Licht als zentraler Erfolgsfaktor im Retail

Für das Einkaufserlebnis nutzt Akzenta in Dortmund ein Lichtkonzept, das auf die Warengruppen und den Ladenbau abgestimmt ist.
Für das Einkaufserlebnis nutzt Akzenta in Dortmund ein Lichtkonzept, das auf die Warengruppen und den Ladenbau abgestimmt ist. Bild: Trilux GmbH & Co. KG/Constantin Meyer, Köln

Einer der Gründe dafür, dass die LED-Technologie von Anfang an eine hohe Akzeptanz im Retail fand, ist ihre hohe Energieeffizienz. Bereits durch die Sanierung einer konventionellen Bestandsbeleuchtung mit LED-Leuchten senken sich die Betriebskosten um rund 60 Prozent. In Verbindung mit einem Lichtmanagementsystem sind höhere Einsparungen möglich. Ergänzend dazu verhilft die Verwendung von Sensoriken zu einer weiteren Reduktion des Energieverbrauchs, z.B. bei Bereichen mit viel Tageslicht. Und in den letzten drei Jahren hat sich neben der Effizienz der LEDs insbesondere deren Lichtqualität noch einmal verbessert, sodass der Austausch einer bestehenden Lichtlösung mit LED-Leuchten der ersten Generation sinnvoll ist. Auch im Hinblick auf die Inszenierung von Waren und Räumen, die sich heute mittels Tunable-White-Leuchten örtlichen Gegebenheiten und individuellen Bedürfnissen anpassen lassen.

Erlebnisse im Einkaufstempel

Seit jeher wird die Beleuchtung im Retail genutzt, um die Verkaufsräume attraktiv zu gestalten, den Blick mit unterschiedlichen Helligkeitsniveaus zu lenken, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Kaufanreize zu schaffen. Je nach Segment, Format und Konzept erfolgt dies z.B. kontrastiert mit Strahlern, die zunehmend kuratiert in Gruppen angeordnet werden, oder mit linearen Lichtelementen in Kombination mit leichten Akzenten. Alternative Konzepte basieren vielfach auf einer druckvollen Allgemeinbeleuchtung, z.B. mit linearen Einzelleuchten mit ConVision-Technologie. Das hilft, Energie zu sparen und im hochkompetitiven Markt dennoch aufzufallen. Gleichzeitig nutzen Retailer vermehrt technische Leuchten als dekorative Elemente sowie rein dekorative Leuchten, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren und Welten mit einem hohen Wiedererkennungswert zu schaffen, die ihre Markenidentität reflektieren. Für ein dauerhaft angenehmes Ambiente und eine kontinuierliche authentische Darstellung der Waren ist eine gleichbleibend hohe Lichtqualität elementar, etwa im Hinblick auf Lichtfarbe, Farbwiedergabe und Farbortstabilität, Lichtverteilung und visuellem Komfort.

Kraniche in Düsseldorf? Kein Zufall, denn die Rheinmetropole beherbergt die größte japanische Community in Deutschland und die drittgrößte in Europa.
Kraniche in Düsseldorf? Kein Zufall, denn die Rheinmetropole beherbergt die größte japanische Community in Deutschland und die drittgrößte in Europa.Bild: Trilux GmbH & Co. KG/HGEsch Photography

Konsistentes Markenerlebnis

Was konkret zu einer gelungenen konsistenten Markeninszenierung dazugehört, zeigt z.B. die Deutsche Telekom mit ihrem deutschlandweiten Netzwerk an Flagship-Stores und Filialen. Durch ein ganzheitliches Konzept, das Flächengestaltung, Inneneinrichtung, Farben und Beleuchtung berücksichtigt, entsteht ein einheitliches Markenerlebnis, das die Besucher automatisch mit der Telekom-Welt assoziieren. Umgesetzt wurde das Beleuchtungskonzept von der auf Retail-Anwendungen spezialisierten Trilux Tochter Oktalite. Um den verschiedenen Flagshipstores trotz des einheitlichen Auftritts eine unverwechselbare Identität zu verleihen, setzt die Telekom auch auf individuell gestaltete Sonderlösungen mit lokalem Bezug. In dem jüngst mit dem German Design Award prämierten Store in Düsseldorf sind z.B. filigrane Leuchten in Kranich-Form eine Referenz an die starke japanische Community. Für das gewünschte Ambiente sorgt zudem ein Mix aus technischen Leuchten, die als geschwungene Lichtlinie zusätzlich ein dekoratives Element bilden, sowie rein dekorative Leuchten, die als Schwarm in verschiedenen Höhen über den Rolltreppen positioniert wurden.

Bei der Lichtqualität Farbe bekennen

Eine besondere Rolle im Retail spielt die spektrale Zusammensetzung des Lichts. Sie bestimmt u.a. wie farbauthentisch die Ware im Kunstlicht erscheint. Anspruchsvolle Modefilialisten setzen dabei auf Lichtquellen mit einer sehr guten Farbwiedergabe CRI > 90. Farbintensivierende Lichtquellen, die bestimmte Farbnuancen hervorheben können, lassen sich ideal anhand des TM-30 Verfahrens beurteilen, das 2015 von der Illumination Engineering Society of America (IES) entwickelt wurde. Es beschreibt die Farbwiedergabe einer LED anhand von 99 Testfarben und berücksichtigt dabei neben der Farbtreue auch die Farbsättigung. So lässt sich erkennen, in welchem Spektralbereich das Licht seine Stärken besitzt. Oktalite z.B. nutzt TM-30 zur Entwicklung von Speziallichtfarben für den Retail und bietet Lösungen mit einem CRI > 97 an.

Für die Wiedergabe von Farben, Materialien und Haptik kommen im Traditionshaus für Männermode Hirmer in München Quira Einbaurichtstrahler von 
Oktalite in der Speziallichtfarbe Brilliant Colour mit einem CRI > 96 zum Einsatz.
Für die Wiedergabe von Farben, Materialien und Haptik kommen im Traditionshaus für Männermode Hirmer in München Quira Einbaurichtstrahler von Oktalite in der Speziallichtfarbe Brilliant Colour mit einem CRI > 96 zum Einsatz.Bild: TRILUX GmbH & Co. KG/Oktalite Lichttechnik GmbH

Erlebnisshopping in Reinkultur

Welche Potenziale das Zusammenspiel von Licht und Ladenbau bieten, zeigt die Supermarktkette Akzenta, die unter der Regie von Rewe Dortmund gerade Premiummärkte zwischen Wupper und Ruhr errichtet. Das Lichtkonzept aus der Feder des Essener Ingenieurbüros Start.Design lädt zum Flanieren und Entdecken ein und verbindet dabei Inspiration und Kaufimpuls. Um die verschiedenen Warengruppen zu inszenieren, nutzt Akzenta anwendungsspezifische Farbspektren. Obst und Gemüse, sowie die Brot- und Käsetheken werden mit der Oktalite Speziallichtfarbe Brilliant Food beleuchtet. An den Fisch- und Fleischtheken kommt ein Mix aus der Speziallichtfarbe Meat+Fish und Standard-LEDs mit 3.000K zum Einsatz, die sich per DALI-Steuerung regeln lassen. Besonders wirkungsvoll wird das smarte Licht im markteigenen Bistro-Bereich Fuchswinkel eingesetzt. Die Leuchten wurden mit LiveLink Retail per Bluetooth Low Energy BLE vernetzt und sorgen mit Lichtszenen für das passende Ambiente.

Lebendige Lichtlandschaft

Um die 2.500m² große Verkaufsfläche attraktiv und effizient auszuleuchten, setzt Akzenta Dortmund auf ein Stromschienensystem. Es lässt sich an die Raumgeometrie anpassen und wurde bedarfsgerecht mit Licht- und Funktionsmodulen bestückt. Zur Beleuchtung der Laufwege kommen Strahler mit Freiformlinsen mit einer ovalen Lichtverteilung zum Einsatz, in den Sortimentsgängen Lightpanels mit einer besonders effizienten, doppelt asymmetrischen Abstrahlcharakteristik. Sie sorgt dafür, dass die Waren vom obersten bis zum untersten Regal gut erkennbar sind. Gleichzeitig setzen B.VEO Akzentstrahler Lichtschwerpunkte entlang der Blickachse, so dass eine lebendige Lichtlandschaft entsteht. Beschriftete oder bebilderte Rückwände und Blenden helfen dem Kunden dabei, sich im Markt zu orientieren, und informieren ihn über Sortiment und Angebote. Die Beleuchtung dieser Flächen stellt in der Regel ein Mix aus Wandflutern und Strahlern sicher. Besondere Aufmerksamkeit verdienen zudem die Kassenbereiche. Bei Akzenta Dortmund markieren große Loreto Pendelleuchten das Areal und leuchten es mit homogenem flächigem Licht perfekt. Die Leuchten mit einem Durchmesser von 1.200mm sind von Weitem sichtbar und bieten einen zusätzlichen Orientierungspunkt. Gleichzeitig werten sie das Ambiente durch ihre Formensprache und das blendfreie Licht auf und leisten einen Beitrag zur Stärkung der Markenidentität.