Prozesse im Handwerksbetrieb optimieren

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Digitale Anwendungen können die Prozesse im Handwerksbetrieb deutlich verschlanken und effizienter gestalten. Das Tool Sonepar-Digital erleichtert z.B. das Erstellen, Modifizieren, Verwalten und Analysieren von Installationsplänen. – Bild: ©Rh2010/stock.adobe.com / Sonepar Deutschland GmbH

In den letzten zwei Jahren mussten sich Handwerksbetriebe auf verstärkte Herausforderungen einstellen, die zugleich auch eine Hürde für das Fortschreiten der Digitalisierung im Handwerk darstellen: zum einen der Fachkräftemangel und zum anderen die Zuspitzung der Energiethemen, die den Fachkräftebedarf noch weiter hat ansteigen lassen: 96.580 e-handwerkliche Fachkräfte wurden im Januar 2024 gesucht, so der ZVEH. Dies sorgt für einen Personal- und Ressourcen-Engpass in den Betrieben. Die große Herausforderung: Den Faktor Mensch, der im Handwerk nur begrenzt verfügbar ist, so effizient wie möglich in die digitalen Prozesse zu integrieren. Daher gilt es, Geschäftsabläufe so zu digitalisieren, dass der Ressourceneinsatz möglichst effizient und effektiv ist.

Hinterfragen führt in die Zukunft

Vor diesen externen Herausforderungen stehen in vielen Betrieben aber auch innere Hürden: eine gewisse Scheu, gewohnte Prozesse zu hinterfragen und neue Impulse zuzulassen. Was dem Fortschreiten der Digitalisierung hier in die Karten spielt, ist der Generationswechsel: Die Sichtweise der jüngeren Generation, welche allmählich die elterlichen Betriebe übernehmen, ist eine andere. Hier entstehen schnell Fragen nach einer neuen Software. Die junge Unternehmergeneration im Elektrohandwerk will wissen, wie sich das bisher Erfolgreiche auf ein nächstes Level heben lässt, und zwar mit Hilfe von softwaregestützten Lösungen. Doch auch wenn Betriebe offen für Neues sind, bleibt eine weitere Herausforderung bestehen: die Komplexität bei der Suche nach einer passenden Software. Auf dem Markt stehen hunderte verschiedene Lösungsansätze zur Auswahl. Betriebe stehen vor der Aufgabe, die richtige Lösung zu finden, die zu ihrem aktuellen oder auch zukünftigen Geschäft passt, denn ein digitales Produkt kann oft auch den Weg zu einer Neuausrichtung des Betriebs ebnen.

Die AR-Lösung Sonepar-Siresca in Anwendung auf der Baustelle: Hier wird kontrolliert, ob die Installation des Bauteils wie geplant an der gewünschte Stelle stattgefunden hat.
Die AR-Lösung Sonepar-Siresca in Anwendung auf der Baustelle: Hier wird kontrolliert, ob die Installation des Bauteils wie geplant an der gewünschte Stelle stattgefunden hat.Bild: ©tino/stock.adobe.com / Sonepar Deutschland GmbH

Zur passenden Softwarelösung finden

Angesichts der Komplexität ist eine umfassende Beratung das A und O. Hierauf liegt auch der Fokus bei Sonepar: Kunden zu beraten, wie sie ihre Prozesse mit Hilfe von digitalen Lösungen verschlanken können. Dabei geht die Beratung über die eigenen angebotenen Lösungen hinaus und umfasst auch generelle Fragen, mit denen sich ein Handwerksbetrieb befassen muss: Was sind die Vor- und Nachteile einer Cloud-Lösung? Ist eine native Software geeigneter? Wie stellt man einen Betrieb in Zeiten des Umbruchs auf, damit er auf einem sicheren Fundament steht? Neben einer fachkundigen Beratung ist es unerlässlich, die Lösung vor der Anschaffung zu testen, um zu prüfen, ob die Anwendung auf die individuellen Anforderungen des Betriebs passt. Viele Anbieter stellen kostenfreie Testphasen zur Verfügung, die Betriebe nutzen sollen. Auch Sonepar bietet seine digitalen Services zum Test an, damit Kunden die Anwendbarkeit in Probe stellen und gemeinsam mit Experten herausfinden können, ob die Lösung die richtige für sie ist.

Frische technologische Impulse

Die einzelnen digitalen Lösungen entstehen bei Sonepar in der Regel bereits, bevor der Kunde den Bedarf erkannt hat. Das Ziel ist es, einen Schritt vorauszugehen und den Kunden mit neu entwickelten Lösungen dabei zu unterstützen, Zeit und Geld zu sparen sowie seine Prozesse auf digitaler Ebene effizienter zu gestalten und zu optimieren. Hierfür ist die Fachabteilung Digitale Services stets auf der Suche nach neuen technologischen Impulsen auf dem Markt. Ein Beispiel ist Augmented Reality (AR). So können Handwerker mit Siresca ihre Installationspläne auf die reale Umgebung der Baustelle projizieren und so sehen, wo das Bauteil platziert werden muss.

Entwicklung mit Startups

Bei der Entwicklung neuer Lösungen arbeitet Sonepar in der Regel mit Startups zusammen. Zum einen kommen diese mit Ideen auf Sonepar zu, die durch das Team geprüft und daraufhin bewertet werden, ob sie für die Kunden einen Mehrwert bieten. Zum anderen sucht das Team nach Anwendungen, indem es den Markt screent und eng mit Kunden zusammenarbeitet: Neue Ideen werden anhand von Fragestellungen entwickelt, die im Rahmen von Digitalisierungsprozessen in Betrieben auftreten. Die Zeit, bis der neue Service dann auf den Markt kommt, kann zwischen neun und 14 Monaten betragen, abhängig davon, wie weit das Produkt zu Beginn bereits entwickelt war. Ein Service, der von Beginn an komplett mit einem Startup entwickelt wurde, ist z.B. Digiplan, eine cloudbasierte Software für die digitale Projektplanung mit einfachen CAD-Funktionalitäten und Tools, die mit KI arbeiten. Wenn ein digitaler Service auf dem Markt ist, ist die Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen: Mit Hilfe von Kundenfeedback wird das Produkt optimiert und weiterentwickelt. Das Feedback wird im Team gesammelt, nach Prioritäten und Nutzerrelevanz bewertet und die technische Umsetzbarkeit geprüft. In kurzen Zyklen von zwei bis vier Wochen erfolgt dann die Entwicklung eines Updates. Die Kunden werden via Produktinformation per E-Mail und durch Webinare über solche Updates informiert.

Zwischen Büro und Baustelle

Ein Schwerpunkt der digitalen Services und zugleich auch ein spannender Digitalisierungtrend im Handwerk ist die Verbindung zwischen Büro und Baustelle. Für maximale Effizienz muss der Monteur in der Lage sein, bereits unterwegs viele Aufgaben zu erledigen. Hauptziel ist es, Bürokratie, Papier und Abstimmungen mit dem Büro zu minimieren. Die Cloud bietet hier klare Vorteile, da alle Beteiligten – ob im Büro oder auf der Baustelle – aus derselben Datenbasis arbeiten können. Deshalb liegt ein Fokus bei Sonepar auf mobilen Lösungen.

Handwerksbetrieb der Zukunft

Der ideale Handwerksbetrieb der Zukunft ist frei von Medienbrüchen – möglichst sogar durch die vollständige Abschaffung von Papier, was technisch möglich ist. Es ist auch vorstellbar, dass Monteure in ein paar Jahren mit AR-Brillen auf der Baustelle arbeiten und nicht mehr mit analogen Bauplänen arbeiten müssen, da diese direkt auf die Umgebung projiziert werden. Siresca nutzt die AR-Technologie bereits erfolgreich. Wenn Augmented Reality in Zukunft noch anwenderfreundlicher wird und die Akzeptanz für solche Technologien weiterwächst, sind spannende Entwicklungen zu erwarten.