Zentralstaubsauganlagen Kein Staub – kein Lärm – kein Aufwand?!

Zentralstaubsauganlagen
Kein Staub – kein Lärm – kein Aufwand?!

Es hört sich zu schön an, um wahr zu sein: Das lästige Staubsaugen wird zum Kinderspiel. Kein sperriges Gerät mehr, das man hinter sich herzieht, Beutelwechsel und verstopfte Filter gehören der Vergangenheit an. Doch sind Zentralstaubsauger mit ihrem Versprechen des praktischen, leisen und vor allem hygienisch reinen Saugens wirklich die Lösung der Zukunft?

Die Idee ist nicht neu. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte man Zentralstaubsauganlagen zur Wohnungsreinigung ein. Dafür wurden Schläuche in den Wohnungen verlegt, über die der Staub mittels einer auf einem Pferdefuhrwerk installierten vakuumerzeugenden Maschine abgesaugt werden konnte. In der Weiterentwicklung dieses Prinzips begann man zu Beginn des letzten Jahrhunderts feste Saugrohrsysteme in Ein- und Zweifamilienhäusern zu installieren. Über Anschlussteckdosen konnte ein Saugschlauch angeschlossen werden – der Staubsauger selbst war im Keller des Hauses untergebracht.

Funktionsprinip

Heutige Zentralstaubsauganlagen funktionieren nach demselben Prinzip wie ihre Vorgänger. Sie bestehen aus einem Zentralgerät, das außerhalb des Wohnbereiches, z.B. im Keller oder außerhalb des Hauses, installiert ist, aus Anschlussdosen, die über das ganze Haus verteilt angebracht werden und einem Rohrsystem, das diese mit dem Zentralgerät verbindet. Je nach Anbieter bestehen die Rohre aus Kunststoff oder Edelstahl. Über die Saugdosen werden die Saugschläuche an das Rohrsystem angeschlossen, die meist über einen Aktionsradius von 6 bis 12m verfügen. Wird nicht gesaugt, ist die Anschlussdose verschlossen. Das Gerät lässt sich durch Einstecken des Saugschlauches in die Saugdose oder mit einem separaten Schalter am Saugrohr einschalten. Das Zentralgerät besteht aus einer Turbine, dem Sauggebläse und einem Filter. Es wird fest in einem Raum außerhalb des Wohnbereiches installiert und arbeitet nach dem Zyklonprinzip. Die über einen Saugschlauch in der Wohnung eingesaugte Luft rotiert im zylinderförmigen Zentralgerät. Durch die Reibung an der Wand des Zylinders sinken die Schmutzpartikel nach unten und gelangen so in den Auffangbehälter. Mithilfe der Turbine wird die nun gereinigte Luft zusätzlich durch einen Filter gesaugt und mit dem verbleibenden Feinstaub aus dem Gerät nach draußen geblasen. Die dabei entstehenden Geräusche werden durch einen Abluftschalldämpfer absorbiert. Die Saugleistung einer Zentralstaubsauganlage wird durch die Luftleistung in m/h und den Unterdruck in kPA angegeben. Häufig werden diese beiden Faktoren kombiniert und die Saugleistung in Airwatt angegeben. Die Leistung der meisten Zentralstaubsauganlagen liegt im Bereich von 400 bis 900 Airwatt. Die Leistungsaufnahme liegt zwischen 1800 und 2200W.

Staub

Die Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand: Der Schmutz wird aus dem Wohnbereich entfernt, Feinst- und Mikrostäube direkt ins Freie entsorgt. Besonders Hausstauballergiker und Asthmatiker profitieren davon, dass die eingesaugte Luft nicht im Raum zirkuliert – und mit ihr Pollen, Milben und andere Krankheitserreger. Damit sind die Aufgaben eines Zentralstaubsaugers also weitreichender als die eines normalen Bodenstaubsaugers: Er ist tatsächlich für das staubfreie Wohnen konzipiert und nicht nur zur bloßen Bodenreinigung. Der Auffangbehälter muss je nach Größe ein bis fünf mal im Jahr gereinigt werden. Die Wartung des Filters ist abhängig von dem Filtersystem – einige Hersteller bieten bereits Dauerfilter mit Selbstreinigungseffekt an.

Lärm

Im Gegensatz zu einem normalen Staubsauger verursacht ein Zentralsauger so gut wie keinen Lärm im Wohnbereich. Sauggebläse und Motor befinden sich außerhalb und ihre Geräusche können durch Schalldämmungsmaßnahmen noch weiter vermindert werden. Lediglich der Luftstrom beim Einsaugen der Luft wird wahrgenommen.

Aufwand

Zentralstaubsauganlagen sollen die Hausarbeit erleichtern: Das Hin- und Hertragen eines schweren Staubsaugers entfällt, genauso wie das Hintersichherziehen eines sperrigen Gerätes. So sollen Möbel und Rücken geschont werden. Doch auch das Handling eines bis zu 12m langen Saugschlauches dürfte sicherlich Probleme aufwerfen. Außerdem benötigt ein Saugschlauch Stauraum. Will man also lästiges Schleppen ganz vermeiden, braucht man auf jeder Etage einen Saugschlauch.

Fazit

Ein Zentralstaubsauger ist in vielerlei Hinsicht ein praktisches Gerät. Die Hersteller versprechen geringen Stromverbrauch und starke Saugleistung und empfehlen die Anlage sowohl für Neubauten als auch für die spätere Nachrüstung. Mithilfe des vielfältigen Zubehörs kann fast alles gesäubert werden – angeboten werden Saugdüsen und Aufsätze in allen Größen und Formen, z.B. zur Polster-, Heizkörper- oder Möbelreinigung, einige Hersteller bieten sogar Saugbürstenaufsätze zur Haustierreinigung an – und das Leeren des Auffangbehälters soll nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nehmen, wie sie für das ständige Filterwechseln eines Staubsaugers benötigt wird. Einige Faktoren sollte man beim Einbau einer solchen Anlage jedoch bedenken: Da wären zunächst die Kosten für die Installation. Diese gestaltet sich durch die Verlegung der Rohrleitungen in der Wand recht aufwendig, wodurch vor allem die nachträgliche Installation problematisch erscheint – plant man nicht gerade eine Komplettrenovierung/-sanierung des Hauses. Auch der spätere Wartungsaufwand für die Anlage sollte bedacht werden. Empfehlenswert ist ein Zentralstaubsauger sicher für Hausstauballergiker und Astmathiker. Jeder andere sollte genau prüfen, inwieweit sich die Kosten und der Aufwand des Einbaus einer Zentralstaubsauganlage tatsächlich für ihn lohnen.
(amh)

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