Leitfaden DIN EN50132-7: Videosicherheit leicht gemacht

Leitfaden DIN EN50132-7

Videosicherheit
leicht gemacht

Früher fanden sich Kameras lediglich in hochsensiblen Bereichen oder Branchen, wie dem Bank- oder Militärwesen. Der Grund: Sie waren zu teuer und technisch zu komplex. Doch die Zeiten haben sich geändert. Videosicherheit wird immer mehr zum Thema für viele Errichter und Fachplaner und als ein integrierter Teil der Gebäudetechnik betrachtet. Oftmals wird sie von vornherein mit in die Planung aufgenommen. Für die Architekten, Fachplaner und Errichter verlagert sich die Herausforderung in den technischen Bereich. Eine enorme Hilfestellung leistet hier die neu überarbeitete DIN EN50132-7. Sie gibt Empfehlungen zur Auswahl, Planung, Installation sowie Inbetriebnahme und Wartung von CCTV-Anlagen.
Sicherheit wird inzwischen als eine wesentliche Komponente bei der Gebäudeplanung gesehen. Dies trifft besonders bei komplexeren Gebäuden mit hohen Besucherfrequenzen oder erhöhtem Risikopotenzial wie Supermärkte, Elektro-Fachhändler, aber auch Flughäfen oder Bürogebäude, zu. Kameras helfen Bereiche wie Eingänge, Lagerräume oder Hochsicherheitszonen zu sichern. Dabei kommt es entscheidend darauf an, wo sie platziert werden und welche technischen Eigenschaften für eine optimale Abdeckung erforderlich sind. Vor jeder Installation eines Sicherheitssystems muss die vorhandene Situation gründlich analysiert und durchdacht werden. Je nachdem, welche Gegebenheiten vorhanden sind und zu welchem Zweck videoüberwacht werden soll, kommen unterschiedliche Kameramodelle infrage. Fragen, die sich Fachplaner und Errichter sowie der Endnutzer stellen müssen, sind u.a. folgende:

  • • Wird die Kamera innen oder außen platziert?
  • • Besteht die Gefahr, dass die Kamera sabotiert wird?
  • • Soll auch in der Nacht aufgezeichnet werden?
  • • Müssen Einzelheiten begutachtet werden oder zählt lediglich eine Szenenübersicht?
  • • Welche besonderen Bedingungen, beispielsweise komplexe Lichtsituationen, sind gegeben?

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in der Praxis oft vernachlässigt wird: Die Produkte müssen unkompliziert 24 Stunden am Tag, 365 Tag im Jahr, funktionieren und schnell in Betrieb genommen werden. Entscheidungen über die benötigte Anzahl, den Typ und die Position von Videoüberwachungskameras setzten in der Vergangenheit komplexe und zeitaufwendige manuelle Berechnungen voraus. 3D-Zeichenprogramme können hier helfen, die Planung transparent und effizient zu machen.

Leitfaden für Videosicherheits- anlagen: DIN EN50132-7

Für viele Errichter und Fachplaner ist der Bereich Videosicherheit Neuland. Doch eine gut durchdachte Planung ist wichtig, damit das System danach auch die gewünschten Ergebnisse erzielt. Hinzu kommt außerdem immer noch die Betrachtung des Datenschutzes, da durch Videoüberwachung personenbezogene Daten erhoben werden können. Ein essenzieller Leitfaden für die technische Planung ist dabei die neu überarbeitete Norm DIN EN50132-7 ‚Alarmanlagen – CCTV-Überwachungsanlagen für Sicherungsanwendungen – Teil 7: Anwendungsregeln‘, die Empfehlungen zur Auswahl, Planung, Installation sowie Inbetriebnahme und Wartung von CCTV-Anlagen gibt. Die DIN EN50132-7 deckt bei den CCTV-Überwachungsanlagen alle Bereiche ab, von der Entwurfsplanung bis zum Betrieb. Drei Punkte können als die primär wichtigsten Gründe für die Aktualisierung dieser Norm genannt werden:

  • • Das Bereitstellen eines Rahmenwerks, um Auftraggeber, Errichter und Benutzer bei der Erstellung ihrer Anforderungen zu unterstützen.
  • • Die Unterstützung von Fachplanern und Benutzern bei der Festlegung der geeigneten Anlagenteile, die für eine vorgegebene bzw. gewünschte Anwendung des Sicherheitssystems erforderlich sind.
  • • Und das Bereitstellen von Mitteln zur objektiven Bewertung der Eigenschaften einer CCTV-Anlage.

Was sind die wesentlichen Neuerungen?

Die DIN EN50132-7 wurde 2013 umfassend neu überarbeitet. Diese aktualisierte Fassung trägt den technischen Innovationen im Bereich Videosicherheitstechnik Rechnung. Sie berücksichtigt den Wandel von analoger zu digitaler Technologie sowie die generelle Verbesserung der Bildqualität, die neuen CCTV-Standards und eine neue Testziel-Methode. Der alten Norm fehlte es im Gegensatz dazu an Akzeptanz in der Branche u.a. auch, weil keine nachvollziehbaren Möglichkeiten der Qualitätskontrolle möglich waren. Die überarbeitete Fassung konnte sich bereits hervorragend im Markt etablieren und ist auch bei Herstellern sowie Verbänden angekommen. Ein gutes Beispiel ist hier der DFB-Videoleitfaden ‚Videotechnik und Datenschutz im Stadion‘, welcher der Deutsche Fußballbund gemeinsam mit dem Arbeitskreis Videosysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) 2014 erstellt hat. Ein weiteres Zeichen für die Akzeptanz in der Branche ist auch die Bereitschaft des Bundesverbands Sicherheitstechnik e.V. (BHE). Der Verband widmet sich in einem eineinhalb-tägigen Seminar der DIN EN50132-7.

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Ausgabe:
AXIS communications GmbH
www.axis.com/de

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Leitfaden DIN EN50132-7

Videosicherheit
leicht gemacht

Früher fanden sich Kameras lediglich in hochsensiblen Bereichen oder Branchen, wie dem Bank- oder Militärwesen. Der Grund: Sie waren zu teuer und technisch zu komplex. Doch die Zeiten haben sich geändert. Videosicherheit wird immer mehr zum Thema für viele Errichter und Fachplaner und als ein integrierter Teil der Gebäudetechnik betrachtet. Oftmals wird sie von vornherein mit in die Planung aufgenommen. Für die Architekten, Fachplaner und Errichter verlagert sich die Herausforderung in den technischen Bereich. Eine enorme Hilfestellung leistet hier die neu überarbeitete DIN EN50132-7. Sie gibt Empfehlungen zur Auswahl, Planung, Installation sowie Inbetriebnahme und Wartung von CCTV-Anlagen.
Sicherheit wird inzwischen als eine wesentliche Komponente bei der Gebäudeplanung gesehen. Dies trifft besonders bei komplexeren Gebäuden mit hohen Besucherfrequenzen oder erhöhtem Risikopotenzial wie Supermärkte, Elektro-Fachhändler, aber auch Flughäfen oder Bürogebäude, zu. Kameras helfen Bereiche wie Eingänge, Lagerräume oder Hochsicherheitszonen zu sichern. Dabei kommt es entscheidend darauf an, wo sie platziert werden und welche technischen Eigenschaften für eine optimale Abdeckung erforderlich sind. Vor jeder Installation eines Sicherheitssystems muss die vorhandene Situation gründlich analysiert und durchdacht werden. Je nachdem, welche Gegebenheiten vorhanden sind und zu welchem Zweck videoüberwacht werden soll, kommen unterschiedliche Kameramodelle infrage. Fragen, die sich Fachplaner und Errichter sowie der Endnutzer stellen müssen, sind u.a. folgende:

  • • Wird die Kamera innen oder außen platziert?
  • • Besteht die Gefahr, dass die Kamera sabotiert wird?
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  • • Müssen Einzelheiten begutachtet werden oder zählt lediglich eine Szenenübersicht?
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Leitfaden für Videosicherheits- anlagen: DIN EN50132-7

Für viele Errichter und Fachplaner ist der Bereich Videosicherheit Neuland. Doch eine gut durchdachte Planung ist wichtig, damit das System danach auch die gewünschten Ergebnisse erzielt. Hinzu kommt außerdem immer noch die Betrachtung des Datenschutzes, da durch Videoüberwachung personenbezogene Daten erhoben werden können. Ein essenzieller Leitfaden für die technische Planung ist dabei die neu überarbeitete Norm DIN EN50132-7 ‚Alarmanlagen – CCTV-Überwachungsanlagen für Sicherungsanwendungen – Teil 7: Anwendungsregeln‘, die Empfehlungen zur Auswahl, Planung, Installation sowie Inbetriebnahme und Wartung von CCTV-Anlagen gibt. Die DIN EN50132-7 deckt bei den CCTV-Überwachungsanlagen alle Bereiche ab, von der Entwurfsplanung bis zum Betrieb. Drei Punkte können als die primär wichtigsten Gründe für die Aktualisierung dieser Norm genannt werden:

  • • Das Bereitstellen eines Rahmenwerks, um Auftraggeber, Errichter und Benutzer bei der Erstellung ihrer Anforderungen zu unterstützen.
  • • Die Unterstützung von Fachplanern und Benutzern bei der Festlegung der geeigneten Anlagenteile, die für eine vorgegebene bzw. gewünschte Anwendung des Sicherheitssystems erforderlich sind.
  • • Und das Bereitstellen von Mitteln zur objektiven Bewertung der Eigenschaften einer CCTV-Anlage.

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Die DIN EN50132-7 wurde 2013 umfassend neu überarbeitet. Diese aktualisierte Fassung trägt den technischen Innovationen im Bereich Videosicherheitstechnik Rechnung. Sie berücksichtigt den Wandel von analoger zu digitaler Technologie sowie die generelle Verbesserung der Bildqualität, die neuen CCTV-Standards und eine neue Testziel-Methode. Der alten Norm fehlte es im Gegensatz dazu an Akzeptanz in der Branche u.a. auch, weil keine nachvollziehbaren Möglichkeiten der Qualitätskontrolle möglich waren. Die überarbeitete Fassung konnte sich bereits hervorragend im Markt etablieren und ist auch bei Herstellern sowie Verbänden angekommen. Ein gutes Beispiel ist hier der DFB-Videoleitfaden ‚Videotechnik und Datenschutz im Stadion‘, welcher der Deutsche Fußballbund gemeinsam mit dem Arbeitskreis Videosysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) 2014 erstellt hat. Ein weiteres Zeichen für die Akzeptanz in der Branche ist auch die Bereitschaft des Bundesverbands Sicherheitstechnik e.V. (BHE). Der Verband widmet sich in einem eineinhalb-tägigen Seminar der DIN EN50132-7.

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