
Wer Gäste gewinnen und halten will, muss heute nicht nur mit Service und Ambiente punkten, sondern auch mit Konnektivität. Zuverlässige Netzwerke und Hochgeschwindigkeitsinternet wirken sich in der Hotelbranche direkt auf die Zufriedenheit der Gäste aus. Denn diese erwarten mittlerweile, Videoanrufe in bester Qualität tätigen oder jederzeit unterbrechungsfrei streamen zu können.
Schnelles Internet für alle
Diese Erwartungen zu erfüllen, ist in Neubauten, in denen Konnektivität von Anfang an mitgedacht wird, einfacher als in älteren Hotels und Resorts. Dort sorgt die Modernisierung und Skalierung der Netzwerkarchitektur zur Erfüllung wachsender Bandbreitenanforderungen für Herausforderungen. Denn gerade bei historischen Gebäuden soll oder muss das ästhetische Erscheinungsbild auch dann gewahrt bleiben, wenn sich die technische Infrastruktur weiterentwickelt. Das wirkt sich auch auf Netzwerkdesigner und -hersteller aus. Sie müssen Dienstanbieter vor Ort in die Lage zu versetzen, die Hotelbranche mit Highspeed-Internet zu versorgen und die Technologie, die das ermöglicht, wie von Zauberhand verschwinden zu lassen.
So verschwinden Kabel
In der Branche gibt es zahlreiche Ansätze, um Netzwerke optisch verschwinden zu lassen. Einer ist der Einsatz mikrostrukturierter Kabeloberflächen. Sie sind so gestaltet, dass sie das einfallende Licht nicht spiegeln, sondern in viele Richtungen streuen. Dieser physikalische Effekt ist auch als diffuse Reflexion bekannt. Er verhindert das Entstehen einer Lichtkante, wie man sie etwa bei glänzenden Materialien sieht. Stattdessen verschmilzt der Kabelverlauf mit der Wand oder Decke, was ihn für das menschliche Auge selbst bei direkter Beleuchtung oder in hellen Räumen nahezu unsichtbar macht. Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, den Einsatz von Klebstoffen, Klammern, Kabelkanälen oder zusätzlichem Leitungsmaterial, das die Ästhetik des Gebäudes beeinträchtigen könnte, zu minimieren. Kabel mit selbstklebender Rückseite lassen sich problemos auf nahezu jeder Oberfläche anbringen: Es genügt, die Schutzfolie zu entfernen und das Kabel anzudrücken.

Mehr Leistung bei geringerem Durchmesser
Um eine stabile und zuverlässige Netzwerkleistung zu gewährleisten, ist es entscheidend, so genannte Dämpfungsverluste zu vermeiden. Sie entstehen, wenn das Signal auf dem Kabelweg schwächer wird, was die Datenübertragung verlangsamen und die Qualität der Verbindung beeinträchtigen kann. Um das zu verhindern, kommen hochdichte, platzsparende Glasfaserlösungen wie biegeunempfindliche Faserkabel mit reduziertem Durchmesser zum Einsatz, die sowohl die Installation vereinfachen als auch die Netzwerkperformance optimieren. Mit führenden Lösungen für Überstrom- und Überspannungsschutz erhöht Mersen die Betriebssicherheit in Industrie und Gebäuden. ‣ weiterlesen
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Beispiel: Infrastruktur für historische Häuser
Die Geschichte des luxuriösen Wigwam Resort in Arizona reicht bis ins Jahr 1929 zurück. Drei gehobene Restaurants, Pools, Golfplätze und ein Spa auf einem Areal von 178 Hektar erfüllen alle Ansprüche an gehobene Gastlichkeit. Probleme bereitete dem Resort jedoch seine Netzwerkinfrastruktur. Außerhalb der Gästezimmer kam es regelmäßig zu Verbindungsabbrüchen. Das war nicht nur für die Gäste ein Ärgernis, sondern beeinträchtigte auch die Arbeit des Personals und die Abläufe im Hotel vom Check-in über Concierge-Services bis hin zur Datenübertragung von Überwachungskameras. Für eine leistungsstarke Verbindung war eine Modernisierung der Infrastruktur unumgänglich. Die Herausforderung: Sie musste ohne ästhetische Kompromisse und ohne Abstriche am historischen Erscheinungsbild, das das Haus von Wettbewerbern abhebt, realisiert werden.

FTTR überwindet Digitalisierungshürden
Traditionshäuser stehen weltweit vor ähnlichen Herausforderungen. In Deutschland z.B. ist schnelles Internet nicht nur eine Servicefrage, sondern sogar gesetzliche Vorgabe: So sieht das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Verbindung mit Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz auch eine verbesserte digitale Infrastruktur vor. Zugleich sind je nach Alter und Gebäudetyp Anforderungen des Denkmalschutzes zu beachten. Für die Hotels bedeutet die Verbindung dieser Vorgaben nicht selten die Quadratur des Kreises. Digitalisierung im Denkmalschutz ist so komplex, dass es sogar an Hochschulen wissenschaftlich erforscht wird. In der Schweiz und in Österreich spielt die Glasfaser-Erschließung eine wachsende Rolle für Klassifizierungen in der gehobenen Hotellerie oder im Rahmen von Digitalisierungsförderprogrammen. Ob ein Hotel groß oder klein ist, ob es in einer Altstadt mit Bestandsschutz oder einer infrastrukturell anspruchsvollen Lage wie netzfernen Alpenorten liegt: sie alle können von nahezu unsichtbaren, nicht-invasiven FTTR-Lösungen profitieren.
Moderne Technik trifft historische Substanz
Auch für das Wigwam-Resort sollte sich FTTR als die geeignete Lösung erweisen. Durch die Verlegung von Glasfaser in jedem einzelnen Zimmer entstand eine flächendeckende Verbindung auf dem gesamten Gelände. Eingesetzt wurde dabei Singlemode-Faser, die geringe Latenzzeiten über große Distanzen erlaubt, sowie Kabel mit selbstklebender Rückseite für eine schnelle, einfache Installation und ästhetische Vorteile. Positiver Nebeneffekt: Der FTTR-Ansatz verringerte den Bedarf an Technikräumen. Das gesamte Areal wird heute über nur zwei Racks im Hauptverteilerschrank versorgt. Das erleichtert nicht nur das Netzwerkmanagement, sondern reduziert auch die Kosten für die Wartung und den Betrieb von Serverräumen. Insgesamt wurden knapp fünf Kilometer Kabel verlegt, um das Resort für weiter steigende Bandbreitenanforderungen zukunftssicher aufzustellen.

Auch für Neubauten
Das Wigwam Resort illustriert, wie sich eine FTTR-Lösung erfolgreich in Gebäudebestand integrieren lässt. Bei Sanierungen muss innerhalb der vorhandenen Infrastruktur gearbeitet werden. Das bedeutet räumliche Einschränkungen durch bestehende Verteilerschränke, die die Leitungsführung in die Zimmer vorgeben. Glücklicherweise erlauben FTTR-Architekturen eine optimale Nutzung der vorhandenen Fläche und bringen nur minimal zusätzliche Verkabelung in bereits beengte Leitungswege ein. Selbstverständlich eignet sich der Ansatz ebenso für Neubauten. Dort entfaltete er in Bezug auf die Reduzierung platzaufwändiger Infrastruktur sein gesamtes Potenzial. Wird der Netzwerkdesigner frühzeitig eingebunden, kann die Positionierung der Verteilerschränke optimal geplant und angepasst werden. In der Praxis habe FTTR in Neubauten das Potenzial, die Anzahl benötigter Verteilerschränke um mindestens 50 Prozent zu reduzieren, erklärt Corning. Ein kleines Hotel mit 150 Zimmern benötigt dann nur einen statt zwei Verteiler, während ein 1.000-Zimmer-Hotel mit 40 Stockwerken statt 20 nur zehn oder weniger braucht.
Fazit
Ob bei der Modernisierung von Gebäudebestand oder beim Neubau: FTTR unterstützt Hoteliers, ihren Gästen die Netzverfügbarkeit und -geschwindigkeit zu bieten, die moderne Anwendungen erfordern. Die Technik fügt sich auch in ästhetische Auflagen ein und beweist, dass Glasfaserlösungen in jedem Kontext funktionieren – vom Traditionshaus mit jahrhundertelanger Geschichte bis zum modernen Tagungshotel.
Autor: Piers Benjamin, EMEA In-Building Networks Market Development Manager, Corning















