Prozessoptimierungen: Schwachstellen nicht-digitalisierter Messdienstleister
Bild: Qundis GmbH
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4. Fachkräftemangel & EED

Auch Messdienstleister sind vom Fachkräftemangel betroffen. Es wird schwieriger, das passende Personal für die Aufträge zu finden oder geeignete Nachwuchskräfte aufzubauen und dauerhaft zu binden. Die novellierte EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) erhöht dazu noch den Handlungsdruck. Unweigerlich erfordert die EED eine Neustrukturierung des Marktes. Mittelständische Messdienstleister werden wegen ihrer direkten Kundennähe wachsen und dabei ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Großunternehmen ausbauen müssen. Doch wenn das bisherige Personal in den Ruhestand geht und es kaum Nachfolger gibt, was kann ein Unternehmen tun? Die Antwort liegt in einer Optimierung und Digitalisierung der bestehenden Prozesse. Die zentrale Frage lautet: Wie schaffe ich es, mein Unternehmen in die Lage zu versetzen, dass es mehr Bestand ohne Mehraufwand betreuen kann? Ein von Qundis mit Geräten ausgestatteter Messdienstleister ist ein Einzelunternehmen und betreut laut Hersteller rund 2.000 Wohnungseinheiten, alle über Gateways verbunden. Gerade Unternehmen, die über Fachkräftemangel klagen, sollten also über ihre Investitionen in neue Softwarelösungen und fernauslesbare Geräte nachdenken.

5. Walk-by: Etablierter Standard mit Nachteilen

Bei den Messdiensten hält sich nach wie vor Walk-by als Standard bei der Ablesung von Verbrauchswerten. Dabei muss der Ablesedienst nicht die Wohnung oder das Büro betreten, sondern empfängt die Daten außerhalb des Gebäudes oder in dem Bereich, der öffentlich zugänglich ist. Möglich ist das, weil ein mobiler Datenempfänger die Verbrauchswerte von den Messgeräten erhalten hat, die dann an ein mobiles Endgerät übertragen werden. Das Verfahren Walk-by hat allerdings seine Nachteile. Dazu gehört u.a., dass es nicht die optimale technische Lösung ist, um die gesetzlichen Anforderungen aus der EED umzusetzen. Die Walk-by-Lösung kann zwar EED-konform gestaltet werden, allerdings wären die Aufwände und Kosten dann hoch. Dass eine komplette Umstellung auf eine Fernauslesung zu teuer ist, ist hingegen häufig mehr ein Bauchgefühl als eine Tatsache. Das unterstreicht eine Prozessanalyse mit zwei Beispielkunden, die Qundis durchgeführt hat: Inklusive Kilometerpauschale, Zeit für Datenaustausch zwischen den Geräten und Lohnkosten (neue Bundesländer). Das Unternehmen kam dabei auf 35 bis 55€ pro Wohngebäude. Dieser Aufwand lässt sich reduzieren, wenn ein Unternehmen komplett auf Zählerfernauslesung umstellt.

Fazit

Auch wenn die EED zwar ein zügiges Umstellen auf fernauslesbare Technik erfordert, agieren viele KMUs im Bereich der Messdienstleistungen noch sehr zögerlich. Zu teuer und komplex erscheint vielen die Aufgabe. Bei genauerer Betrachtung können sich die Kosten mittelfristig amortisieren und zu einer Produktivitätssteigerung führen. Unternehmen der Branche müssen handeln, um den Anschluss nicht zu verlieren. Wer aus eigenem Antrieb mit der Umstellung der Geräte und Digitalisierung überfordert ist, sollte deshalb auf externe Beratung setzen und gemeinsam die Prozesse analysieren und die Kosten des Umstiegs mit denen des Status Quo gegenrechnen.

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