungsstärken miteinander vereinen lassen.