IP-Kameras? Nein danke!

IP-Kameras? Nein danke!

Seit einigen Jahren schreitet der Verdrängungsprozess von Analog zu IP-Überwachungstechnik stetig voran. Viele Vorteile der IP-Technologie wie die deutlich bessere Bildqualität durch erheblich mehr Auflösung und der kostengünstigen Möglichkeit der Verkabelung machen es möglich. Dem stehen allerdings zahlreiche Punkte gegenüber, welche allerdings die moderne Technik in den Schatten stellt wie, deutlich höhere Preisgestaltung der Bildaufnehmer, Software und Hardware gegenüber analoger Lösungen und letztendlich der hohen Aufwendung z.B. durch kompliziertes konfigurieren und implementieren in neue wie vorhandene Netzwerke.
Die Praxis zeigt: oft schrecken Errichter und Elektriker vor der IP-Video-Überwachung zurück, sei es durch Skepsis an der eventuell auftauchenden Komplexität oder dem Fachwissen des Errichters, welcher bei der Planung einer IP-Anlage die Probleme schon von vorne herein erkennt, die durch hohe Übertragungsraten und geringer Lichtempfindlichkeit auftauchen können. Zwar ist Auflösung in Glanzprospekten heute kein Thema mehr, wirft man allerdings einen näheren Blick auf die technischen Spezifikationen, so erfährt selbst der Laie, welch geringe Aufzeichnungsgeschwindigkeiten die meisten auf dem Markt befindlichen Megapixel-Kameras bei voller Auflösung ermöglichen sowie dass deren Einsatz eine deutliche Belastung des Netzwerks zur Folge hat. In der Theorie eventuell akzeptabel, in einer Sicherheitsanlage, in der eine lückenlose Überwachung gewünscht ist, eher weniger.

IN-HDSDI-Technologie

Eine wahre Revolution könnte die neue IN-HDSDI (High Defninition Serial Dgital Interface)-Technologie sein, sie vereint die Vorteile von analoger Technik und IP. Sie basiert auf den Standards für Film- und Fernsehingenieure und findet bei der Übertragung in HD im öffentlichen Fernsehen Verwendung. Anders als bei IP-Videosystemen kann in der vollen Bildrate mit Livebild (25 Bilder/sek.) ohne sichtbare Verzögerung aufgezeichnet und wiedergegeben werden – ohne Rücksicht auf Bandbreite, was gerade bei sich schnell bewegenden Objekten von Vorteil ist. Aufgrund der Koaxialkabelverbindung erfolgt die Komprimierung und Dekomprimierung latenzfrei, dadurch gehören Verzögerungen der Vergangenheit an. Dies ermöglicht dem Anwender ein ruckelfreies Bild bei voller HD-Auflösung. Weitere erkennbare Vorteile gegenüber der IP-Technologie ist die Sicherheit der Übertragung. So wird zur Übertragung von HD-Bildern (1920×1080 Pixel) lediglich ein Koaxialkabel bzw. Lichtleiter benötigt. Um einen deutlichen Qualitätsverlust in der IP-Videotechnik zu vermeiden, werden Strecken von maximal 100m nicht überschritten, anders bei IN-HDSDI, hier können Strecken je nach Qualität des Koaxialkabels von bis zu 600m mühelos ermöglicht werden. Durch die Verwendung von Koaxialkabel bzw. Lichtleiter wird vom Kamerastandort bis zum Aufzeichnungssystem kein IP-Netzwerk benötigt. Dies ist speziell für die Anwendung bei Kommunen und Behörden sowie öffentlichen Einrichtungen von Interesse, da in diesen Bereichen aufgrund spezieller Sicherheitsbestimmungen die Anwendung von IP-Kameras beschränkt zugelassen ist.

Einfache Inbetriebnahme

Ein weiterer Vorteil für das Elektro- und Errichter Handwerk spiegelt sich in der Montage und Inbetriebnahme wieder. Der gewohnte Anschluß und das Einstellen der Optik erfolgt wie bei der Analogtechnik. Mühevolles vergeben von IP-Adressen und das Konfigurieren z.B. des Netzwerks entfallen, dadurch werden Kosten und Aufwand einfacher kalkulierbar. Allerdings muss nicht komplett auf das Netzwerk verzichtet werden. Die IN-HDSDI-Lösung nutzt die Vorteile der IP-Technik. So bietet sich die Möglichkeit aufgezeichnete Bilder oder Livebilder via Netzwerk über vorhandene Computer oder Internet fähige Smartphones abzurufen ohne zusätzliche Lizenzen erwerben zu müssen.

Fazit

Der Boom von IP-Netzwerk-Kameras und Management-Software wird auch in Zukunft durch aggressives Marketing und kaufmännisches Können weiter profitabel steigen. Zwar hat die IP-Technologie in manchen Bereichen seine Berechtigung, sollte allerdings der Fall auftreten, dass hohe Sicherheitsstandards gewählt werden, in welchen ruckelfreie, hochauflösende Bilder und einfache Konfiguration gewünscht sind, so ist die IN-HDSDI-Technologie ein Geheimtipp für gewissenhafte Errichter in der Sicherheitsbanche und Entscheider in Industrie, Behörden und Kommunen.

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Seit einigen Jahren schreitet der Verdrängungsprozess von Analog zu IP-Überwachungstechnik stetig voran. Viele Vorteile der IP-Technologie wie die deutlich bessere Bildqualität durch erheblich mehr Auflösung und der kostengünstigen Möglichkeit der Verkabelung machen es möglich. Dem stehen allerdings zahlreiche Punkte gegenüber, welche allerdings die moderne Technik in den Schatten stellt wie, deutlich höhere Preisgestaltung der Bildaufnehmer, Software und Hardware gegenüber analoger Lösungen und letztendlich der hohen Aufwendung z.B. durch kompliziertes konfigurieren und implementieren in neue wie vorhandene Netzwerke.
Die Praxis zeigt: oft schrecken Errichter und Elektriker vor der IP-Video-Überwachung zurück, sei es durch Skepsis an der eventuell auftauchenden Komplexität oder dem Fachwissen des Errichters, welcher bei der Planung einer IP-Anlage die Probleme schon von vorne herein erkennt, die durch hohe Übertragungsraten und geringer Lichtempfindlichkeit auftauchen können. Zwar ist Auflösung in Glanzprospekten heute kein Thema mehr, wirft man allerdings einen näheren Blick auf die technischen Spezifikationen, so erfährt selbst der Laie, welch geringe Aufzeichnungsgeschwindigkeiten die meisten auf dem Markt befindlichen Megapixel-Kameras bei voller Auflösung ermöglichen sowie dass deren Einsatz eine deutliche Belastung des Netzwerks zur Folge hat. In der Theorie eventuell akzeptabel, in einer Sicherheitsanlage, in der eine lückenlose Überwachung gewünscht ist, eher weniger.

IN-HDSDI-Technologie

Eine wahre Revolution könnte die neue IN-HDSDI (High Defninition Serial Dgital Interface)-Technologie sein, sie vereint die Vorteile von analoger Technik und IP. Sie basiert auf den Standards für Film- und Fernsehingenieure und findet bei der Übertragung in HD im öffentlichen Fernsehen Verwendung. Anders als bei IP-Videosystemen kann in der vollen Bildrate mit Livebild (25 Bilder/sek.) ohne sichtbare Verzögerung aufgezeichnet und wiedergegeben werden – ohne Rücksicht auf Bandbreite, was gerade bei sich schnell bewegenden Objekten von Vorteil ist. Aufgrund der Koaxialkabelverbindung erfolgt die Komprimierung und Dekomprimierung latenzfrei, dadurch gehören Verzögerungen der Vergangenheit an. Dies ermöglicht dem Anwender ein ruckelfreies Bild bei voller HD-Auflösung. Weitere erkennbare Vorteile gegenüber der IP-Technologie ist die Sicherheit der Übertragung. So wird zur Übertragung von HD-Bildern (1920×1080 Pixel) lediglich ein Koaxialkabel bzw. Lichtleiter benötigt. Um einen deutlichen Qualitätsverlust in der IP-Videotechnik zu vermeiden, werden Strecken von maximal 100m nicht überschritten, anders bei IN-HDSDI, hier können Strecken je nach Qualität des Koaxialkabels von bis zu 600m mühelos ermöglicht werden. Durch die Verwendung von Koaxialkabel bzw. Lichtleiter wird vom Kamerastandort bis zum Aufzeichnungssystem kein IP-Netzwerk benötigt. Dies ist speziell für die Anwendung bei Kommunen und Behörden sowie öffentlichen Einrichtungen von Interesse, da in diesen Bereichen aufgrund spezieller Sicherheitsbestimmungen die Anwendung von IP-Kameras beschränkt zugelassen ist.

Einfache Inbetriebnahme

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